In Liechtenstein diskutiert die Politik wieder einmal über die Casinos. Im Landtag fanden zuletzt heftige Debatten statt über die Entwicklung der neuen Spielcasinos. Gestritten wird vor allem darüber, ob weitere Casinos in Liechtenstein zugelassen werden sollen oder nicht.

Casino Gewinn KasinoErst seit kurzer Zeit Casinos in Liechtenstein

Als im August 2017 das Casino Admiral in Ruggell eröffnete, war das ein Meilenstein für die Glücksspiel-Fans in Liechtenstein, denn zum ersten Mal nach über 150 Jahren gab es plötzlich in Liechtenstein wieder eine echte Spielbank. Möglich geworden war die Eröffnung durch eine Änderung des Geldspielgesetzes. Ein weiteres Casino ist bereits eröffnet worden: das Casino Schaanwald von Casinos Austria. Zwei weitere Casino-Projekte sind in Planung. Da es zum Teil großen Widerspruch in der Bevölkerung gegen die Casino-Projekte gibt, setzt sich nun auch die Politik wieder mit diesem Thema auseinander. Durch ein Postulat der Fraktion der Partei „Vaterländische Union“ musste sich nun die Regierung in einer umfassenden Debatte wieder mit dieser Thematik befassen. Dabei wurde deutlich, dass es sehr unterschiedliche Auffassungen über die weitere Entwicklung der Casinos in Liechtenstein gibt.

Im Postulat der VU-Fraktion wird die Regierung aufgefordert, eine „sinnvolle Eingrenzung“ der Gesamtzahl der Casinos in Liechtenstein zu prüfen. Derzeit ist keine Begrenzung in Liechtenstein vorgesehen. Jeder Antragsteller, der die Konzessionsbedingungen erfüllt, hat die Möglichkeit, ein Casino zu bauen. Allerdings hatte die Liechtensteiner Politik ganz offensichtlich nicht damit gerechnet, dass in kürzester Zeit gleich mehrere Casinos entstehen würden. Uneinigkeit herrscht allerdings bei der Frage, wie viele Casinos für Liechtenstein sinnvoll wären. Aber es ging in der Debatte im Liechtensteiner Landtag nicht nur darum, die Anzahl der Casinos zu begrenzen. Auch Spielerschutz war ein wichtiges Thema. Beispielsweise wurde angeregt, Sperrlisten mit der Schweiz und Österreich auszutauschen.

Akzeptanz der Casinos in Bevölkerung wichtiges Thema

Für Politiker wird die Situation immer dann brenzlig, wenn sich die Bevölkerung gegen sie stellt. Bei den Casino-Projekten in Liechtenstein sind Diskussionen um den Standort mittlerweile schon Standard. Deswegen wird diskutiert, ob es nicht eine gute Idee sei, den Standort an bestimmte Bedingungen zu knüpfen. Durch derartige Regeln könnte zum Beispiel sichergestellt werden, dass ein Casino nicht in einem Wohngebiet gebaut wird. Potenzielle Ruhestörung ist bei einem Casino, das typischerweise bis spät in die Nacht geöffnet hat, immer ein relevantes Thema. Darüber hinaus wurde aber auch diskutiert, ob die Akzeptanz in der Bevölkerung nicht dadurch erhöht werden könnte, dass die Einnahmen aus dem Glücksspiel direkt in soziale Projekte fließen würden.

Eine Zweckbindung der Casino-Einnahmen hat aktuell im Liechtensteiner Landtag wohl keine Mehrheit. Aber die aktuelle Debatte hat gezeigt, dass es sehr unterschiedliche Positionen gibt. Die Casino-Gegner, die überhaupt keine Casinos in Liechtenstein sehen möchten, scheinen in der Minderheit zu sein. Aber es spricht einiges dafür, dass sich die Casino-Gesetze in Liechtenstein in naher Zukunft ändern könnten. Vergleiche mit der Schweiz, Österreich und Deutschland zeigen, dass es durchaus möglich wäre, die Anzahl der Spielbanken zu begrenzen und eine starke Kontrolle auszuüben. In Deutschland werden zum Beispiel auch sehr hohe Steuern auf die Einnahmen von Spielbanken erhoben, sodass der Staat einen hohen Nutzen hat vom Glücksspiel.

Liechtenstein hinkt der Entwicklung beim Glücksspiel hinterher

Die Debatte um die landbasierten Casinos in Liechtenstein ist fast ein bisschen anachronistisch. In den meisten anderen europäischen Ländern gibt es schon seit Jahrzehnten Spielcasinos, ohne dass die Bevölkerung daran Anstoß nehmen würde. Allerdings muss der Fairness halber erwähnt werden, dass Liechtenstein ein sehr kleines Land ist, in dem manche Veränderungen sehr viel schwerer durchzusetzen sind als in größeren Ländern. Es ist nicht zu erwarten, dass Liechtenstein die bereits gebauten Casinos abwickeln wird. Aber es ist denkbar, dass in Zukunft eine strengere Regulierung stattfinden wird. Bei der Debatte im Landtag wurde deutlich, dass die meisten Politiker nicht damit gerechnet hatten, dass durch die Änderung des Geldspielgesetzes im Jahr 2016 derart schnell gleich mehrere Spielbanken in Liechtenstein gebaut worden.

Auch beim Online-Glücksspiel tut sich Liechtenstein schwer. Die Debatte über eine Lizenz für Online Casinos ist erst kürzlich verschoben worden. Zwar ist es in Liechtenstein problemlos möglich, in attraktiven Casinos wie dem Orient Xpress Casino oder dem Game Twist Casino zu spielen. Aber im Landtag gibt es aktuell keine Mehrheit für eine Casino-Lizenz in Liechtenstein. Für die vielen Glücksspiel-Fans, die im Internet spielen, ist das einstweilen kein Problem, da gesetzlich geregelt ist, dass die Spieler, die in ausländischen Casinos online spielen, nicht belangt werden können. Aber wie viele andere Länder zeigt sich Liechtenstein gespalten, wenn es darum geht, moderne Regelungen für Glücksspiele offline und online zu schaffen. Hier alles weitere zu Liechtenstein lesen!