Geht Baden-Baden baden? So hätte man es im 19. Jahrhundert vielleicht nicht formuliert, aber sinngemäß stand dies im Raum. Spielbank Baden-Baden! Da klingeln jedem Freund des Glücksspiels die Ohren. Da wird in Erinnerungen geschwelgt. Da wird die Geschichte herangezogen. Baden-Baden und sein Casino gehören zusammen, wie Topf und Deckel. Und doch gab es Jahre, da war dies gar nicht selbstverständlich, und so manches stand auf der Kippe. Casinobonus360.de hat sich noch einmal mit der Geschichte der altehrwürdigen Spielbank beschäftigt und einen Blick zurück geworfen. Denn: vieles, was wir heute als selbstverständlich ansehen, kann schon morgen ganz plötzlich vorbei sein. Und das ein oder andere, das wir nur aus der Vergangenheit kennen, kann sich auf einmal wiederholen. Und meist ist es genau das, was man gerade am wenigsten gebrauchen kann. 

Der Anfang vom Ende des Casinos

Casino BadenAls es das noch nicht gab, was jetzt den Namen Bundesrepublik Deutschland trägt, war Baden-Baden Bestandteil des Großherzogtums Baden und fühlte sich Frankreich wesentlich mehr verbunden als dem großen preußischen Reich im Westen. Durch die Besatzung der französischen Armee in Zeiten Napoleons sah man sich durchaus als sehr frankophil veranlagt und so wundert es auch nicht, dass die Blütezeit des Casinos gerade in diese Zeit fiel. Paris war die Winterhauptstadt Europas, Baden-Baden die Sommerhauptstadt. Ja! Richtig gelesen! Alles was Rang und Namen hatte an Adeligen, Künstlern, Wirtschaftsbossen und sonstigen wichtigen Persönlichkeiten, traf sich im Sommer in dem Kurort, um die Thermalbäder zu genießen und im Casino zu zocken. Heute würde man wohl sagen, Baden-Baden gehörte zu den Hot-Spots in Europa - ähnlich wie Ibiza und Monte-Carlo. Die Zeiten waren demnach rosig für die Stadt, und man konnte sich auch nichts Anderes vorstellen. Aber wie es halt so kommt... Napoleon Bonaparte konnte sich auch nicht vorstellen einmal sein Kaiserreich zu verlieren, tat es dann aber doch, so dass die Karten in Europa neu gemischt wurden. Und so stand auch das Herzogtum Baden plötzlich im Fokus der Preußen. Zwischendurch versuchte man sich zwar ebenfalls in Revolution, wie das gesamt deutsche Reich, aber im Jahr 1848 sollte es dann doch noch nichts werden mit der Demokratie und einer Republik. Vielmehr kam es zu einer Besatzung durch die preußische Armee. Und hier ist auch der Knackpunkt der Casino-Geschichte. Die Herrscher aus Berlin bzw. Potsdam hatten nämlich ganz entschieden etwas gegen das Glücksspiel. Das Casino in Baden-Baden stand auf der Kippe. 

Vom Hot-Spot zum Kurbad

Nicht alle in Baden-Baden waren traurig über diese Entwicklung. Die Mediziner der Stadt sahen eine Chance das gesunde Leben mal wieder in den Vordergrund zu stellen. Schließlich war die Stadt ja auch ein Kurort und bekannt für seine Thermalquellen, die den Ruhm überhaupt erst ermöglicht hatten. Es wurden eifrig Pläne geschmiedet, um wieder zu altem medizinischen Glanz zu kommen, denn den sahen viele als verblasst an. „Die hiesigen Bade- und Heilanstalten entsprechen bekanntermaßen so wenig den Anforderungen der jetzigen Zeit wie den Einrichtungen der übrigen concurrirenden Badeorte … Man ist über die allereinfachste Benützung unserer reichen Quellenschätze, nämlich zu Thermalwasserbädern, nicht hinausgekommen,“ proklamierte der Großherzogliche Amtsarzt Julius Füsslin in seiner Denkschrift im Jahr 1864. Man hatte ganz einfach die badetechnische Infrastruktur vernachlässigt und verfügte jetzt nur noch über ein bescheidenes Altes Dampfbad, das aber beim Publikum nicht besonders gut ankam. Füsslin monierte weiter, dass Wiesbaden und Homburg, die beiden anderen Hochburgen des Glücksspiels, viel besser auf mögliche Schließungen vorbereitet seien. Und irgendwie ist der Mann erhört worden, denn es wurde tatsächlich mit dem Bau eines neuen Kurhauses begonnen. Zwar nicht unbedingt nach seinen Plänen, aber der 1869 begonnene Bau des Friedrichbades war letztendlich dann doch ein Schmuckstück. Viele sahen sich damit auf dem richtigen Weg, und so stimmte ein Kollege, Carl Frech, in folgender Beschreibung der Situation zu: „Die bisher besprochene Umwandlung der Kurorte in Vergnügungsplätze hat sich bei einzelnen derselben in einem Maße vollzogen, dass man unwillkürlich an die Glanzperiode der römischen Thermen erinnert wird“, und weiter „Dies ist besonders bei den Kurorten der Fall, welche das zweifelhafte Glück einer öffentlichen Spielbank besitzen.“ Und dass man gut daran tat, Vorkehrungen zu treffen, zeigte sich 1872, als nämlich das Verbot der Spielbanken tatsächlich in Kraft trat. Investitionen waren umso mehr unerlässlich: „Dies ist um so notwendiger, als mit der unvermeidlichen Aufhebung der Spielbank im Jahre 1872 eine Aenderung bevorsteht, deren tief einschneidende Wirkung vorzugsweise das europäische Luxusbad treffen wird, und den Kampf um das Dasein für so manchen ernster und schwerer gestalten dürfte, als es bis jetzt der Fall war.“

Und wie die Geschichte zeigte, war das mit dem Verbot keine Eintagsfliege, denn bis 1933 waren Spielbanken tatsächlich verboten. Da musste man als Kurort überleben und nicht als Stätte des Vergnügens. Zum Glück kann man heute wieder Im Casino in Baden-Baden sein Glück versuchen. Denn irgendwie gehört es ja doch zusammen, das Glücksspiel und Baden-Baden.