Während in Norwegen über Fahrverbote von Kreuzfahrtschiffen in den heimischen Fjorden diskutiert wurde, die Agrarlobby Brasiliens ihre Muskeln spielen ließ und im indischen Ozean die Algenernte für das neue Superfood aus Sansibar begann, ging es in der hessischen Landeshauptstadt recht vergnüglich zu. Der Hessische Münzautomaten-Verband e.V. (HMV) und der Dachverband der Deutschen Automatenwirtschaft e.V. (DMV) hatten gemeinsam nach Wiesbaden zu einem Sommerfest eingeladen. Neben etlichen Gästen aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft fand man auch Volker Bouffier, den hessischen Ministerpräsidenten, unter den gut gelaunten Besuchern. Begrüßt wurden sie mit launigen Worten von Georg Stecker, dem DAW-Vorstandssprecher, sowie von Michael Wollenhaupt, dem 1. Vorsitzenden des HMV. Ebenfalls auf der Gästeliste befand sich der Präsident des Hessischen Landtags Boris Rhein. Auch er hatte sich vergnügt unter die Gäste gemischt. Am Ende des feierlichen Abends wurde der AIDS-Hilfe Wiesbaden ein Spendenscheck überreicht, den der amtierende Geschäftsführer Axel Krecik stellvertretend und dankbar annahm.

Glücksspiel Schwarzmarkt bekämpfen

Bad Fuessing Casino„Wir müssen Spieler-und Jugendschutz gewährleisten und dürfen gleichzeitig den vielen rechtschaffenen Unternehmern nicht die Existenzgrundlage nehmen. Deshalb ist der Weg der Angebotsreduzierung durch quantitative Maßstäbe nicht klug, der Weg der Qualität hingegen ist es“, verlas der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier in seinem Grußwort. Landtagspräsident Boris Rhein fand folgende Worte: „Glücksspiel ist seit 5000 Jahren Teil der Kultur”. Es wäre niemandem damit gedient, wenn man das Spielen grundsätzlich verbiete, betonte er. “Entscheidend sind jedoch die Rahmenbedingungen, unter denen das Spiel stattfindet. Deshalb begrüßen wir die Initiativen der Branche, die Qualität des gewerblichen Automatenspiels noch weiter zu stärken.” Und auch aus dem Mund von DAW-Vorstandssprecher Georg Stecker kamen deutliche Worte: „Eine gute Regulierung gängelt legale Anbieter nicht, sondern – im Gegenteil – sie stärkt sie. Denn nur mit einem ausreichend attraktiven Angebot kann die Branche ihren Kanalisierungsauftrag aus dem Glücksspielstaatsvertrag erfüllen und wirksamen Spieler- und Jugendschutz leisten. Und nur mit einem attraktiven legalen Angebot lässt sich auch der Schwarzmarkt wirkungsvoll und effektiv bekämpfen,”

Schieflagen verhindern

Im Moment schielt alles hin zum neuen Glücksspieländerungsstaatsvertrag, der im Jahre 2021 endlich in Kraft treten soll. So fordert auch Georg Stecker  “…eine kohärente Regulierung aller Spielformen nach Qualitätskriterien.” Selbstverständlich geht es in seinen Augen auch darum, das gewerbliche Automatenspiel neu zu regulieren, und zwar nach qualitativen Kriterien. Es sei überaus wichtig, betont er, zusätzliche Schieflagen am Markt zu verhindern und die legalen Anbieter zu unterstützen. Dem 1. Vorsitzenden des HMV, Michael Wollenhaupt, fehlen die Grundlagen für Entscheidungen, damit Kommunen und Städte zum Beispiel bei der Problematik von Abstandskollisionen besser handeln können. “Die Regulierung in Hessen steckt in einer Sackgasse,” stellte er ganz nüchtern fest. Die hessischen Automatenunternehmer seien verunsichert, ist seine Meinung, da es an Planungssicherheit fehlt. Außerdem werde in seinen Augen einer zukünftigen Generation von Automatenunternehmern die Chance vorenthalten, in einem Familienunternehmen zu wachsen, das auch die Mitglieder des Hessischen Münzautomaten-Verband e.V. sowie den HMV-Arbeitskreis der Jungunternehmer mit einschließt. “Zukunftssicherheit für Unternehmen” fordert Michael Wollenhaupt und brach eine deutliche Lanze für “Zugangssysteme bei allen Glücksspielangeboten.”

HMV engagiert für Zukunftssicherung

Seit 48 Jahren existiert er bereits, der Hessische Münzautomaten-Verband e.V. (HMV) und vertritt vehement die breiten Interessen der Automatenaufsteller in Hessen bei verschiedenen Entscheidungsträgern. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Entscheidungsträger aus der kommunalen Verwaltung kommen, oder ob auf Landesebene debattiert werden muss. Der HMV engagiert sich insbesondere für die Sicherung der Zukunft des gesamten Gewerbes und nimmt sich auch unangenehmen Problemfeldern an, die aus dem Hessischen Spielhallengesetz resultieren, wie die immer komplizierter werdende Spielautomatensteuer beispielsweise. Insgesamt rund 300 Automatenaufstell-Unternehmer sind in dem Verband aktuell organisiert, und es werden stetig mehr. Damit die Interessen der Aufsteller auch bundesweit gebündelt werden können, hat sich der HMV auch dem Bundesverband der Automatenunternehmer e.V. (BA) angeschlossen, in dem mittlerweile 2.000 Aufsteller-Unternehmen vertreten sind.

DAW beschäftigt aktuell 500 Auszubildende

Auch der Deutsche Automatenwirtschaft e.V. gehört zu den Spitzenverbänden der Branche. Er fungiert als Vertretung für das stationäre gewerbliche Spielen mit Geld und ist – parallel zu Lotto und den staatlichen Spielcasinos – ein legaler und geregelter Glücksspielanbieter. Der Verein hat sich beispielsweise zum Ziel gesetzt, “… ein sauberes und sicheres  Spiel in unseren Spielhallen sicherzustellen und für weitergehende Regeln zu werben, wenn sie den Spielgästen dienen, die Behörden entlasten und zu einem Mehr an Verbraucherschutz führen.” Mit dem Slogan “Wir spielen fair!” hat der DAW e.V. eine breit angelegte Plakat-Werbung in Deutschen Städten initiiert und diese Maßnahme noch durch eine breit gefächerte Anzeigen-Schaltung unterstützt. Hierbei geht es um eine Aufklärungskampagne zu den 5 wichtigsten Regeln im Glücksspiel,  Der Deutsche Automatenwirtschaft e.V. besteht aus 5.000 Unternehmen – vorwiegend des Mittelstands – die in den Gebieten Automatenaufstellung, Großhandel und Industrie zu Hause sind. Neben 70.000 Arbeitsplätzen, von denen drei Viertel mit weiblichen Angestellten besetzt sind, bildet der DAW e.V. auch aus. Derzeit erlernen rund 500 Auszubildende einen der zwei automatenspezifischen Berufe Automatenfachfrau/-mann oder Fachkraft für Automatenservice. Ob sich in Zukunft auch die Anbieter von seriösen Online Casinos in Vereinen und Verbänden organisieren bleibt abzuwarten.