Ein Macau-Casino ist verwarnt worden wegen Online-Glücksspiel. Der Hintergrund: Die Glücksspielbehörde von Macau verbietet ausdrücklich Online Casinos. Im aktuellen Fall soll aber eines der Casinos in Macau gegen die bestehenden Regeln verstoßen haben. Deswegen wurde eine Verwarnung erteilt.

Glücksspielbehörde erteilt Verwarnung ohne klare Beweise

Macao Plaza HotelDie Glücksspielbehörde von Macau hat der Suncity Group vorgeworfen, Online-Glücksspiele anzubieten. Das wäre ein klarer Verstoß gegen die geltenden Regeln. Allerdings scheint es keine klaren Beweise zu geben. Der Casino-Betreiber bestreitet, an illegalem Online-Glücksspielen beteiligt zu sein. Konkret geht es um den Vorwurf, dass der Casino-Betreiber es chinesischen Bürgern ermöglicht hätte, online oder per Telefon Wetten zu platzieren. Beides wäre strikt verboten. Allerdings ist nicht ganz klar, woher die Vorwürfe kommen und Beweise gibt es ganz offensichtlich auch nicht. Trotzdem hat die Glücksspielbehörde von Macau eine Verwarnung ausgesprochen und darauf hingewiesen, dass ein derartiger Fall nicht mehr vorkommen dürfe. Die Verwarnung ist nicht mit einer Geldbuße verbunden, sodass der Casino-Betreiber die Sache wahrscheinlich auf sich beruhen lassen wird. Wer in dieser Sache Recht hat, lässt sich von außen nicht beurteilen. Klar ist aber, dass Macau eine seltsame Politik hat, wenn es um Online Casinos geht. Immerhin ist Macau mittlerweile der umsatzstärkste Casino-Standort der Welt.

Es ist nicht ganz nachvollziehbar, warum gerade in Macau Online Casinos nicht erlaubt sind. Jeder Glücksspiel-Fan kann völlig problemlos ständig in irgendwelche Casinos laufen und kleine oder große Beträge setzen. Aber wenn es darum geht, im Internet zu spielen, dreht die Glücksspielbehörde von Macau das ganz große Verwarnungsrad. Das ist angesichts der aktuellen Gesetzeslage nachvollziehbar, aber sinnvoll oder gar pragmatisch ist der Umgang von Macau mit Online-Glücksspielen nicht. Wie immer gibt es bei Glücksspiel aber unterschiedliche Interessen, die nicht alle öffentlich sind. Fast immer wird mit Spielerschutz und Jugendschutz argumentiert, aber die ganze Wahrheit ist das eher selten. Oft sind es wirtschaftliche Interessen, die dafür sorgen, dass Online-Glücksspiele nicht möglich sind. Was der wirkliche Grund ist, dass Macau bislang keine Online Casinos gestattet, lässt sich an dieser Stelle nicht klären. Aber es ist schon eine besondere Sache, wenn eine Glücksspielbehörde eine Verwarnung ausspricht, ohne klare Belege für die Vorwürfe vorlegen zu können. Solange sich nur um eine Verwarnung handelt, ist alles kein großes Problem. Aber die anderen Casino-Betreiber werden ganz genau hinschauen, wie sich die Glücksspielbehörde in Zukunft verhalten wird.

Macau legt beim Umsatz deutlich zu

Im Juli 2019 konnte Macau den Umsatz deutlich steigern. Allein in der ersten Juliwoche gelang es den Macau-Casinos, einen Umsatz von 94,2 Millionen Euro zu erzielen. Das ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Steigerung um 3 Prozent. Die vollständigen Zahlen für Juli liegen noch nicht vor, aber es wird erwartet, dass die Steigerung für den gesamten Monat auch in diesem Bereich liegen wird. Das ist eine bemerkenswerte Leistung angesichts der Unsicherheiten, die vor allem durch den Handelskrieg zwischen China und den USA im Moment im Markt sind. Aber das Glücksspiel ist davon offensichtlich im Moment nicht betroffen. Für Macau ist es wichtig, dass die Casinos zu florieren, denn die gesamte Wirtschaft hängt davon ab, dass die Casinos Einnahmen erzielen. Jede Schwächung des Casino-Standorts würde letztlich dazu führen, dass Macau wirtschaftliche Probleme bekäme. Aber im Moment deutet nichts darauf hin, dass das in allzu naher Zukunft passieren wird.

Doch das Blatt kann sich schnell wenden, denn wenn die USA und China ernstmachen im Handelskrieg, kann dies flott dazu führen, dass die zahlreichen High Roller, die aus China in die Macau-Casinos kommen, eine Weile lang auf Besuche verzichten müssen. Das wäre fatal, denn auch wenn die Macau-Casinos generell einen Strategiewechsel hin zu einem etwas diverserem Publikum anstreben, sind die Casinos doch nach wie vor darauf angewiesen, dass möglichst viele VIP-Spieler kommen. Die ganze Entwicklung in Macau wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht unzählige Top-Verdiener aus der ganzen Welt nach Macau kommen würden. Einer der wichtigsten Gründe, warum die Macau-Casinos zum Beispiel auch spannender sind für solche Spieler als die Casinos in Las Vegas: Es gibt nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, wenn es um hohe Limits geht. Wer richtig viel Geld hat, besucht eines der großen Macau-Casinos heutzutage. Genau diese Strategie könnte den Casinos aber irgendwann zum Verhängnis werden.

Online Casinos haben in vielen Ländern ein Imageproblem

Nicht nur in Macau fällt auf, dass Online Casinos einen schlechteren Ruf haben als Spielbanken. Das ist aber vielleicht auch nur eine Generationsfrage. Für viele ältere Glücksspiel-Fans ist es immer noch unvorstellbar, dass es eine gute Idee sein kann in einem modernen Online Casino wie Wunderino zu spielen und echtes Geld zu gewinnen. Aber die Statistiken zeigen, dass mittlerweile sehr viele Glücksspiel-Fans gar nicht mehr in eine Spielbank oder eine Spielhalle gehen, sondern stattdessen lieber online spielen. In Macau ist das in dieser Form bislang nicht möglich, sodass die Casinos aus Beton einen echten Vorteil haben. Aber die deutschen Glücksspiel-Fans können sich täglich entscheiden, ob sie lieber in eine Spielhalle, eine Spielbank oder ein Online Casino gehen. Noch einfacher könnte die Situation werden, wenn die Politik einen neuen Glücksspielstaatsvertrag mit einer deutschen Casino-Lizenz beschließt. Das wäre ein echter Knaller, denn dann müssten sich die deutschen Glücksspiel-Fans nicht mehr Casinos mit EU-Lizenz suchen, um im Internet spielen zu können.