Löwen EntertainmentEs ist für Novomatic wohl ein Schlag ins Gesicht. Denn wie nun bekannt wurde, soll das Unternehmen Löwen Entertainment, das ein Tochterunternehmen von Novomatic (Novoline/Book of Ra) ist, mit Manipulationsvorwürfen belegt worden sein. Doch, was ist wirklich dran an den Vorwürfen, dass Löwen Entertainment illegale Software eingesetzt haben soll?

Verdacht kommt von kleinen Betreibern

Der Verdacht, dass Löwen Entertainment illegale Software bei seinen Spielautomaten benutze, kommt keineswegs von offiziellen Behörden oder sonstigen Überprüfungsgremien. Vielmehr sind es kleine Betriebe, die nur wenige Spielautomaten in ihren Lokalen betreiben. Denn laut diesen Betreibern sollen bei den eigenen Spielautomaten die Gewinnquote höher sein als bei den Spielautomaten in den von Löwen Entertainment betriebenen Spielcasinos. Das hätte dann die Auswirkung, dass fremde Betreiber weniger Gewinn erzielen können, da die Spieler höhere Chancen haben würden, um bei den Spielautomaten zu gewinnen. In den von Löwen Entertainment betriebenen Spielcasinos hingegen könnten die Spieler laut der Vorwürfe nicht so gut gewinnen, wodurch die Spielcasinos deutlich größere Gewinne erzielen würden. Sicherlich ist dies ein sehr schwerwiegender Vorwurf, der allerdings nicht nur einen kleinen Haken hat.

Löwen Entertainment weist Vorwürfe zurück

Löwen Entertainment hat sich natürlich umgehend zu den Vorwürfen geäußert und wies diese strikt zurück. Denn diese Vorwürfe auf Manipulation seien einfach nur haltlos. Vielmehr könnte hinter diesem Verdacht ein schon seit Langem schwelender Streit zwischen Löwen Entertainment und Roland Grüber stehen. Grüber hatte bis vor kurzer Zeit noch zehn Spielhallen in  Deutschland betrieben und angeblich sei ihm aufgefallen, dass nach und nach immer mehr Geld an die Spieler ausgeschüttet worden sein und nur noch wenig von den Spielereinsätzen in den Spielautomaten geblieben seien. Und genau das sei laut Grüber nur in den von ihm angemieteten Löwen Spielautomaten der Fall sein. Daraus resultiere auch sein Vorwurf, dass Löwen Entertainment illegale Software für diese Automaten eingesetzt habe.

Löwen Entertainment hingegen kann diese Vorwürfe eigentlich auch schon dadurch ausräumen, dass alle Spielautomaten von der Physikalisch Technischen Bundesanstalt (PTB) überprüft und zugelassen worden seien und das nach der PTB auch alle Spielautomaten einer Bauart immer die gleiche Software enthalten. Daher gäbe es bei den Spielautomaten, die an externe Betreiber vermietet oder verkauft worden seien auch keine Unterschiede zu den von Löwen Entertainment eingesetzten Spielgeräten.

Streit vor Gericht ausgeweitet

Laut Roland Grüber hätte es eine Erhöhung der Auszahlungen zwischen 2006 und 2012 gegeben, was ein vom Gericht bestellter Gutachter auch bestätige. Der Gutachter von Löwen Entertainment habe jedoch keinerlei Hinweise auf eine Manipulation dafür gefunden. Zumal mehr Auszahlungen ja auch nicht zwangsläufig eine manipulierte Software widerspiegeln.

Auch Novomatic stellt sich hinter sein Tochterunternehmen und verweist in seinem Statement auf die Ausführungen von Löwen Entertainment.

Vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth muss nun die Frage geklärt werden, ob es wirklich Softwaremanipulationen gab, die zu erhöhten Auszahlungen geführt haben. Es geht dabei um neun ganz bestimmte Bauarten von Löwen Spielautomaten und deren eingebauter Softwarekomponente.  Allerdings bleibt es bis zum jetzigen Zeitpunkt fraglich, ob sich dieser Verdacht auf Manipulation überhaupt bestätigt. Denn Löwen Entertainment hätte in Wirklichkeit von solchen Manipulationen keinen Profit und würde sich schließlich eher selbst Schaden zufügen...