Komarek und Smejc wie TemelinDer Traum des österreichischen Finanzministers Schelling, die Casinos Austria AG zu 100% in österreichischen Besitz zu bekommen und diese dann mit Gewinn zu privatisieren, hat sich bekanntlich mit dem Einstieg der beiden tschechischen Milliardären Karel Komarek (KKCG) und Jiří Šmejc (EMMA Capital) in die sprichwörtliche Luft aufgelöst. Vor kurzem haben diese indirekt 11,34 % der Casinos Austria AG erworben (über die Austrian Gaming Holding wurde die CAME Holding GmbH der DONAU-Versicherung AG übernommen). Bus vor kurzem war auch Peter Goldscheider zusammen mit den beiden am Spieltisch, dieser hat aber vor kurzem seine Involvierung beendet.

Österreich spielt – Tschechien handelt

Mit diesem linken Hacken haben die Tschechen einen für die meisten sehr undurchsichtigen und äußerst komplizierten Syndikatsvertrag der Medial Beteiligungs-Gesellschaft ausgeknockt. Während die weiteren Beteiligten des Casino-Spiels sich noch vom Schock erholen darf man gespannt sein, ob diese neue Schlagstärke hierzulande weitere blaue Flecken hinterlassen wird. Immerhin bezeichnen sich Karel Komarek und Jiří Šmejc als self-made-Manager und stellen den Anspruch ihre Investitionen mit voller Kraft und zu 100% zu verteidigen. Speziell Jiří Šmejc ist in Tschechien und Russland dafür bekannt, dass er sich bei allen seinen Tätigkeiten mit Halbherzigkeiten nicht zufrieden gibt.

Griechenlandkrise? – nicht im Glücksspiel

So sind beide seit 2012 mit ihren jeweiligen Unternehmen an der staatlichen griechischen Lotterie-Unternehmen OPAP beteiligt und haben diese in den drei Jahren bereits stark geprägt. Mit weiteren Partnern halten sie 33 % am Aktienkapital und der Lohn dafür ist die Geschäftsführung. Ein Anspruch, den Šmejc bei all seinen Beteiligungen stellt. Unter Berücksichtigung der gegenwärtigen schwierigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen in Griechenland kann sich das Ergebnis für 2014 sehen lassen. Mit einem Gewinn im Jahr 2014 nach Steuern von 199 Millionen Euro (2012: 505 Mio Euro) und einem shareholders equity von 1,235 Mrd. Euro (2012: 1,162 Mrd Euro) ist klar, dass die beiden es verstehen, dass den Griechen trotz bzw wegen der Krise die Freude am Spielen nicht verloren geht. Aufmerksamkeit sollte auch die Entwicklung der Mitarbeiterzahl geben. In diesen drei Jahren ist diese nämlich von knapp 1.000 MitarbeiterInnen auf knapp 700 MitarbeiterInnen und somit und rund 30% gesunken.

Öl – Finanz – Medien: Ein Erfolgstrio

Ein Öl/Gas-Mann (Komarek) und ein Finanzexperte (Šmejc) am Ruder scheinen nicht lange zu zögern, sondern nehmen einfach dieses in die Hand und geben die Schlagzahl vor. Nachdem Šmejc bereits einige Jahre Erfahrungen in der Medienwelt sammeln konnte (er hat Nova TV zu einer der erfolgreichsten Fernsehstationen in Zentraleuropa gemacht und diese für rund einer Mrd. Dollar an das US-Unternehmen CME verkauft) machen die Gerüchte über eine Partnerschaft in Österreich mit der Dichand-Familie Sinn.

Zu den involvierten Personen und Unternehmen

Karel Komarek gehöhrt die KKGC in Limassol, Zypern. Jiří Šmejc wiederum die Emma Capital in Tschechien. In die Casinos Austria investieren diese via ihr eigens dafür gegründetes Vehikel namens Austrian Gaming Holdings.

Novomatic ist im österreichischen Gumpoldskirchen beheimatet ist der grösste Spielautomaten-Hersteller der Welt und vertreibt seine Spiele auch online unter der Marke Novoline.

 

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