Die im letzten September beschlagnahmten Luxus-Limousinen von Mitgliedern eines Hagener Casino-Clans sind nun erfolgreich versteigert worden. Allerdings nicht im Online Casino, sondern vom Hagener Landgericht. Wie schon einmal berichtet, soll der Clan durch Softwaremanipulationen die Umsatzausdrucke von Spielgeräten verfälscht und somit Steuerschulden in Höhe von über 48 Millionen Euro verursacht haben. Das Strafverfahren am Hagener Landgericht läuft derzeit. Im Zuge der Ermittlungen hatte die Polizei einige Fahrzeuge sichergestellt, und acht von ihnen wurden nun vom Finanzamt Hagen über eine Online-Plattform versteigert. Die neuen Besitzer der Autos überwiesen der Behörde zusammen knapp 1 Millionen Euro.

Casino Luxus Luxusautos brachten teilweise den erhofften Gewinn

Die beschlagnahmten Luxuskarossen wurden an den Meistbietenden versteigert. Nach dem letzten Stand konnten dabei im Einzelnen folgende Ergebnisse erzielt werden:

Mit 271.600,- Euro brachte ein orangefarbener Lamborghini Aventador LP700-4 mit 700 PS (Erstzulassung 9/2015, 20.278 Kilometer) den größten Gewinn.

Deutlich unter dem Schätzwert von 234.770 Euro blieb dagegen ein weiterer Lamborghini Huracan in matt-lila (610 PS/ Erstzulassung 5/2017, 10.495 km). Er ging für 182.200,- Euro an einen neuen Besitzer.

Über dem gutachterlichen Zeitwert (144.000 Euro) landete dagegen ein auffälliger, mit Goldfolie verzierter Mercedes Benz SLS-Klasse AMG (571 PS, Erstzulassung 3/2011, 47.198 km). Für ihn erlöste das Finanzamt Hagen in der Auktion die Summe von 160.100,- Euro.

Mit stolzen 150.300,- Euro, die weit über dem Zeitwert liegen, landete ein grüner Mercedes GT-Klasse AMG (584 PS, Erstzulassung 9/2017, 2657 km).

Auch noch über der Hunderttausend-Euro-Grenze waren die Einnahmen für einen Mercedes Benz S Coupé S 63 AMG (584 PS, Erstzulassung Mai 2017, 43.853 km). Er erbrachte stolze 112.600,- Euro.

Eher „günstig“ waren dagegen ein Mercedes CLS 63 AMG (524 PS, Erstzulassung: 9/2011, 86.402 km) mit 34.600,- Euro, ein Mercedes CL 63 AMG (543 PS, Erstzulassung 4/2010, 120.458 km) für 29.600,- Euro und ein BMW 123 D DPF für 3161,- Euro – dieser allerdings mit Schäden.

Clan wehr sich weiterhin gegen die Vorwürfe

Die in dem Prozess Angeklagten und deren Strafverteidiger bestreiten weiterhin jegliche Vorwürfe und sprechen von einer Hetzjagd. Dabei stellt sich natürlich berechtigterweise die Frage, was würde nach einem Freispruch passieren? Erhält der Clan dann die Fahrzeuge zurück oder eine Entschädigung? Und wie wird diese bemessen? Am Zeitwert der Fahrzeuge oder am Erlös der Auktion? Zu einem laufenden Verfahren kann und darf der Leiter des Finanzamtes Hagen, Dietmar Zitzelsberger, nichts sagen. Die sehr allgemeine Auskunft ist, dass üblicherweise nur der Erlös der Versteigerung erstattet wird. Es wird davon ausgegangen, dass die erzielten Preise realistisch sind, da es sich um eine Versteigerung auf einer normalen Online-Plattform handelte. Dabei sei es üblich, beschlagnahmte Waren schon vor dem Prozessende zu versteigern, da dieser ja vielleicht erst in ein paar Jahren stattfinden würde.

Prozess geht weiter

Der laufende Prozess geht mit zusätzlichen Zeugenbefragungen weiter. Verschiedene Befangenheitsanträge der Verteidigung waren im Vorfeld abgelehnt worden. Bis in den Januar wurden dabei Prozesstermine festgelegt. Solche Verfahren bringen Glücksspiele und Spielstätten weiter in Verruf. Zwar gibt es einige schwarze Schafe, aber der Großteil der Betreiber handelt seriös. Ob es nun stationäre Spielstätten sind oder auch die immer beliebteren Online Casinos.