Schon in der Antike war es weit verbreitet. Das belegen Funde aus Afrika, Asien und Europa. Beispielsweise fand man bei Ausgrabungen im ehemaligen Mesopotamien - einer Region, die heute zum Irak und zu Syrien gehört – sechsseitige Würfel aus Elfenbein und Tierknochen. Sie wurden auf 3.000 v. Chr. datiert. Tacitus, der römische Schriftgelehrte, berichtete von Germanen, die total verrückt nach dem Würfelspiel waren und zum Teil alles setzten, was sie besaßen, und das, obwohl das Glücksspiel im alten Rom verboten war. Mit einer Ausnahme: an den sogenannten Festtagen des Saturns durfte gespielt werden. Und wer kennt nicht den berühmten Ausspruch Caesars: „Alea acta est“. Man muss kein Latein gehabt haben, um ihn zu verstehen. Spätestens seit Asterix ist den meisten klar, was er meinte: „Die Würfel sind gefallen.“

Es ist nicht einfach! Und ganz besonders kompliziert wird es, wenn es ums Glücksspiel geht.

europa gesetzIm düsteren Mittelalter hatten Glücksspieler mit Restriktionen von Seiten des Klerus zu rechnen, und auch seit dem Anbeginn der Neuzeit hagelt es von allen Seiten Hindernisse und Verbote. Doch das Glücksspiel setzte sich allen Wirrnissen zum Trotz durch. Existierten Verbote, dann wurde heimlich und zur Not sogar illegal weitergespielt. Aufzuhalten war weder die Entwicklung, noch die Freude am Spiel. 

Wie gesagt: Das Thema Glücksspiel ist kein einfaches und muss gerade in unserer Zeit neu überdacht und ausführlich angegangen werden. Vor einigen Jahren sollte ein Vorbild aus den USA auch bei uns Schule machen, bei dem es um die Einrichtung bestimmter „Spielzonen“ ging. Diese Idee wurde dann schnell wieder fallen gelassen, da insbesondere Menschen mit einem eher geringen Einkommen wohl kaum den Weg in eine andere Stadt auf sich nehmen (können), um ihrem Hobby nachzugehen. Eine vollständige Legalisierung des Glücksspiels unter Einhaltung ernstzunehmender Spielerschutzmaßnahmen wäre weitaus sinnvoller. Wie kompliziert das Thema wirklich ist, wollen wir anhand einiger Beispiele aufführen und haben uns dafür mal in der EU umgesehen.

Österreich

Der Alpenstaat hat gesetzliche Bestimmungen für Lotto, Bingo, Casinos, Sport- und Pferderennen sowie Poker verfasst. Private Anbieter können Lizenzen für Sport- und Pferdewetten beantragen, für Lotto, Bingo, Casinos und Poker existiert jedoch ein staatliches Monopol. Im Jahre 2016 kam es zu einer strittigen Entscheidung seitens der nationalen Gerichte, die „die Vereinbarkeit der aktuellen österreichischen Glücksspielgesetze mit dem EU-Recht“ betraf. Dennoch bestehen bis heute Zweifel, ob die „Vereinbarkeit der gesetzlichen Regelungen für Casinos in Österreich und der EU“ tatsächlich vorhanden ist, denn zu der „Neuauflage der Originalfassung des Gesetzes“ gibt es keinerlei Informationen.

Deutschland

In Schleswig-Holstein kann man ganz legal auf den Ausgang von Sportereignissen und Pferderennen tippen. Auch Poker und Spielcasinos, in denen Black Jack, Bingo und Roulette angeboten werden, sind erlaubt. Aber in der Bundesrepublik Deutschland existieren ja noch 15 weitere Länder. In denen gibt es beispielsweise ausschließlich für Sport- und Pferdewetten eine Regelung. Aktuell können private Betreiber aber auch in Schleswig-Holstein keine Lizenz mehr bekommen. 

Die deutschen Gesetze zur Regulierung des Glücksspiels werden sowohl von der Europäischen Kommission, als auch von den Bundesländern heftig kritisiert. Änderungen des Glücksspielgesetzes wurden im März 2017 deutschlandweit unterzeichnet. Nur sechs Monate später kam es zu einer überraschenden Wende. Schleswig-Holstein entschied sich plötzlich gegen die „Ratifizierung dieser Änderungen“ und machte von seinem Stimmrecht Gebrauch. Daraufhin kündigten auch Hessen und Nordrhein-Westfalen an, es dem nördlichsten Bundesland gleich zu tun. Das führte letztendlich dazu, dass die Änderungen nicht wirksam wurden und damit die Reform verschoben werden musste. Am 26. Oktober 2017 gab es dann auch noch eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, bei dem ein Poker- und Online Casino Verbot bestätigt wurde. Daraufhin führten die entsprechenden Regulierungsbehörden drastische Maßnahmen ein, die das Online Casino Verbot verschärften. Anfangs wurden nur Schreiben versandt, die den Betreibern untersagten, ihre Online Geschäfte weiter zu führen, doch inzwischen gehen die Initiativen soweit, dass damit gedroht wird Zahlungen zu sperren.   

Bulgarien

Bis auf Sofortlotto-Spiele gibt es eine gesetzliche Regelung für Lotto, Bingo, Casinos, Sport- und Pferdewetten sowie bei Poker. Für sämtliche Lotto-Spiele existiert ein staatliches Monopol. Für alle anderen Produkte können private Unternehmen inzwischen Lizenzen erwerben, denn die sogenannte Gnadenfrist für Glücksspiel war am 15. Oktober 2018 vorbei. Sofern ein Anbieter aus einem EU-Staat oder aus der Schweiz kommt, kann er eine bulgarische Lizenz beantragen. Eine ganze Reihe von Unternehmen sind diesem Angebot bereits nachgekommen. Rund 20 Genehmigungen hat Bulgarien mittlerweile verteilt. Darunter sind auch ausländische Glücksspielanbieter. Nachdem die Regierung des Balkanstaates die EU-Kommission über sämtliche Entwürfe zur Änderung der nationalen Glücksspielgesetze informiert hatte, wurden strengere Restriktionen für Glücksspielwerbung eingeführt. 

Belgien

In dem kleinen Benelux-Staat unterliegen Sport- und Pferdewetten, sowie Lotto, Bingo, Casinos und Poker der Regulierung. Für Lotto gibt es ein staatliches Monopol. Alles andere steht für private Unternehmen zur Verfügung. Online Anbieter müssen dort mit landbasierten Casinos kooperieren, um den „Anforderungen von landgebundenen Einrichtungen“ zu entsprechen. Bei einem bestimmten Glücksspiel-Segment vergibt Belgien 34 Lizenzen. Online Glücksspiel-Transaktionen sind seit März vorigen Jahres sogar von der Mehrwertsteuer befreit, laut königlichem Beschluss wird jedoch auch in Belgien die Online-Glücksspiel-Werbung eingeschränkt.