Estoril in Portugal

Nicht nur Motorsport

Das Kasino im portugiesischen Estoril ist an Exklusivität kaum zu übertreffen. Es beherbergt mehr als 700 Spielautomaten, aber auch Freunde des Rouletts, Black Jacks und Pokers kommen an den 35 Tischen voll auf ihre Kosten. Das Ambiente ist hochklassig, was nicht zuletzt an der Geschichte des Ortes liegt. Der Aufstieg begann Anfang des 20. Jahrhunderts, als ein wohlhabender Kaufmann das Ziel verfolgte, Estoril zum portugiesischen Biarritz zu machen.

Estoril in Portugal: Clubs, Hotels, Kasino

Neben vornehmen Klubs, edlen Restaurants, zahlreichen Sportanlagen und einem Kasino entstand auch das berühmte Hotel „Palácio“. Mit seiner Eröffnung 1930 wurde der Südexpress verlängert. Die Zugverbindung mit Beginn in der französischen Hauptstadt endete nun nicht mehr in Lissabon, sondern brachte Gäste in das mondäne Estoril.

Mit dem Beginn des 2. Weltkrieges verschlug es viel Prominenz in das verträumte Örtchen. Könige wie Umberto II. von Italien fanden in Estoril ebenso ihr Domizil wie Wirtschaftsgiganten und Ökonomen. Der portugiesische Diktator António de Oliveira Salazar gewährte den einflussreichen und ökonomisch gut gestellten Gästen eine vorübergehende Heimat im noblen Hotel Palácio, dass übrigens 1969 als perfekte Kulisse für einen der James-Bond-Filme diente. Die Gäste vertrieben sich die Zeit tagsüber gern am Strand und abends im Kasino.

Das Kasino von Estoril in der Gegenwart

Das historische Kasino musste 1968 einem Neubau weichen, doch immer noch liegt es in nächster Nähe zur Nobelherberge. Es ist mit seiner dunklen Glasfassade und den beleuchteten Lettern kaum zu übersehen und lockt mit dem Charme der späten sechziger Jahre auch heute noch eine Million Gäste jährlich an. Sie spülten im Jahre 2013 rund 60 Millionen Euro Umsatz in die Kasse.

Zwar beeinflusste die Wirtschaftskrise im Jahre 2008 mit Gewinneinbrüchen mit mehr als 30 Prozent das Ergebnis, doch das Management setzt dagegen. So locken zahlreiche Kunstaustellungen und Konzerte viele Besucher an und das chinesische Restaurant zählt zu den besten Portugals.

Die zu leistenden Abgaben von 50 Prozent der Bruttoeinnahmen tragen wesentlich zur Entwicklung der touristischen Infrastruktur von Estoril bei. So konnte jüngst eine neue Uferpromenade aus diesen Mitteln finanziert werden. Bleibt zu hoffen, dass viele Gäste den Weg zu diesem schönen Fleckchen Erde mit seiner langen Tradition finden.