Man sollte doch meinen, China, das Reich der Mitte hätte momentan andere Probleme. Da wären zum Beispiel die Situation in Hongkong, die schwächelnde Wirtschaft oder auch die massive Umweltverschmutzung. Aber nein, die Regierung findet noch Zeit und Raum, sich nebenher um andere Themen zu kümmern. Aber vielleicht hängt das eine ja mit dem anderen zusammen. Wer weiß das schon! So könnte es ja sein, dass die Bewohner Hongkongs durch Glücksspiele verdorben wurden und nun aufmüpfig werden. Zugegeben: das ist sehr weit hergeholt... Auf alle Fälle geht es der Glückspielindustrie in China schwer an den Kragen. Glücksspiel ist im Reich der Mitte generell verboten. Nun beschloss das Ministerium für Kultur und Tourismus, dass ab dem 1. Januar 2020 Unterhaltungsgeräte keinerlei Verknüpfung mehr zum Glücksspiel aufweisen dürfen. Dabei wird der Bogen sehr weit gespannt. Vom Greifarmspiel, welches sich auch in Deutschland gerade auf Volksfesten und Jahrmärkten einer gewissen Beliebtheit erfreut, bis hin zu versteckten Glücksspielfunktionen in Online Games. Eine entsprechende Verordnung ging Anfang November an alle Verantwortlichen in den Provinzen und autonomen Regionen Chinas. Die werden nämlich in die Pflicht genommen dafür zu sorgen, dass die Hersteller von Unterhaltungselektronik den Bewohnern und Bewohnerinnen keinen direkten oder indirekten Zugang zu Glücksspielen ermöglichen. Diese Maßnahme stellt einen weiteren Schritt der Regierung dar, das Glücksspiel vollständig zu verbieten bzw. den Zugang dazu unmöglich zu machen. Es gibt zwei staatliche Lotterien, das muss genügen.  

China | Alles zum Schutze der Bevölkerung 

China Online CasinosWie sehr der Regierung an dem Schutz ihrer Bevölkerung gelegen ist, zeigte sich schon in der Vergangenheit. Da machte sie sich Sorgen um junge Spieler und verbot die Teilnahme an Online Games durch minderjährige Nutzer in der Zeit von 22.00 Uhr bis 8.00 morgens. Zudem sollten die Anbieter der Spiele dafür sorgen, dass eine Nutzung an Wochentagen maximal 90 Minuten betragen darf und am Wochenende maximal drei Stunden. Zur Überprüfung ist eine Anmeldung mit dem echten Namen und der Identifikationsnummer des Spielers notwendig – dies gilt übrigens auch für erwachsene Spielerinnen und Spieler – was bei Bürgerrechtlern aufgrund des Datenschutzes nicht gerade zu Jubelstürmen führte. Auch die Ausgaben in Apps wurden reglementiert. Der Nutzer darf jetzt im Monat maximal 26,- bis 52,- Euro für Käufe ausgeben. Diese Maßnahmen sollen alleinig der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Kinder Chinas gelten, so die Begründung der Regierung. 

Einfach wird es in China sicher nicht

Ähnlich verhält es sich inzwischen auch mit der Reglementierung für Geräte der Unterhaltungselektronik. Selbst diese Maßnahmen dienen alleinig dem Schutz der Bevölkerung. Und der ist dem Ministerium wichtig. So plant es unter anderem die Gaming-Entertainment-Branche mit einem „Management von Spieleunterhaltungsgeräten“ zu stärken. Und wie soll das vonstatten gehen? Die Hersteller werden dazu aufgefordert in ihren Spielen bzw. Angeboten den sozialistischen Habitus und die Grundwerte zu fördern und den nationalen Geist zu reflektieren. Dazu gehört selbstverständlich, dass nichts dem Zufall überlassen wird. So sind denn auch jegliche Geräte, deren Spielausgang dem Zufall überlassen ist, verboten – ebenso wie die Herstellung, der Vertrieb und der Verkauf derselben. Darüber hinaus werden Roulette-Angebote erwähnt, die bereits erwähnten Greifarm-Automaten und die an japanische Pachinko-Automaten angelehnten Angebote. Ist es in diesem Zuge noch zu verstehen, dass Automaten oder Geräte verboten sind, die offene oder versteckte Geldtransaktionen erlauben, so ist das Verbot von Maschinen, die das „Abheben von Stahlkugeln“ ermöglichen, nicht ganz nachzuvollziehen. Haften sollen zudem Internetbetreiber, die nicht sicherstellen, dass es an ihren PCs oder Laptops unmöglich ist Glücksspiele zu tätigen. Diese werden nämlich dann als Glücksspielautomaten deklariert und fallen somit unter das Verbot. 

Auf den Inhalt kommt es an

Zumindest wenn es nach dem Ministerium für Touristik und Kultur geht: auf den Inhalt der angebotenen Spiele oder Applikationen auf den Geräten. Die Hersteller müssen ihre Produkte einer sehr strengen und genauen Prüfung durch die zuständigen Stellen unterwerfen. Dazu muss ein Bild, welches das Gesamtgerät darstellt, neben einer ausführlichen Erläuterung der Funktionen, der Prozesse und des Backoffice eingereicht werden, um es für den Markt überhaupt zulassen zu können. Da die Inhalte nicht nur aus Bildern bestehen, sondern auch aus Tönen, gibt es auch dafür eine Regelung. Sämtliche Lieder müssen mit Namen und Interpret genannt werden. Außerdem ist es erforderlich, dass die Hersteller Abschriften der Liedtexte liefern, bei fremdsprachlichen Liedern zusätzlich mit einer Übersetzung. Auch sind die lizenzierten Hersteller der Geräte verpflichtet einen Vollzeitmitarbeiter zu beschäftigen, der sich der internen „Selbstüberprüfungsarbeit“ zur garantierten Umsetzung der Vorgaben widmet.

Wer sich an alle Auflagen hält, erwartet keine Schwierigkeiten. Ansonsten droht ein Platz auf der Schwarzen Liste des Ministeriums, und ein Verbot weiterer geschäftlichen Beziehungen. Strafen drohen übrigens auch den eigenen Mitarbeitern des Ministeriums, falls sie ihrer Arbeit nicht ordnungsgemäß nachkommen. Es heißt in dem Erlass: „Wenn die Mitarbeiter der Kultur- und Tourismusverwaltung ihre Befugnisse missbrauchen, ihre Pflichten vernachlässigen oder bei der Überprüfung des Inhalts von Spieleunterhaltungsgeräten für Missstände verantwortlich sind, werden sie gesetzlich zur Rechenschaft gezogen.“

Alles im allem keine rosigen Zeiten für chinesische Zocker. Da haben wir es doch gut, dass wir ganz entspannt in einem Online Casino unserer Wahl spielen und einfach nur Spaß haben dürfen.