Novomatic HexenjagdTrotz des Gesetzes zur Bekämpfung des illegalen Glücksspiels in Österreich gibt es dort viele illegale betriebene Spielautomaten. Das zeigt eigentlich, dass das Gesetz in Österreich zur Reduzierung der Spielautomaten gescheitert ist. Denn es ist zwar richtig, dass es offiziell und ganz legal nun weitaus weniger Glücksspielautomaten gibt, aber dafür ist die Zahl der illegalen Spielautomaten im ganzen Land sehr hoch. Das Geschäft damit floriert und es lohnt sich für die Betreiber ja auch. Die Entdeckungsgefahr ist gering und Steuerabgaben werden auch nicht mehr fällig für illegale Spielautomaten.

Doch das immer wieder vorgeschobene Alibi des  Spielerschutzes hin oder her – ein Konzern mischt beim Denunziantentum oder der Inquisition kräftig mit und zwar in Form einer bekannten Webseite und in Form eines eigenen „Jägers“, der in Namen des „Spielerschutzes“ die Betreiber illegaler Spielautomaten aufspürt und anzeigt. Natürlich reden wir hier wieder einmal von Novomatic und seinen Handlangern!

Etwa 1.500 illegale Spielautomaten

Gert Schmidt, „Spielerschützer", Gründer der Novomatic-nahen Webseite spieler-info.at (!) und verlängerter Arm von Novomatic, hat nun eine Schätzung erhoben, wie viele illegale Spielautomaten es in ganz Österreich trotz des Verbotes noch gibt. Mit der Zahl von rund 1.500 illegalen Spielautomaten hat er dabei eine eher schockierende Nachricht ans Licht gebracht. Dass da etwas gegen unternommen werden muss, leuchtet wohl jedem ein, nur was hat Gert Schmidt damit zu tun? Gert Schmidt "kümmert" sich darum, dass die Zahlen sinken, auch wenn es eigentlich in der Verantwortung des Staates und damit bei der Finanzpolizei läge. Schließlich geht er im Namen von Novomatic auf die Suche nach den illegalen Glücksspielgeräten und bringt dies dann auch zur Anzeige. Aber angeklagt werden diese illegalen Betreiber der Spielautomaten dann oft nicht durch den Staat, sondern durch Novomatic!

Zusammen mit sieben Mitarbeitern, von denen drei immer inkognito in ganz Österreich auf der Suche nach illegalen Spielautomaten sind, hat sich Gert Schmidt ganz "der Bekämpfung des illegalen Glücksspiels gewidmet". Hier fällt uns eigentlich nur noch ein Sprichwort ein: „Der grösste Lump im ganzen Land, das ist bleibt der Denunziant!“ (August Heinrich Hoffmann von Fallersleben)

Schon viele Geräte aufgedeckt

Gert Schmidt und sein "Team" haben mittlerweile schon sehr viele illegale Spielautomaten aufgedeckt, die natürlich auch alle akribisch dokumentiert werden, damit es eine „ordentliche Anzeige“ geben kann. Selbst in den Bundesländern, in denen das Automatenspiel ganz untersagt ist und wo es gar keine Spielautomaten geben dürfte, wurden Schmidt und sein Team fündig. Aber auch in den Bundesländern, in denen das Automatenspiel noch erlaubt, jedoch lizenzpflichtig ist, wurden die Kontrolleure fündig. Die Lizenzen zum Betrieb von Automatenspiel haben dabei größtenteils die Novomatic-Tochter Admiral bekommen. Auch deswegen wird Schmidt oft als verlängerter Arm von Novomatic dargestellt, zumal er auch mit Johann Graf, dem Novomatic-Eigentümer gut bekannt ist.

Anzeigen und Novomatic als Hauptkläger!

Natürlich werden alle illegalen Betriebe bei den Behörden zur Anzeige gebracht. Die Strafen dafür sind aber teils sehr gering, sodass es keine wirklich abschreckende Wirkung hat. Das ändert sich bei den illegalen Betrieben aber spätestens dann, wenn Novomatic gegen sie klagt und dabei richtig hohe Strafen zur Geltung bringt. Denn Strafen bis zu eine Million Euro sind bei diesen Privatklagen drin, was sicherlich sehr abschreckend wirken dürfte. Denn wenn der illegale Spielautomateneinsatz von diesen Betreibern weitergeführt wird, dann müssen sie zahlen. Aber auch bei den richtig schlimmen Betreibern wirkt das noch nicht einmal großartig, auch nicht, wenn es um Beugehaft geht.

Ob der Staat daher wirklich durch diese Aufdeckungen profitiert, ist fraglich. Es wird versucht, die Gesetze umzusetzen, das auf privatem Weg durch Novomatic und seine Handlanger. Es ist schon richtig, dass es für die Spieler, die beim Spielen an illegalen Spielautomaten keinen Schutz vor Betrug genießen, es vorteilhaft ist, wenn etwas gegen die Betreiber illegaler Spielautomaten unternommen wird. Aber warum mischt sich hier an erster Stelle wieder ein Konzern ein, der selbst mit Glücksspiel sein Geld verdient und „rein zufällig“ eines der wenigen Lizenznehmer in Österreich ist?