Caesars EntertainmentBereits im November 2014 spekulierten Insider, dass für Caesars Entertainment aus Chicago die Luft bei einer Schuldenlast von 22 bis 25 Milliarden US-Dollar dünn werden könnte. Der Versuch, den riesigen Schuldenberg durch den Verkauf von Anlagen abzuwenden, schlug fehl. Damit war ein Bankrott vorprogrammiert.

Vorsorglich wurde das Tafelsilber im letzten Jahr an das Tochterunternehmen Caesars Entertainment Operating Co, kurz CEOC, übergeben. Die CEOC – so der Plan – sollte im schlimmsten Fall unter das Dach der geschützten Insolvenz nach Kapitel 11 des US-amerikanischen Insolvenzrechts huschen. Damit wären die wertvollen Aktiva wie beispielsweise die Online-Poker Plattform und die „Social Poker Development Studios“ sicher gewesen.

Diese Annahme könnte sich nun als trügerisch herausstellen. Zwar hatte Caesars Entertainment mit den sogenannten „Senior Creditors“, also den vorrangigen Gläubigern, eine Einigung erzielt und damit letzte Woche den Weg zur geschützten Insolvenz frei gemacht, doch offenbar hatte man die Rechnung ohne die „Junior Creditors“ gemacht. Die nachrangigen Gläubiger reichten nämlich drei Tage vor der Beantragung der geschützten Insolvenz für das Tochterunternehmen Caesars Entertainment Operating Co einen Insolvenzantrag ein.

Es könnte sein, dass sich die nachrangigen Gläubiger ungerecht behandelt fühlen, was Caesars Entertainment teuer zu stehen kommen könnte. Zur Erklärung: Bei Insolvenzverfahren nach Kapitel 11 wird nicht nur der Betrieb des Unternehmens weitergeführt, sondern es kommt auch zu Auszahlungen in Form von Barem und Firmenanteilen. Demnach sollten die „Senior Creditors“ ungefähr 92 Cent pro geschuldetem Dollar erhalten, während nur 10 Cent pro geschuldetem Dollar für die „Junior Creditors“ herausspringen sollten.

Nun entscheiden die Gerichte über Caesars Entertainment

Caesars Entertainment ist sich natürlich bewusst, was durch den Insolvenzantrag der rebellischen Gläubiger auf dem Spiel steht und beantragte eine Abweisung desselben. Allerdings meinte die Richterin Shira Scheindlin, dass nicht alle Gläubiger gleich behandelt würden und schmetterte den Antrag ab. Sie bezeichnete die Vorgehensweise von Caesars Entertainment sogar als illegal und der Verkauf des Tafelsilbers an das Tochterunternehmen schien ihr unrechtmäßig. Kein gutes Zeichen!

Jedenfalls liegen die Insolvenzanträge beider Mannschaften in dem Spiel um viele Millionen Dollar erst einmal auf Eis. Jetzt muss festgestellt werden, ob das Gericht in Illinois oder im Bundesstaat New York zuständig ist, wo die Kontrahenten ihre Anträge einreichten. Wir halten euch über die Entwicklung auf dem Laufenden.