Kartellgericht untersagt Novomatic die Übernahme der CASAG

Übernahme der CASAGDieses Jahr wird wohl für den österreichischen Glücksspielriesen Novomatic, trotz des Rekordumsatzes im ersten Halbjahr, wohl nicht mehr zu den erfolgreichsten in der Firmengeschichte werden, denn nun untersagte das Kartellgericht dem Konzern die Übernahme der Casino Austria AG. Lange Zeit lieferte sich Novomatic mit dem tschechischen Konsortium Sazka Group eine Bieterschlacht und erst nach zähsten Verhandlungen fanden beide Parteien zueinander. Gemeinsam wollten sie nun die CASAG übernehmen, doch jetzt zerplatzen ihre Träume wie Seifenblasen. Am Freitag fand hinter verschlossenen Türen und ohne Öffentlichkeit der Gerichtstermin statt, der klären sollte ob und vor allem mit welchen Auflagen Novomatic die Casino Austria übernehmen dürfe. Bis heute gab es keinerlei abschließendes Urteil, denn alle Parteien, Novomatic und die österreichischen Wettbewerbsbehörden, verhandelten hartnäckig weiter, denn bis zum 3. September hätte eine Einigung erzielt werden müssen. So lange ließen sich die Damen und Herren dann doch nicht Zeit und ließen sie heute die Bombe platzen, dass die Auflagen, die Novomatic hätte erfüllen müssen um sich die CASAG unter den Nagel reißen zu können, für das Unternehmen untragbar waren.

Novomatic-CEO Harald Neumann dazu: "Es hat sich leider herausgestellt, dass die Wettbewerbsbehörden und insbesondere der vom Kartellgericht bestellte Gutachter einen Standpunkt vertreten haben, der eine für Novomatic vertretbare Lösung nicht möglich gemacht hat. Ein Großteil der geforderten Auflagen wäre für die Novomatic-Gruppe wirtschaftlich nicht vertretbar und hätte auch eine entsprechende positive Entwicklung der CASAG konterkariert."

Die Auflagen waren für Novomatic nicht annehmbar

Das Kartellgericht kam zu der Auffassung, dass der Markt erheblich eingeschränkt worden wäre, wenn Novomatic die gewünschten Auflagen nicht erfüllen würde. Zu den Forderungen gehört auch der Verkauf einiger Casinos und anderer Standorte des österreichischen Glücksspielriesen in Tschechien, zudem sollten auch die begehrten Video Lottery Terminals eingeschränkt werden, für die die CASAG das alleinige Monopol in Österreich zum Betrieb besitzt. Genau hier jedoch liegt der Knackpunkt, denn genau auf diese VTL`s hatte es Novomatic abgesehen und wollte nach geglückter Übernahme diesen Sektor massiv ausbauen. Die CASAG besitzt mehrere tausend Lizenzen für diese Video Lottery Terminals, nutzt allerdings davon gerade einmal 700 tatsächlich aus. Allein diese 700 VTL`s erwirtschaften für die Casino Austria AG jährlich 400 Millionen Euro. Novomatic wollte den Schatz der brachliegenden Lizenzen heben und witterte schon ein Milliardengeschäft, doch nun wird vorerst nichts daraus.

Für den Harald Neumann ist das Ganze absolut nicht nachvollziehbar und er verwies auf die, durch das staatliche Monopol der CASAG bedingte, besondere Wettbewerbssituation: "In diesem Bereich sind die wesentlichen Wettbewerbsparameter ohnedies staatlich streng reguliert. Wir haben bis zuletzt für eine für alle Beteiligten vertretbare Lösung gekämpft. Um wesentliche wirtschaftliche Nachteile vom Unternehmen abzuwenden, konnten wir die geforderten Auflagen nicht akzeptieren."

Natürlich konnte sich auch der Geschäftsführer von Novomatic ein paar Seitenhiebe in Richtung der zuständigen Richter und der Politik nach dem Misslingen der CASAG-Übernahme nicht verkneifen. Er verwies auf die nun in Zukunft verminderten Steuereinnahmen und das nun Ausbleiben eines segment- und unternehmensübergreifenden Spielerschutzes. Ebenfalls überdenken wird Novomatic zukünftige Investitionen in Österreich, denn zum Vergleich zu Deutschland oder den USA stellt der kleine Markt in Österreich eher ein Zubrot dar.

Eine Tür ist für Novomatic noch offen

Die Auseinandersetzungen mit den österreichischen Gerichten wird wohl noch eine Weile weitergehen. Zwar hat Novomatic dieses Jahr einige Schlappen einstecken müssen, wie den Verlust einiger Lizenzen für Casinos und nun das Verbot zur Übernahme der CASAG, doch wird sich das Unternehmen davon nicht abhalten lassen vor das Kartellobergericht zu ziehen und da noch einmal alles zu versuchen den Deal doch noch über die Bühne zu bekommen. Allerdings ist es schwer vorstellbar, dass das Kartellobergericht zu einer anderen Einschätzung kommen wird, denn das untergeordnete Kartellgericht stellte fest, dass bei einer Übernahme der Casino Austria AG durch den Glücksspielkonzern, eine marktbeherrschende Stellung nicht nur auf dem Casinomarkt in Wien entstehen würde, sondern auch auf dem Automatenmarkt im Burgenland, in Niederösterreich, dazu in Wien, Oberösterreich und in Kärnten. Die Karten für Novomatic, doch noch an die Beute zu kommen, stehen also mehr als schlecht, doch nicht ganz aussichtslos.

Wie es allerdings dann mit der CASAG weitergeht steht in den Sternen, sie könnte eigenständig bleiben, Novomatic und die Sazka Group behalten ihre Anteile und schröpfen Gewinne ab oder beide Parteien verkaufen ihre Anteile an einen Dritten, der dann zum Besitzer der Casino Austria AG werden würde. Sollte der letztere, eher unwahrscheinlichere, Fall eintreten wäre dies ein Chance für den deutschen Glücksspielkonzern Gauselmann in Österreich dick ins Geschäft einzusteigen.

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Über den Autor: Engelbert Breitner

Engelbert Breitner
Das Online Glücksspiel ist für mich die beste Erfindung seit Pac Man. So bin ich froh darüber, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Meine bevorzugten Casinospiele sind Roulette, Black Jack und natürlich Spielautomaten. Meine Casino Erfahrungen möchte ich hier mit vielen gleichgesinnten Usern teilen.

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