Im Land der aufgehenden Sonne, scheint der feurige Himmelskörper den zukünftigen Betreibern von Casino Resorts gar nicht erst zu scheinen. Denn wenn es nach dem Willen der Töchter und Söhne Nippons geht, dann sind solche Glücksspiel-Hotels in Japan nicht willkommen. Ein neues Gesetz aus dem Jahre 2018 hatte die Grundlagen für „mögliche Ansiedlungen dieser Art“ in dem Inselstaat geschaffen. In einer repräsentativen Umfrage der japanischen Zeitung Jiji Press stimmten nun fast 60% der Bevölkerung gegen die Pläne ihrer Regierung. Nur knappe 27% gaben an, dass sie die Vorhaben befürworten. Bei den Befürwortern hatten sich 63% für eine Einrichtung in ihrer Region ausgesprochen. 29% dieser Gruppe würde sich allerdings gegen eine Ansiedlung in ihrer Region aussprechen, obwohl sie die Resorts generell befürworten. Für die konservative Regierung Japans sind das nicht gerade erfreuliche Nachrichten, da sie große Hoffnung in das Projekt setzt und es mit Vehemenz vorantreibt. Gerne werden die vielen positiven Aspekte ins Feld geführt, die für eine Realisierung sprechen. Zum einen verspricht sich der Staat einen starken Anstieg der Touristenzahlen. Schließlich sind die Asiaten generell für ihre Affinität zum Glücksspiel bekannt, und auch aus Australien und Neuseeland erhofft man sich Besucherinnen und Besucher. Auf der anderen Seite stehen jede Menge neuer Arbeitsplätze in Aussicht, und dann wäre da noch der nicht unerhebliche Aspekt der direkten und indirekten Steuereinnahmen.  

Casino-Resorts haben nicht nur Freunde 

Japan CasinoWie eingangs erwähnt hat eine Gesetzesvorlage aus dem Jahr 2018 diese Planung überhaupt erst möglich gemacht. Seither ist das Glücksspiel in dem buddhistischen Land legal, wenn auch mit strengen Auflagen verbunden. Die wichtigsten Regelungen des Gesetzesentwurfs sind folgende:

– Drei Casinolizenzen werden ausgestellt. Damit gibt es zunächst eine Beschränkung auf drei Casino Resorts in ganz Japan.

– 30 % Steuerlast entfallen auf die Glücksspieleinkünfte der Casinos

– Als Suchtpräventionsmaßnahme und zur Limitierung des einheimischen Kundenstamms dürfen japanische Staatsbürger - wie auch Einwohner Japans - die Casinos maximal an drei Tagen pro Woche und an zehn Tagen pro Monat gegen eine Eintrittsgebühr von 6,000 Yen ($53) pro Tag betreten. Hintergrund dieser Regelung ist der Wunsch der Regierung, dass die Glücksspielindustrie in Japan vom Tourismus, und nicht von Inländern, profitiert. Dadurch verspricht sie sich, das Wirtschaftswachstum des hoch verschuldeten Landes anzukurbeln.

– Die Casinofläche darf maximal 3 % der gesamten Resortfläche betragen. Es müssen also sogenannte „integrierte Resorts“ gebaut werden, die neben Casinos auch über Hotels, Konferenzräume, Geschäfte, Restaurants und Veranstaltungsräume verfügen.

Die Regierung hat sich damit über das Verbot des Glücksspiels im Buddhismus hinweggesetzt. Selbstverständlich sind in Japan Staat und Religion streng voneinander getrennt, aber der Bürger ist halt auch Wähler. Man darf nicht vergessen, dass das sehr konservative Land von Sitten und Bräuchen geprägt ist, auch wenn es sich wirtschaftlich und technologisch einen sehr weltoffenen und modernen Anstrich gibt. Buddha sagt, dass es vier edle Wahrheiten gibt und eine davon sei die Tugend: 

„Tugend (silam) - Es gibt Wünsche, die ihrer Erfüllung selbst im Wege stehen. Das sind die maßlosen Triebe, wie etwa die Wünsche nach Rausch und Betäubung, die durch die Erfüllung zunehmen. Solche Wünsche krankhafter Hemmungslosigkeit machen nur immer unzufriedener und unglücklicher. Die Wünsche nach Glücksspiel, Alkohol, Drogen, pausenloser Reizüberflutung, wahlloser Sexualität, ständiger Magenüberladung sind solche Moloche, die viel verschlingen, aber den Menschen nicht weiterbringen.“  

Ähnlich wie im Islam würde dies demnach bedeuten, dass der Gläubige nicht an Glücksspielen teilnehmen darf. Aber hier wie dort ist es eben auch immer eine private Angelegenheit, wie man seinen Glauben auslegt und ihn individuell lebt. 

Eine Kommission soll es richten 

Um die vorgegebenen Richtlinien einzuhalten, wird nun eine Kommission gegründet. Auch das war ein Bestandteil der neuen Gesetzgebung. Diese Kommission nennt sich „Casino Management Commission“ und soll aus fünf Mitgliedern bestehen, deren Nominierung der Zustimmung des Parlaments bedarf. Sie hat hauptsächlich zwei Aufgaben. Zum einen soll sie die Aktivitäten der zukünftigen Casino-Resorts überwachen, und zum anderen soll sie die „möglichen sozialen Schäden für die Bevölkerung“ intensiv und ausgiebig untersuchen. Die Mitglieder der Kommission werden für fünf Jahre gewählt und sicherlich auch an der Festlegung der Grundrichtlinien zur Ausschreibung für die Resorts beteiligt sein. Es ist zwar noch nichts Konkretes bekannt, aber man kann davon ausgehen, dass die entscheidenden Kriterien für die Standorte folgende sein werden: Erreichbarkeit von einer größeren Stadt aus, Vorhandensein geeigneter Räumlichkeiten und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Auch wird es darum gehen, ob die Präfekturen der jeweiligen Orte geeignete Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergreifen können, d.h. etwaige „negative Auswirkungen auf das soziale Gefüge vermeiden“. Viele Bewohner fürchten nämlich, dass mit den Casino-Resorts auch Kriminelle angelockt werden. Dass diese Befürchtung nicht ganz so abwegig ist, zeigt die anonyme Aussage eines Mitglieds der organisierten Kriminalität Japans. Diese Person geht davon aus, dass man Mittel und Wege finden wird, am Casino-Geschäft mit zu verdienen. 

Bisher kommen acht Bewerber infrage. Dabei sind Hokkaido; die Städte Chiba, Tokyo, Yokohama und Nagoya; die Präfekturen Wakayama und Nagasaki sowie die Präfektur und Gemeindeverwaltungen von Osaka. Wer davon nun letztendlich eine der drei vorgesehenen Lizenzen erhalten wird, ist noch nicht entschieden. Als mögliche Investoren und Betreiber werden immer wieder die großen Casino-Konzerne wie Wynn Resorts (die im Übrigen auf ihrer Wynn Slot App neuerdings auch Online Casino Spiele anbieten) oder Mohegan Gaming and Entertainment ins Feld geführt. Diese haben auch schon Interesse bekundet und stehen mit Milliardenschweren Projekten in den Startlöchern. Es ist und bleibt demnach spannend im Land der aufgehenden Sonne.