Schon wieder eine Liste, wird so manch einer denken. Doch ein Blick auf die soeben von „World Of The Reel“ veröffentlichte Liste der besten Filme eines Jahrzehnts lohnt sich nicht nur für Filmfreaks. Gewählt wurden internationale Produktionen aus den Jahren 2010 bis 2019. Insgesamt waren 250 Kritiker, Film-Wissenschaftler, Produzenten und Filmemacher an der Auswahl beteiligt. Sie waren dazu aufgefordert worden, jeweils fünf Kinofilme zu nennen, die zwischen 2010 und 2019 entstanden sind und die sie als die besten und einflussreichsten kategorisieren. Herausgekommen sind einige Überraschungen und das nicht nur in vorderen Rängen. Auch ein deutscher Film ist mit dabei, und erstmals befindet sich sogar eine TV-Serie unter den Bestplatzierten.

Ein deutscher Film belegt Platz 15

Mad Max ArtikelGeorge Millers „Mad Max: Fury Road“ führt die Liste an. Der in den Hauptrollen mit Charlize Theron und Tom Hardy besetzte Blockbuster wurde bereits zum Kinostart frenetisch gefeiert. Er belebte die Action-Serie neu, und nicht nur die Filmbranche, sondern auch Kritiker wie Publikum waren gleichermaßen begeistert. Bei der Oscar-Verleihung überzeugte dieses Meisterwerk ebenfalls. Ganze sechs Goldjungen heimste der Streifen ein.

„The Tree of Life“ folgt auf Platz zwei. Terrence Malick erzählt darin ein „transzendentales Märchen über den Ursprung und die Verwerfung unserer Welt“. Platz drei geht an „Moonlight“ – ein Coming-of-Age-Movie, das von Barry Jenkins sehr sensibler Inszenierung lebt. 

Gleich mit zwei Filmen konnte Paul Thomas Anderson punkten: „Phantom Tread“ („Der seidene Faden“) landete auf Platz acht und „The Master“ auf Platz sechs. Erstmalig ist mit „Get Out“ auch ein Horrorfilm unter den Top 20. Maren Ades anspruchsvolle Komödie „Toni Erdmann“ wurde als einziger deutscher Beitrag gewählt und mit Joshua Oppenheimers „The Act of Killing“ findet sich sogar eine Doku auf der Liste.

Für die größte Überraschung sorgt die Nennung von „Twin Peaks“. David Lynchs Rückkehr in alte Gefilde wurde von den Kritikern konsequent als Leinwandmeisterwerk bestimmt, da die 18-teilige Serie die gängigen Regeln des Fernsehens ignoriert und stattdessen „echte Kinomagie versprüht“. Vielleicht hat diese Benennung aber auch etwas mit Lynchs Alter zu tun und der Möglichkeit, dass es sich hierbei um seine letzte große Produktion gehandelt haben könnte.

 

Liste der 20 besten Filme 

  1. “Mad Max: Fury Road”, Regie: George Miller
  2. “The Tree of Life”, Regie: Terrence Malick
  3. “Moonlight”, Regie: Barry Jenkins
  4. “Boyhood”, Regie: Richard Linklater
  5. “The Social Network”, Regie David Fincher
  6. “The Master”, Regie: Paul Thomas Anderson
  7. “Roma”, Regie: Alfonso Cuarón
  8. “Phantom Thread”, Regie Paul Thomas Anderson
  9. “A Separation”, Regie: Asghar Farhadi
  10. “Inside Llewyn Davis”, Regie: Joel Coen
  11. “Get Out”, Regie: Jordan Peele
  12. “Under the Skin”, Regie: Jonathan Glazer 
  13. “Carol”, Regie: Todd Haynes
  14. “Margaret”, Regie: Kenneth Lonergan
  15. “Toni Erdmann”, Regie: Maren Ade
  16. “Uncle Boonmee”, Regie: Apichatpong Weerasethakul
  17. “Twin Peaks: The Return”, Regie: David Lynch
  18. “Her”, Regie: Spike Jonze
  19. “Call Me By Your Name”, Regie: Luca Guadagnino
  20. “The Act of Killing”, Regie: Joshua Oppenheimer

sowie “Inception”, Regie: Christopher Nolan

und “Holy Motors”, Regie: Leos Carax

Dreimal die gleiche Punktzahl bei Platz 20

Es fällt auf, dass es gleich drei zwanzigste Plätze gibt. Das bedeutet, dass alle drei die absolut gleiche Punktzahl erreichten. Daher wurde dieser Rang mehrfach vergeben. Mit dabei ist Joshua Oppenheimers mehrfach preisgekrönter Dokumentarfilm, der den Massenmord an mehr als einer halben Million Indonesier in einer filmisch bisher einzigartigen Herangehensweise anprangert. Christopher Nolans „Inception“ landete ebenfalls auf Platz zwanzig. Der Thriller ist eine kongeniale Mischung aus Sience Fiction- und Heist-Movie und mit Leonardo di Caprio in der Hauptrolle großartig besetzt. Auch „Holy Motors“ des französischen Regisseurs Leos Carax muss sich seinen Platz teilen. Der Film, der 2012 für die Goldene Palme in Cannes nominiert war und leider leer ausging, widmet sich dem Leben des geheimnisvollen Monsieur Oscar (gespielt von Denis Lavant), der zwischen verschiedenen parallelen Leben hin- und herspringt.

