Hedgefonds kauft Bellagio Casino in Las Vegas? Dieses Thema wird aktuell eifrig diskutiert in amerikanischen Zeitungen. Allerdings haben Hedgefonds anders als in Deutschland nicht unbedingt einen schlechten Ruf in den USA. Die Amerikaner haben generell ein deutlich positives Verhältnis zur Wirtschaft als die Deutschen. Dafür haben die Deutschen wesentlich mehr erstklassige Online Casinos zur Verfügung.

Spannende Deals für Casino-Betreiber und Hedgefonds

Während die Online Casinos weltweit wachsen, wird in Las Vegas nach wie vor ein Milliardengeschäft abgezogen. Das wird wohl auch noch sehr lange so bleiben, denn selbst die größten Fans von Online-Glücksspielen wurden wohl kaum bestreiten, dass ein echtes Casino in Las Vegas noch einmal einen ganz anderen Reiz bietet. Der Hedgefonds Blackstone sorgt aktuell durch einen spektakulären Deal in Las Vegas Schlagzeilen. Dabei geht es um eine Kooperation mit einem der größten Glücksspielunternehmen der Welt: MGM Grand Las VegasMGM Resorts International. Dieser Konzern ist unter anderem verantwortlich für das die Casino-Hotels Excalibur, Luxor und Mirage. Das Circus Circus hat MGM verkauft an Phil Ruffin, den viele Las-Vegas-Besucher vom bekannten Treasure Island kennen. Der Verkaufspreis ist mit 825 Millionen Dollar beeindruckend, aber für Las Vegas auch nicht spektakulär. Ganz anders ist die Nummer schon bei dem Verkauf des Bellagios. An dieser Stelle mischt der Hedgefonds Blackstone ordentlich mit, denn MGM Resorts International hat das legendäre Casino-Hotel für 4,25 Milliarden Dollar an ein Unternehmen verkauft, dass dem Hedgefonds Blackstone und MGM Resorts International gehört.

Der Clou bei der Geschichte: MGM Resorts International wird das Hotel über eine Tochterfirma für einen jährlichen Preis von 245 Millionen Dollar leasen. Der Hintergrund ist einfach: MGM Resorts International braucht Cash haben für weitere Casino-Abenteuer in Las Vegas und an anderen attraktiven Standorten. Unter anderem ist der Casino-Riese auch in Macau aktiv. Angesichts der Summen kann einem leicht schwindlig werden. Für den Hedgefonds Blackstone dürfte das Geschäft aber sehr lukrativ sein, denn durch den jährlichen Cashflow ist sichergestellt, dass die Investition Rendite abwirft. Somit profitieren alle Seiten von diesem Deal. Für die Besucher im Bellagio wird sich wahrscheinlich überhaupt nichts ändern, da de facto der alte Besitzer das Hotel weiterführen wird. Es kann gut sein, dass einige andere Casino-Riesen in Las Vegas demnächst ähnliche Deals mit Hedgefonds machen werden, um zusätzliche Cash-Reserven freizusetzen. Es gibt viele attraktive Investitionsmöglichkeiten für Unternehmen, die auf Casinos spezialisiert sind, da immer mehr Länder Casinos in der einen oder anderen Form legalisieren und als wichtige Einnahmequelle entdecken.

Bellagio ist bekannt für das „Big Game“

Das Bellagio gehört zu den größten Hotels der Welt. Über 8.000 Mitarbeiter sorgen dafür, dass sich die Besucher in den 3.950 Zimmern rund um die Uhr wohlfühlen. Auf Casinofläche von 10.800 Quadratmetern wird täglich für Unterhaltung auf Top-Niveau gesorgt. Es gibt zahlreiche Restaurants der Extraklasse und mit der „Bellagio Gallery of Fine Art“ sogar eine Kunstgalerie auf internationalem Niveau. Für die Besucher wird einiges geboten, aber berühmt und legendär ist das Bellagio vor allem für das „Big Game“. Fast täglich findet in Bobby’s Room dieses weltberühmte Pokerspiel statt. Die Einsätze sind unterschiedlich, aber der Buy-In liegt nie unter 20.000 US-Dollar. Die meisten Spieler steigen mit 50.000 oder 100.000 US-Dollar ein. Es kommt nicht selten vor, dass Spieler sich mit 1 Million US-Dollar an den Tisch setzen. Im Big Game spielen nicht nur die besten Cashgame-Spieler der Welt, sondern vor allem auch viele reiche Menschen, die für die Einsätze im Spiel nur die Portokasse plündern müssen.

Herausragende Spieler wie Doyle Brunson, Daniel Negreanu und Barry Greenstein sind im „Big Game“ zu Legenden geworden. Es kommt immer wieder vor, dass Spieler Millionen an einem Abend gewinnen oder verlieren. Die meisten Pokerspieler träumen davon, zumindest einmal im Leben in Bobby’s Room zu spielen, um den ultimativen Nervenkitzel zu erleben. Allerdings ist es für einen Normalsterblichen nahezu unmöglich, den nötigen Bankroll für dieses Spiel zusammenzubekommen. Viele Turnierspieler, die riesige Gewinne abgeräumt haben, müssen danach erfahren, dass sie doch nicht ganz so gut waren, wie sie dachten. Im „Big Game“ zeigt sich sehr schnell, wie gut ein Spieler wirklich ist. Bei einem Turnier verliert der Spieler maximal den, meist niedrigen, Buy-In. Aber beim High Stakes Poker geht es in jeder Runde mindestens um fünfstellige Beträge. Dafür haben nur wenige Menschen auf der Welt die nötigen Nerven. Aber wer das Budget und die Nerven hat, um in diesem Spiel zu bestehen, kann sich völlig zu Recht zu den Großen im Poker zählen.

MGM hat große Pläne für die Zukunft

MGM Resorts International ist vor allem bekannt für die Casinos in Las Vegas. Aber der Konzern ist mittlerweile sehr breit aufgestellt. Zu den aktuellen Abenteuern gehört das Sportwetten-Geschäft in Japan. Zudem öffnen sich aktuell viele US-Staaten für Online-Glücksspiele. MGM ist in allen interessanten Bereichen der Branche vertreten. Allerdings sind die Sportwetten in Japan aktuell das lukrativste Abenteuer und deswegen wird ein Teil der Erlöse für das Bellagio in das Geschäft in Japan investiert. Grundsätzlich möchte MGM Resorts International auf lange Sicht bei den Sportwetten eine ebenso führende Rolle einnehmen wie bei den Casino-Spielen. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten, denn die Spielregeln sind zum Teil doch sehr unterschiedlich. Bei den Online Casinos lässt sich beobachten, dass es oft auch noch zusätzlich ein Sportwetten-Angebot gibt. Aber offline ist die Situation doch noch ein bisschen anders. Theoretisch wäre es zwar möglich, in jedem Casino auch Sportwetten anzubieten. Aber rechtlich ist das in den USA und den meisten anderen Ländern aktuell schwierig bis unmöglich.