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KiKA zieht Schlussstrich unter den Spielsucht-Skandal

Spielsucht-SkandalDer deutsche Kinderkanal KiKA ist nicht gerade dafür bekannt, Online Casino Spiele anzupreisen oder Pokerrunden öffentlich zu versenden, doch war es gerade dieser Fernsehkanal, dessen Programm sich an die Zielgruppe der 3- bis 14-jährigen richtet, der vom schwersten Skandal in der Geschichte des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks getroffen wurde. Fast 10 Millionen Euro an Schaden entstanden dem Sender und den Gebührenzahler, denn kein geringer als der Herstellungsleiter Marco Kirchhof persönlich veruntreute wohl jahrelang riesige Gelder, um seine eigene Spielsucht zu finanzieren. Jetzt einige Jahre später, zum 20. Geburtstag scheint das unrühmliche Kapitel für den Kindersender KiKA abgehakt zu sein, doch lohnt es sich trotz dessen noch einmal den gesamten Fall Revue passieren zu lassen. 

Herstellungsleiter Mario Kirchhof war ein gern gesehener Gast im Casino Erfurt

Anfang Dezember 2010 stürmte die Polizei in die Büros des Sender KiKA in Erfurt und verhafteten den noch an seinem Arbeitsplatz sitzenden Herstellungsleiter Marco Kirchhof und rechte Hand des Programmgeschäftsführers Steffen Kottkamp direkt vor den Augen der verdutzten Mitarbeiter. Bestechlichkeit, 48-mal Untreue in besonders schweren Fällen und dazu noch Schmiergeldzahlungen warf die Staatsanwaltschaft ihm vor, alles zu Kosten des eigenen Senders, denn Michel Kirchhof war zu diesem Zeitraum wahrscheinlich spielsüchtig und Stammgast im Casino Erfurt, bei dem er pro Woche, laut Aussagen der dortigen Mitarbeiter, gern einmal 20.000 Euro in der Woche verzockte. Für die Jahre 2008 konnte die Spielbank 97 , für 2009 ganze 77 und im Jahr 2010 sogar 103 Besuche von Herrn Kirchhof belegen, aber einmal nachzufragen wo die ganzen Millionen herkamen, dafür schien sich im Casino in Erfurt niemand so richtig zu interessieren. Auch in den Casinos von Potsdam, Berlin und Leipzig war der der Herstellungsleiter von KiKA ein gern gesehener Gast. Seine Spielsucht finanzierte sich Marco Kirchhof über selbst ausgestellte Scheinrechnungen und fingierten Papieren von Komplizen und erleichterte den Sender allein um stolze 6,7 Millionen Euro.

Klaus-Peter E. Bereicherte sich mit 1,9 Millionen Euro

Nachdem die Polizei in den Büros bei KiKA eingerückt war, klickten auch an anderen Orten im Bundesgebiet im darauffolgenden April die Handschellen, denn Marco Kirchhof war nicht der einzige gewesen, der sich am Geld der Gebührenzahler bereicherte. Dabei richteten sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen 5 Personen aus dem Sender und 6 Geschäftsführern aus anderen Unternehmen. Hier schlugen die Ermittler sowohl in Berlin, als auch Thüringen und Baden-Württemberg mit Razzien zu. Besonders zu Tage trat dabei mit Klaus-Peter E. der Chef eines Medienunternehmen aus der Bundeshauptstadt. Er soll jede Mengen fingierter Rechnungen an KiKA erstellt haben, ohne dafür irgendwelche Leistungen erbracht zu haben und hierüber den Sender ebenfalls um bis 1,9 Millionen Euro erleichtert haben.

Vor Gericht gab Klaus-Peter E. reumütig zu: “Ich frage mich heute, warum, ich mich auf all das eingelassen habe.” Neue Geschäftsfelder wollte der Chef eigentlich aufmachen doch am Ende lief alles aus dem Ruder. Entgegen vielen angeklagten wies er bei der Schudfrage nicht auf andere, sondern übernahm für sein Handeln die Konsequenzen und verwies noch einmal auf seine eigene Rolle im Skandal: „Marco K. musste mich nicht zwingen, ich habe aus freien Stücken gehandelt.”