Hoch dekorierte Filmhighlights auf allen Plätzen

Bei den bisher noch nicht näher genannten Filmen handelt es um folgende Kinohighlights: Der über einen Zeitraum von zwölf Jahren gedrehte „Boyhood“ des US-amerikanischen Regisseurs Richard Linklater belegt Platz vier. Eine fiktive filmische Langzeitstudie, bei der die Schauspieler im Verlauf des sehr langen Filmprojekts tatsächlich altern, so dass diese Erwachsenwerden-Geschichte einen besonders realitätsnahen Charakter erhält. 

David Finchers Drama „The Social Network“ thematisiert die Anfänge von Facebook und heimste zahlreiche internationale Filmpreise ein, darunter auch mehrere Golden Globes und Oscars in den Kategorien Bester Film, beste Regie, Beste Kamera, Bester Ton und auch für Jesse Eisenberg gab es den begehrten Goldjungen. Er wurde als bester Hauptdarsteller gekürt. Bei „World Of The Reel“ reichte es für Platz fünf.

Alfonso Cuarón landete 2018 mit dem stillen in schwarz-weiß gedrehten mexikanischen Drama „Roma“ den Überraschungserfolg des Jahres. Belohnt wurde er mit dem Regie-Oscar und etlichen anderen Filmpreisen sowie in dieser Liste mit dem Rangplatz sieben. Der renommierte Filmkritiker Glenn Kenny bezeichnet „Roma“ als einen „... philosophischen Liebesbrief eines Humanisten an das Leben“. 

Platz neun für „A Separation“. In Deutschland erschien der Film unter dem Titel: „Nader und Simin – Eine Trennung“. Es ist ein hoch dekoriertes Filmdrama des Iraners Asghar Farhadi, bei dem es um die Beziehung von zwei vollkommen unterschiedlichen iranischen Familien geht. 

Auf Platz zehn überzeugten die Coen Brüder einmal mehr mit ihrer Regiearbeit bei „Inside Llewyn Davis“ – ein Underground-Musiker-Portrait, wie es stilsicherer, schräger, humor- und liebevoller kaum sein kann. 

Auch der britische Science Fiction Thriller „Under the Skin“ von Jonathan Glazer punktete und landete auf Platz 12. 

Todd Haynes machte sich 2015 an die Verfilmung des Patricia Highsmith-Romans „Carol“ heran. Zum Glück! Der Film wurde mehrfach ausgezeichnet und belegt in der „World Of The Reel“-Liste Platz 13. 

Platz 14 ist mit Kenneth Lonergans Coming-of-Age-Drama „Margaret“ erstklassig besetzt. Schon Hollywood-Legende Martin Scorsese bezeichnete ihn als Meisterwerk. 

Auf Platz 16 steht der außergewöhnliche Fantasyfilm des thailändischen Regisseurs Apichatpong Weerasethakul, der schon 2011 bei den Filmfestspielen in Cannes die Goldene Palme gewann. 

Das romantische Drama „Her“ von Spike Jonze schaffte es immerhin noch auf Platz 18. Ein mehrfach ausgezeichnetes Filmhighlight, in dem Joaquin Phoenix einmal mehr als Hauptdarsteller brilliert. 

Mit Platz 19 wurde Luca Guadagnino „Call me by your Name“ geehrt. Auch diese Romanadaption, bei der es um eine zufällige Begegnung im Italien der 1980er Jahre und ihre Folgen geht, erhielt bereits zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

Wussten Sie eigentlich....

 ... welcher Film seit etlichen Jahren die IMDB-Liste der beliebtesten Filme aller Zeiten anführt? Der ein oder andere wird sich vielleicht wundern, aber selbst von Nelson Mandela wird gesagt, dass er „hin und weg“ war. Und damit ist keiner der ganz großen Filmklassiker gemeint wie „Der Pate“, „2001 – Odyssee im Weltraum“ „Die 12 Geschworenen“ oder „Pulp Fiction“. Nein! Laut IMDB, der größten Online Filmdatenbank, ist der beliebteste Film aller Zeiten Frank Darabonts „Die Verurteilten“ mit Tim Robbins und Morgan Freeman in den Hauptrollen. Die Verfilmung einer Stephen King-Novelle erzählt die Geschichte des zu lebenslanger Haft verurteilten Andy und dessen Freundschaft zu seinem Mithäftling Red. Seit 2008 hält „Die Verurteilten“ bei den IMDB Top 250 den ersten Platz.   

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