HaftstrafenSie gingen ins Casino um das große Geld zu scheffeln. Unter dieser Prämisse gehen sicherlich viele Menschen in ein Casino doch die beiden Menschen, die jetzt vom Gericht zu Haftstrafen verurteilt wurden, kamen außerhalb der Öffnungszeiten. Zwei Brüder aus dem beschaulichen Freiburg wollten im Spielcasino des Örtchens Bad Krozingen das große Geld herausholen und sich dabei nicht auf ihr Glück bei dem Automatenspiel verlassen.

Von moderner Technik noch nie etwas gehört

Vor drei Jahren brachen die Brüder im Spielcasino ein und stahlen über 72.000 Euro. Das Problem war nur, dass die Ordnungshüter der Polizei den Brüdern auf die Schliche kam und sie natürlich anklagte. Vor dem Amtsgericht ist nunmehr das Urteil gegen die beiden unerbetenen Besucher des Casinos ausgesprochen worden. Der Tathergang ist dabei durchaus kurios, denn der Täter verschaffte sich zunächst über ein Fenster, welches er selbst eingeschlagen hatte, Zugang zum Casino. Nun möchte der logische Menschenverstand doch meinen, dass ein Mensch mit derartigen Absichten schnell und möglichst unauffällig vorgeht. Kein Einbrecher möchte ja schlussendlich erwischt werden. Der Täter jedoch hielt sich sogar mehrere Stunden lang im Casino auf und wurde Hauptakteur eines Überwachungsfilms. Das entsprechende Video zeigt sehr deutlich, wie der Einbrecher Geldwechselautomaten sowie Safes und Spielautomaten in aller Hergottsruhe aufgebrochen hat.Damit jedoch noch nicht genug, der Täter schien offenbar sogar einen persönlichen Groll gegen das Casino zu haben. Nachdem er seine Beute in Höhe von knapp 72.000 Euro eingesammelt hatte betätigte er sogar noch einen Feuerlöscher und verursachte auf diese Weise einen Sachschaden in Höhe von knapp 63.000 Euro. Sein älterer Bruder sowie eine weitere Person betätigten sich als Komplizen und haben offenbar ebenfalls noch nicht sonderlich viel von modernen Ermittlungsmethoden der Polizei gehört. Obgleich die beiden Männer das Casino selbst nicht betraten und es für klüger hielten außen Wache zu halten, so nutzen sie für die Kommunikation mit dem im Casino befindlichen Einbrecher ihre Mobiltelefone. Dass dadurch Kommunikationsdaten entstehen könnten, die vor Gericht später einmal durchaus eine empfindliche Beweislast darstellen, kam den Tätern wohl nicht in den Sinn. Allerdings muss gesagt werden, dass der dritte Komplize ein wenig cleverer war. Seine Kommunikationsdaten konnten nicht eindeutig zugeordnet werden.

Stillschweigen vor Gericht

Die Ermittler gehen bislang davon aus, dass der dritte Komplize durchaus ebenfalls familiäre Bindungen zu den Haupttätern hat. Es könnte sich um den Cousin der beiden Geschwister handeln. Alle Beteiligten sind bereits in mehreren Fällen einschlägig vorbestraft und haben vor Gericht bisland keine Aussage zur Anklage gemacht. Der Einbrecher selbst ist derzeitig jedoch nicht nur für den Einbruch in dem Casino angeklagt. Wenige Monate nach dem Einbruch im Casino brach er in eine Freiburger Tankstelle ein, indem er eine Gipswand einschlug. Die Polizei geht daher davon aus, dass er mit einer entsprechenden Fachkenntnis - beispielsweise durch eine Maurerausbildung - ausgestattet ist. Die Verteidigung der Angeklagten plädierten vor Gericht für einen Freispruch aus Mangel an Beweisen. Die Staatsanwaltschaft forderte indes eine Haftstrafe. Der Einbrecher sollte drei Jahre sowie neun Monate ins Gefängnis gehen während sein vier Jahre älterer Bruder drei Jahre Haft antreten sollte.Die Täter, die sich bei ihrem Einbruch nicht gerade clever angestellt haben, wurden jeweils zu zwei Jahren sowie neun Monaten bzw. zwei Jahren nebst sechs Monaten Haft verurteilt. Nach der Entlassung haben sie definitiv einen guten Grund, ihr Glück auf legalem Weg in einem Casino zu versuchen. Gegen beide Brüder laufen Pfändungen, die sich auf Schadenersatzansprüche aus den Straftaten heraus ergeben.