Der MDR schlug alle Warnungen in den Wind

Nach dem Bekanntwerden des Vorfalls bei KiKA wurden sämtliche Vorgänge durch den MDR und das ZDF beim Sender und die Rolle, die Marco Kirchhof dabei einnahm, gründlichst untersucht, um herauszufinden wie es soweit kommen und ein hochgestellter Mitarbeiter Millionen an Euro für seine Spielsucht im Casino abzweigen konnte, ohne das es jemanden großartig auffiel. Im erstellten Revisionsbericht wurde bemängelt, dass vor allem der MDR, als Aufsichtsinstanz, völlig versagte. Schon lange vorher meldeten Revisionsprüfungen, beispielsweise durchs ZDF oder dm Hessischen Rundfunk, bedenkliche Schwachstellen innerhalb des Systems beim Sender KIKA. Die schlanken Strukturen und kaum genutzten internen Überprüfungen oder externe Überwachungen begünstigten regelrecht Veruntreuung. Zudem wurden auch zahlreiche Hinweise in den Wind geschlagen und Verdachtsmomenten nicht nachgegangen, obwohl die Verfasser des Revisionsberichts durch Gespräche mit Mitarbeitern zum Schluss kamen, dass die oberste Chefetage von der Spielleidenschaft mit gehörigen Summen durch Marco Kirchhof gewusst haben musste. Hier richtet sich die Kritik vor allem an die beiden Programmgeschäftsführer bei KiKA Frank Beckmann und Steffen Kottkamp, die beide in der besagten Zeit den höchsten Posten beim Sender innehatten.

Bereits im Oktober 2009 wies eine Untersuchung des HR und des ZDF auf eklatante Mängel bei KiKA im Kontrollsystem hin und die Anti-Korruptionsbeauftragte des MDR wurde eingeschaltet. Trotz dessen ging das Treiben noch rund ein Jahr so weiter, denn als Person zum Umsetzen der verbesserten Kontrollen bei KiKA wurde ausgerechnet Marco Kirchhof beauftragt.

Frank Beckmann verließ rechtzeitig KiKA

Nach der Erstellung des Revisionsberichts über den Casino-Skandal bei KiKA durch MDR und ZDF, fiel das Licht in dem ganzen Sumpf auch auf den ehemaligen Programmgeschäftsführer des Senders Frank Beckmann, der bis 2008 diese Position beim Sender innehatte, bevor er noch vor dem Skandal rechtzeitig hinüber zum NDR ging und dort die Rolle des Programmdirektors einnahm. Laut der Untersuchung ist davon auszugehen, dass Beckmann von der Spielsucht und den wöchentlichen Besuchen in den Casinos von Mario Kirchhof Kenntnis gehabt haben muss. Auch wenn ihm die Tragweite vielleicht nicht bewusst war, so war es doch grob fahrlässig, Meldungen und Verdachtsmomenten nicht nachzugehen. Dieser stritt alle Beschuldigungen gegen ihn vehement ab, obwohl auch in dem Bericht festgehalten wurde, dass Beckmann sehr wohl von einem Mitarbeiter auf die ständigen Casino Ausflüge Kirchhofs angesprochen wurde, er darauf hin allerdings nur lapidar geantwortet hätte: “Ich kenne Marco, so ist er nun einmal.” Vom Nachrichtenmagazin Taz darauf angesprochen, erklärte er nur, dass sich der betreffende Mitarbeiter an diesen Vorfall und an das Gespräch wohl anders erinnern würde, als er selbst. Ebenfalls sollen nach dem Revisionsbericht Skat- und BlackJack Turniere im Hause von Marco Kirchhof stattgefunden haben, bei denen, neben anderen Mitarbeitern von KiKA, sich auch Frank Beckmann ein ums andere mal vergnügte.

Bis zu der Verhaftung von Kirchhof im Jahr 2010, soll der ganzen Betrug zu Finanzierung der Spielsucht in den Casinos, bereits seit 8 Jahren gelaufen sein, davon war Frank Beckmann allein 6 Jahr der Vorgesetzte von Kirchhof.

