Reekmann (BupriS) fordert Neuausrichtung der Glücksspielregulierung

Martin Reekmann von BupriSEnde des Jahres gaben die Glücksspielaufsichtsbehörden der Bundesländer in ihrem Jahresbericht bekannt, dass der illegale Glücksspielmarkt weiterhin kräftig gewachsen ist und mittlerweile einen Marktanteil von 15,3 Prozent in Deutschland einnimmt. Dieses Wachstum ist keineswegs überraschend, bieten doch zahlreiche Online Casinos leichten Zugang über das Internet und überzeugen ihre Kunden mit einer großen Auswahl an verschiedenen Automaten Spielen. Der Bundesverband deutscher Spielbanken in Deutschland (BupiS) kommt nun zu der längst bekannten Einschätzung, dass das Verbot der Online Casino Spiele keinerlei Auswirkungen habe. Vielmehr wäre es wichtig, das momentan gültige Regelwerk den tatsächlichem Kundenverhalten anzupassen und das Verbot durch ein Konzessionsmodell zu ersetzen.

Außer Acht gelassen werden sollte hier nicht, dass Deutschland mit dem Verbot der europäisch-lizenzierten Online Casinos gegen geltendes EU-Recht verstößt! „Böse Zungen“ könnten nun natürlich sagen, „Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen“, wenn mit EU-Lizenzen ausgestattete Online Casinos in Deutschland als illegal bezeichnet werden, nachdem die Bundesrepublik momentan gegen unzählige EU- und Deutsche  Gesetze verstößt.

Martin Reekmann von BupriS: Konzessionsmodell längst überfällig

Martin Reekmann, vom Bundesverband deutscher Spielbanken in Deutschland brachte es auf den Punkt, warum das Verbot in Deutschland nicht greift. Seiner Meinung nach ist der erstmals veröffentlichte Jahresbericht durch die Glückspielaufsichtsbehörden und dem festgestellten Wachstum des illegalen Glücksspiels ein klarer Beleg dafür, dass ein Verbot von Casino Spielen im Internet überhaupt nichts bringt. Selbst sechs Jahre nach dem Verbot ist der gesamte Online Glücksspiel Markt von simplen Automaten Spielen bis hin zu Online Poker nahezu anderthalb mal so groß wie der der Spielbanken. Gingen frühere Prognosen noch davon aus, dass mit dem Verbot das Zocken im Internet zurückgehen würde, so muss nun festgestellt werden, dass das Gegenteil der Fall. Für Martin Reekmann steht vor allem der Verbraucherschutz im Vordergrund, dieser sei durch das Verbot im gesamten Online Bereich nicht gegeben. Wenn schon ein Verbot nichts bringt, so sollte die Politik sich an der Realität orientieren und zum Wohle der Zocker handeln. Ein Modell zur Regulierung und Lizenzierung der Online Casinos nach einheitlichen Standards würde endlich den Spielern rechtliche Sicherheit geben und sie aus der gesetzlichen Grauzone herausholen.

Aufmerksame Leser wissen natürlich auch, dass der „Spielerschutz“ ein vorgeschobenes Argument mit Alibi-Funktion für Menschen wie Martin Reekmann ist, um seiner Vereinigung größere Stücke vom Kuchen zu beschweren. Positiv hervorzuheben ist dagegen, dass sich Reekmann für eine Aufhebung des Verbots einsetzt auch wenn wir leider nicht wissen, wie sie Herr Reekmann eine solche Regulierung schließlich vorstellt.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Eine einheitliche Regulierung des Online Glücksspielmarktes hätte viele Vorteile für die Zocker wie auch für den Staat und so ist es schwer verständlich, warum sich die Politik in Deutschland nicht endlich einmal an die überfällige Veränderung der Gesetzgebung wagt. Vielleicht liegt es ja mittlerweile an einem Grundproblem in diesem Land, dass nichts mehr mit einem vernünftigen Plan umgesetzt wird, sei es die Flüchtlingsproblematik, der Bau von Großprojekten wie den BER, der Elbphilharmonie oder die Eurorettung. In allen Feldern wird heute lieber auf Sicht gefahren anstatt nach einem sinnvollen Plan zu agieren. Für Kanzlerin Merkel ist das Internet Neuland und genauso verhält es sich mit den Online Casinos. „Was ich nicht kenne und verstehe, dass ist unwichtig“. Nur dreht sich die Welt bekanntermaßen weiter. Jeder nutzt heute das Internet, Smartphones oder Tablets für die Arbeit, Social Medias oder eben auch zum Spielen von Slots. Anstatt den Markt zu regulieren und daran noch Geld durch Steuern zu verdienen, wird lieber der erhobene Zeigefinger ausgestreckt, der aber wohl kaum noch jemanden davon abhält seinem Hobby im Netz nachzugehen. Für die Freunde des Glücksspiels bleibt am Ende nur zu hoffen, dass die Forderungen in den letzten zwei Jahren durch die EU und jetzt die BupiS zu einem Umdenken in der Politik führen werden, doch wer dieses Land kennt, der schaut mehr als skeptisch auf die weitere Entwicklung.

 

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Reekmann (BupriS) fordert Neuausrichtung der Glücksspielregulierung
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Danke für lhre Wertung!
Von Gerda Hartig | 24. September 2018 | Kategorien: Glücksspiel-Gesetzgebung, Nachrichten | Labels: , , , |

Über den Autor: Gerda Hartig

Gerda Hartig
Nein, Frauen spielen in Online Casinos nicht nur Rubbellose oder Bingo. Und auch ansonsten bin ich alles andere als politisch korrekt. Ich sage was Sache ist in den Online Casinos, bei den Herstellern der Casinospiele und bei der Politik, welche den Spielerschutz vorschiebt, um doppelt abkassieren zu können.

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