Mafiaboss wegen illegalen Online Casinos verurteilt!

illegalen Online CasinosSchon immer hat die Mafia die Menschen fasziniert, denn die Mitglieder, die sich nur allzu gern selbst als ehrwürdig und tugendhaft bezeichnen, verbinden Zusammenhalt, Ehrgefühl und Verschwiegenheit mit der Faszination an Kaltblütigkeit und Gnadenlosigkeit, wenn es um die Vermehrung der eigenen Geschäfte geht. Mit der Trilogie „Der Pate“ von Francis Ford Coppola und Marlon Brando und Al Pacino in den Hauptrollen, die sich vornehmlich mit dem amerikanischen Ableger der Cosa Nostra beschäftigte, gelang die Welt aus Mord, Geld und Einfluss in die Köpfe von Millionen Zuschauern. Doch wie immer klaffen zwischen Fiktion und Realität deutliche Lücken, denn seit der Einführung der Kronzeugenregelung in Italien, ist es mit dem obersten Gesetz des Schweigens innerhalb der Mafia, der Omerta, nicht mehr weit her. Hunderte Bosse wurden mittlerweile in Italien in den Knast geschickt und Milliarden an Vermögenswerten beschlagnahmt, doch mehr als ein paar Störungen stellt dies im weitverzweigten Geflecht zwischen den Familien der Cosa Nostra, der Camorra und der ’Ndrangheta nicht dar. Drogen, Erpressungen und natürlich auch das lukrative Glücksspiel bilden schon seit mehr als 150 Jahren die Haupteinnahmequellen der altehrwürdigen Mafia, doch nun wurde der Betrieb zahlreicher illegaler Online Casinos in Italien, dem zur ’Ndrangheta zugehörigen Nicola Femia, auch bekannt als Rocco, zum Verhängnis und brachten ihm eine saftige Haftstrafen von insgesamt 26 Jahren und 10 Monaten ein.

Die ’Ndrangheta in Italien zählt zu den ältesten Mafiaorganisationen und die Ursprünge lassen sich dabei bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen. Gegenüber anderen Mafias wird bei der ’Ndrangheta der Blutsverwandtschaft immer noch ein hoher Stellenwert beigemessen und so kommt es noch heute vor, dass Frauen aus der Familie gegen ihren Willen in andere Familien einheiraten müssen, um so die ’Ndrangheta auszudehnen.

Alles illegal! – 50 Spielotheken, 1.500 Spielautomaten und diverse Online Casinos

Über ganze drei Jahre zog sich der Prozess gegen Nicola Femia und weitere 28 Personen des illegalen Glücksspielrings in die Länge, bevor nun endlich die Urteile verlesen wurden. Bis zum Jahr 2013, in dem der Ring durch italienische Polizei und Finanzbehörden zerschlagen wurde, betrieb Nocola Femia, als oberster Kopf, im ganzen Land an die 50 illegale Spielotheken mit fast 1.500 gefälschten und manipulierten Spielautomaten. Hier wurde nicht nur auf Grund der Manipulationen den Spielern kräftig das Geld aus der Tasche gezogen, sondern auch fleißig mit Mafia-Methoden das geschuldete Geld von Spielsüchtigen eingetrieben. Zusätzlich dienten diese illegale Zockerbuden dazu, Spieler auch für die eigens betriebenen Online Casinos zu begeistern. Unter den in Rumänien und Großbritannien gehosteten Seiten Vivacasinoelite.com, Davidcasino.com, Vanillascasino.com und 888Suite.com fand hier der Zocker von Spielautomaten, über Roulette, bis hinzu Bingo alles was das Herz begehrte und dazu auch noch wunderschön auf den italienischen Markt zugeschnitten. Die wenigsten Nutzer dürften jemals geahnt haben, dass ihr eingezahltes Geld nun in den Fängen der Mafia liegt und ihren Reichtum mehrt. Die Geschäfte mit den in Italien illegalen Seiten, da sie natürlich keinerlei Lizenzen für den regulierten Markt hatten und sich auch an keine der Regeln wie zum Beispiel seriöse Online Casinos in Deutschland hielten, liefen lange Zeit hervorragend und die Gewinne sprudelten. Jeden Monat flog Nicola Femia nach Großbritannien, um sich bei seinem Komplizen Massimiliano Rizzo seinen Anteil von umgerechnet 25.000 US-Dollar abzuholen. Rizzo war vor allem für den Aufbau, den Betrieb und dem Hosten der Seiten verantwortlich.