Auch der neue Programmgeschäftsführer bei KiKA Steffen Kottkamp machte keine gute Figur

Genau wie bei Frank Beckmann, kam auch beim neuen Programmgeschäftsführer von KiKA, Steffen Kottkamp, die Revision zu keinem guten Ergebnis. Auch mit dem Wechsel in der Spitze des Senders, änderte sich nichts an der laschen Haltung zu Hinweisen gegen Kirchhof und seiner Spielleidenschaft. Deshalb sahen sich die Verantwortlichen auch dazu genötigt ihm im Jahr 2013, so lange hatten Überprüfungen, Beweisaufnahmen und der Gerichtsprozess gegen Marco Kirchhof und Klaus-Peter E. gedauert, zu beurlauben und später fristlos zu kündigen. Im Raum hingen eklatante Verdachtsmomente aus den Jahren 2008 und 2009, bei denen es um überhöhte Rechnungen einer externen Firma an den Sender KiKA ging. Daraufhin zog wiederum Kottkamp vor Gericht und lies mitteilen, das er sich hier nicht als Bauernopfer an den Pranger stellen lassen würde. Am Ende landete alles vor dem Arbeitsgericht und hier einigten sich beiden Parteien, der MDR und der gekündigte Programmgeschäftsführer außergerichtlich.

Beide Parteien einigten sich, aus der fristlosen, eine formgerechte Kündigung zu machen, bei der dann am Ende der Vertrag mit dem 31. Dezember 2013 beendet wurde.

Kirchhof in Haft, Klaus-Peter E. auf Bewährung und Beckmann zahlt sich frei

Spielsucht kann nicht nur teuer sein und zudem noch Familie und Freundeskreis zerstören, sie kann am Ende auch zum Gefängnis führen. Trotz der Annahme, dass eine ausgewiesene Sucht Marco Kirchhof dazu brachte, mehrere Millionen Euro beim Sender KiKA zu veruntreuen und in den Casinos zu verzocken, lag eine gehörige kriminelle Energie vor und so bekam er in zwei Prozessen 2011 und 2012 insgesamt ein Haftstrafe von mehr als 6 Jahren aufgebrummt. Sein Komplize, der Chef eines Medienunternehmens in Berlin Klau-Peter E. Kam mit rund 2 Jahren auf Bewährung davon, da er alle ihm zu Last gelegten Punkte einräumte und zur Aufklärung des Falls mit beitrug. Der mächtigste, involvierte Spieler in diesem Skandal, der ehemalige Programmgeschäftsführer Frank Beckmann, jedoch entzog sich einem Gerichtsurteil durch die Zahlung einer Summe von 30.000 Euro, was zur Einstellung des Verfahrens führte. Zudem bekam er als Belohnung auch noch 2013 die Vertragsverlängerung beim NDR, welche ihm bis zum Jahr 2018 einen lukrativen Posten beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk verschafft.

Bis heute ist diese Spielsucht-Skandal um Veruntreuung und Casinos der größte in der Geschichte des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Fast 10 Millionen Euro an Schaden sind dabei entstanden, von denen bisher nur gerade einmal 2,3 Millionen Euro von den Verurteilten zurückerlangt werden konnten.

Quellen

http://www.taz.de/!5121148/

http://www.tagesspiegel.de/medien/steffen-kottkamp-kika-chef-entlassen-der-wehrt-sich/7931056.html?gclid=CKG39OeJqLYCFUiN3godRU8A5w

http://www.sueddeutsche.de/medien/kinderkanal-teure-bilanz-1.2465112

 

 

KiKA zieht Schlussstrich unter den Spielsucht-Skandal
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Von | 2017-03-16T09:32:54+00:00 16. März 2017|Kategorien: Nachrichten, Vermischtes|Tags: , , |

Über den Autor:

Das Online Glücksspiel ist für mich die beste Erfindung seit Pac Man. So bin ich froh darüber, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Meine bevorzugten Casinospiele sind Roulette, Black Jack und natürlich Spielautomaten. Meine Casino Erfahrungen möchte ich hier mit vielen gleichgesinnten Usern teilen.

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