Was für den einen das Salz in der Suppe ist, könnte für den anderen das Salz in der offenen Wunde bedeuten. So war es schon immer in der Beziehung zwischen Köln und Düsseldorf. Ein ewig währender Streit unter den beiden rivalisierenden nordrhein-westfälischen Großstädten. 

Was die einen versäumt haben, soll bei den anderen gelingen. Oder anders ausgedrückt, was die einen erfolgreich verhindert haben, brocken sich die anderen gerade ein. Diesmal geht es nicht um Karneval, Bier oder Fußball, sondern um die Errichtung einer Spielbank. Das planen aktuell einige Politiker aus der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens – und zwar im Präsidentenschlösschen, das einen Teil des Gesamtgebäudes der Bezirksregierung darstellt.  In Köln hatte man fünf Jahre lang mit einem ähnlichen Projekt gerungen, aber letztendlich scheiterte es an den Widerständen einzelner Fraktionen. Auch von einem Teil der Bürgerschaft hagelte es Bedenken wegen dieses Projekts. Und das will sich Düsseldorf jetzt schnappen. Durch das neue Spielbankengesetz des Landes stehen die Chancen für eine Realisierung sehr gut. Hatte Köln vor fünf Jahren, unter der damaligen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, noch eine Lizenz beantragen müssen, so ist diese im neuen Entwurf gar nicht mehr vorgesehen. Die vier Standorte für Spielbanken in Duisburg, Dortmund-Hohensyburg, Aachen und Bad Oeynhausen bleiben erhalten, und zwei neue sollen dazu kommen. Ginge es nach den Düsseldorfern, dann wird eine davon in ihrer Stadt entstehen. Aber wie so oft, gibt es auch zu diesen Plänen kontroverse Meinungen, und es ist nicht so, dass alle Politiker und Bürger den Bau einer Spielbank befürworten. Schon im Vorfeld gibt es durchaus Bedenken. Wir wollen uns die Situation und die Argumente einmal anschauen, damit sie die Chance haben, sich selbst eine Meinung zu bilden; egal ob ihnen jetzt Alt oder Kölsch besser schmeckt. 

Spielbank - Was spricht dafür?

Spielbank DuesseldorfNiemand würde ernsthaft ein nobles Casino mit einer kleinen Spielhalle vergleichen. Spielbanken und Casinos stehen auch immer mit Kultur in Verbindung. Sofort assoziiert man Dostojewski und seine großartigen Spieler-Geschichten, man denkt an Marlene Dietrich, die lasziv durch die Hallen schlendert und an James Bond, der mehr als einmal einen Bösewicht beim Roulette besiegt hat. Die großen Spielbanken werden auch stets mit repräsentativen Gebäuden in Zusammenhang gebracht. Und das Düsseldorfer Präsidentenschlösschen der Bezirksregierung ist ein solches. Das zwischen 1907-1911 nach Plänen von Traugott von Salzwedel im Stil des Neobarocks erbaute Gebäude, ist Bestandteil des Gesamtkomplex Bezirksregierung. Als seitlich angelagertes Palais war es früher Wohnsitz des Regierungspräsidenten und wird heute für Empfänge genutzt. Für den SPD Landtagsabgeordneten Markus Wetzke also der ideale Standort: „Da die Regierungspräsidentin plant, ihre Beschäftigten aus den verschiedenen Dependancen an einem Standort auf dem ehemaligen Fachhochschulgelände in Golzheim zu konzentrieren, steht einem Casino in dem repräsentativen Präsidentenschlösschen und dem Plenarsaal nichts mehr im Weg.“ Dabei soll es hier nicht nur ums Spielen gehen. Den vielen internationalen Gästen der Messestadt könnte man in den Räumen des Regierungsschlösschens beispielsweise auch Kunstausstellungen bieten. Ein weiteres Argument ist absolut zugkräftig, das direkte Auswirkungen auf das Leben in der Landeshauptstadt haben könnte. Mit einem Casino ließe sich viel Geld verdienen, welches der Stadt auf anderem Wege wieder zugute käme. Die Rede ist von mehreren Millionen Euro. Das betrifft nicht nur die zu erwartenden Steuereinnahmen, sondern auch die Zahl der Besucher, die ein Spielcasino als zusätzliche Attraktivität in der Stadt ansehen.  

Was spricht dagegen? 

Wenn es um das Wohl der Allgemeinheit geht, muss man auch schon mal unpopuläre Entscheidungen treffen. Beim Nichtrauchergesetz war es nicht anders, und heute spricht kaum jemand mehr darüber; mit Ausnahme der passionierten Raucher natürlich, die der guten alten Zeit in ihren verräucherten Stammkneipen hinterher trauern. Es will niemand etwas vollständig verbieten, aber die Gegner des Projekts fürchten, dass somit ein zusätzlicher Anreiz zum Spielen geschaffen wird. Auch ein im historischen Gebäude des Präsidentenschlösschens hübsch verpacktes Casino ist und bleibt letztendlich eine Spielstätte mit all den Risiken, die sie für Spieler birgt. Mal abgesehen davon: wer sich die Casinos in Duisburg oder Dortmund ansieht, der findet dort sehr wenig von dem nostalgischem Charme eines James Bond Films oder eines Dostojewski-Romans wieder. Viel mehr sieht man sich von vielen blinkenden und lärmenden Spielautomaten umgeben, deren kultureller Wert eher umstritten ist. Die Casino-Gegner stellen öffentlich die Frage, ob man für Geld wirklich alles tun muss. Düsseldorf hat es doch in der Vergangenheit hinreichend bewiesen, dass man auch ohne die Mehreinnahmen durch eine Spielbank einen gesunden Haushalt hinbekommt. Vielleicht reicht es ja aus – so wie es die rheinischen Nachbarn in Köln vormachen - einfach die Parkgebühren zu erhöhen. Und das kulturelle Angebot kann man auch ohne Casino erweitern, finden die Gegner. Die Räumlichkeiten dafür sind vorhanden.  

Wie geht es aus?

Bis jedes Für und Wider in die Waagschale geworfen und hinreichend diskutiert wurde, wird sicherlich noch einige Zeit ins Land ziehen. So ist das nun mal bei politischen Entscheidungen. Bis es soweit ist, kann man die Zeit am sinnvollsten in einem seriösen Online Casino nutzen und in Ruhe abwarten, bis in Düsseldorf eine Entscheidung gefallen ist.