Der Gesamtwert des illegalen Glücksspielimperiums, inklusive der Online Casinos, der 1.500 Spielautomaten und den fast 50 Spielotheken belief sich laut Staatsanwaltschaft auf fast 65 Millionen US-Dollar. Wie viele Spieler jedoch bei diesen manipulierten Angeboten auf den verschiedenen Internetcasinos und den Spielautomaten durch Betrug ihr Geld verloren, lässt sich bis heute kaum ermitteln. 

Der Journalist Giovanni Tizian brachte die Ermittlungen ins Rollen

Den Stein ins Rollen und damit auch die Ermittlungen, die am Ende 2013 zur Verhaftung von Nicola „Rocco“ Femia führten, brachte der investigative Journalist Giovanni Tizian vom Regionalblatt Gazzetta di Modena, der über Monate die Verbindungen zwischen dem Mafiaboss, seiner Familie, der ’Ndrangheta und dem illegalen Glücksspiel recherchierte und zahlreiche Artikel dazu veröffentlichte. Dabei zog sich Tizian auch den Ungemach von Nicola Femia höchstpersönlich auf sich und wurde von diesem auch damit bedroht, sein Mundwerk für immer stopfen zu wollen, wenn er nicht aufhören würde, über die illegalen Machenschaften der Familie zu schreiben. Selbst diese Morddrohung, die aus den Mündern der Mafia immer ernst zu nehmen ist, hielt den Journalisten nicht von seinen Untersuchungen ab und so führten seine gesammelten Beweise dazu, das sich auch die italienische Finanzpolizei mit dem Mafiaboss und seinen Online Casinos und Spielotheken zu beschäftigen begann. Unzählige Telefonate zwischen Femia, der Familie und anderen Mitgliedern des Ringes wurden abgehört und überführten am Ende den Boss und 28 weitere Personen. Vor Gericht gab es nun, auf Grund von Erpressung, dem Betrieb illegaler Online Casinos und Spielotheken, sowie den daraus hinterzogenen Steuern für den 56-jährigen Mafiaboss 26 Jahre und 10 Monate, für seine 32-jährige Tochter Guendalina 10 Jahren und 3 Monate und für seinen 26 Jahre alten Sohn Nicola Rocco 15 Jahren Aufenthalt im Staatsgefängnis. Massimiliano Rizzo, der in Großbritannien vor allem den Betrieb der virtuellen Spielhallen sicherstellte, konnte eine Verbindung zur Mafia nicht nachgewiesen werden und so kam er mit 3 Jahren Haft noch recht gnädig davon.

Ebenfalls Gegenstand der Verhandlung waren die Drohungen gegen den Journalisten Giovanni Tizian. Auch hier kam das Gericht in Bologna zu einem Schuldspruch gegen Femia. Dieser muss nun, neben der sehr langen Haftstrafe, auch noch umgerechnet rund 53.000 US-Dollar an Schadenersatz an Tizian zahlen.

Quellen:

http://www.azonlinecasinos.com/
https://www.cardschat.com/
https://www.tightpoker.com/

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Von Engelbert Breitner | 24. September 2018 | Kategorien: Nachrichten, Vermischtes | Labels: , |

Über den Autor: Engelbert Breitner

Engelbert Breitner
Das Online Glücksspiel ist für mich die beste Erfindung seit Pac Man. So bin ich froh darüber, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Meine bevorzugten Casinospiele sind Roulette, Black Jack und natürlich Spielautomaten. Meine Casino Erfahrungen möchte ich hier mit vielen gleichgesinnten Usern teilen.

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