Endlich ist es soweit! Disney hat es wirklich spannend gemacht. Nach langem Rätselraten stehen nun auch die Starttermine des konzerneigenen Streamingdiensts für einige weitere europäische Staaten fest. Das kalifornische Unternehmen veröffentlichte via Twitter: „Den 31. März 2020 sollten sich Disney-, Marvel- und Star Wars-Fans im Kalender markieren. An diesem Termin startet Disney+, der Streaming-Kanal des Konzerns.“ Dieses Angebot gilt dann für Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien. Unklarheit herrscht aktuell noch über die Inhalte, die „gestreamt“ werden können. Offensichtlich ist es möglich, dass „die Titel je nach Territorium variieren können“. Jedenfalls schreibt Disney das auf Twitter. In den USA, Kanada und den Niederlanden ist der Dienst schon ab 12. November 2019 verfügbar und wuchert mit Highlights wie der Star Wars-Serie „The Mandalorian“.

Disney | Klassiker und neue Programme

Disney PlusDer Hinweis, dass in den einzelnen Ländern voraussichtlich unterschiedliche Programme angeboten werden, deutet darauf hin, dass die Film- und Serienrechte aktuell noch bei anderen Anbietern liegen. Bis diese Verträge auslaufen, beziehungsweise aufgelöst werden können, wird es wohl noch einige Zeit dauern. Der Konzern hat zudem als mittelfristiges Ziel bekanntgegeben, dass Disney+ in Zukunft der einzige Steaming Dienst sein wird, der die Inhalte des Unternehmens präsentiert. Das könnte sehr bitter für Amazon und Netflix werden, denn damit ist klar, dass sie zahlreiche Rechte an Disney-Serien und –Filmen verlieren werden. Und dazu gehören längst nicht nur die Animations- und Zeichentrick-Klassiker. Das komplette „Star Wars-Universum“ wird dann bald ebenso bei Disney+ landen, wie auch sämtliche Marvel-Produktionen. 

Zum Start bietet Disney+ eine ganze Reihe von Angeboten, die extra für den Streaming-Dienst produziert wurden. Da gibt es dann „High School Musical: Die Serie“, die Pixar-Serie „Forky asks a Question“ und auch eine Reality TV Show „The World according to Jeff Goldblum“ oder den Zeichentrick-Kultfilm „Susi und Strolch“ in einer Realfilm-Version. Und dann ist da ja noch dieses riesige Archiv, über das der Konzern verfügt. Ein großer Teil davon soll bereits zum Start abrufbar sein. Natürlich gehören dazu alle 30 „Simpsons“-Staffeln sowie die Zeichentrick-Klassiker „Bambi“ und „101 Dalmatiner“. Weitere Filme und Serien, die für Disney+ produziert werden, sind in Planung und werden zu einem späteren Zeitpunkt hinzukommen.

Gemischte Gefühle

Wahrscheinlich wird der neue Streaming Dienst selbst für die eingefleischtesten deutschen Disney-Fans wie ein doppelschneidiges Schwert daherkommen. Auf der einen Seite wird Freude darüber herrschen, dass sie nun endlich alle ihre Lieblingsinhalte auf Disney+ zur Verfügung haben, auf der anderen Seite benötigen sie schon wieder ein neues Abo. In den Niederlanden beträgt der Abonnements-Preis 6,99 Euro im Monat. Wieviel in Deutschland für den Dienst bezahlt werden muss, ist im Augenblick noch nicht bekannt. Aber man kann wohl davon ausgehen, dass es nicht merklich teurer wird, als bei den westlichen Nachbarn. Wenigstens eine weitere gute Nachricht kommt für die Bundesbürger hinzu. Disney hat angekündigt, dass sein Dienst über den Amazon Fire TV Stick empfangen werden kann, und Fire TV ist nun mal die am weitesten verbreitete Plattform im Bereich Streaming hierzulande.

Stick vs. Cube

Ob der Fire TV Stick allerdings noch lange im Umlauf ist, wird die Zukunft zeigen. Anlässlich der letzten Internationalen Funkausstellung in Berlin (IFA) präsentierte Amazon ein neues „Streaming Kraftpaket“: den Amazon TV-Würfel. Obwohl der Trend in der Technik doch eigentlich heißt „je kleiner, desto besser“, ist das neueste Fire TV Modell – gemessen am normalen Stick – um ein vielfaches größer. Es hat nicht nur im Umfang zugelegt, sondern auch im Können. 

Vielleicht erinnern Sie sich noch daran, dass Amazon 2018 den flachen Fire TV Kasten auf die Größe eines USB Sticks reduzierte. Und jetzt das! Dieser schwarze Fire TV Cube ist mit seinen Maßen von 8,6, x 8,6 x 7,7 cm im Vergleich zum Stick riesig und sieht obendrein verhältnismäßig hochwertig aus, und das trotz seiner Hülle aus Kunststoff. Für Deutschland einzigartig ist, dass er ein „volles Paket an Fern-Mikrofonen und integrierten Lautsprechern“ in sich birgt. Dadurch kann er zu großen Teilen auch ohne Fernbedienung und als sogenannter Echo Speaker verwendet werden. Das heißt: Sämtliche Grundfunktionen des TV-Geräts lassen sich nun auch mithilfe von Alexa bedienen.

Die BILD-Zeitung veröffentlichte unlängst einen Testbericht zum Fire TV Würfel von Amazon. Dabei war der Cube mit einem fünf Jahre alten Sony Fernseher gekoppelt. Das Ein- und Ausschalten bereitete keinerlei Probleme, ebenso wie die Lautstärken-Regulierung per Sprachbefehl. Für die Fernbedienung des Fire TV galt dasselbe. Ein Infrarot-Empfänger wird zu dem Cube mitgeliefert und kann an ihm angeschlossen werden. Dann hilft er bei der Einrichtung, falls man den Würfel hinter einem größeren Gegenstand oder einer Tür verbergen will. Eher negativ bewertet wurden einige andere Funktionen. Bis auf die Reihe „Ihre Apps und Channels“ lässt sich beispielsweise die Startseite beim Fire TV Würfel nicht gut individualisieren – und auch in diesem Fall gelingt das Anpassen nicht zu 100 Prozent zufriedenstellend. Hier kommt dann wieder eine grundsätzliche Schwäche des Fire TV Systems zum Tragen, die es nicht ermöglicht, bestimmte Inhalte und Apps individuell auf dem Home Bildschirm zu positionieren, wie es unter anderem bei Apple TV möglich ist.

Aber der technische Fortschritt schreitet unaufhörlich voran. Vielleicht ist es ja bald sogar möglich in ausgewählten Online Casinos Spielbefehle per Sprachsteuerung zu geben.