Karben ist ein beschauliches Städtchen im hessischen Wetteraukreis, das zum Regierungsbezirk Darmstadt gehört. Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein – und so soll es auch bleiben. Jedenfalls, wenn es nach den Stadtoberhäuptern geht. Und damit sich auch tatsächlich nichts ändert, und sich vor allen Dingen keine weiteren Casinos und Wettbüros in ihrer Heimatstadt ansiedeln, haben sie kurzerhand eine Veränderungssperre verhängt. Die Spiele- und Wett-Fans aus Karben scheinen sich langfristig umorientieren zu müssen. Die besten Online Casinos und Online Sportwetten bieten hierfür ganz hervorragende Möglichkeiten.  

SpielhalleKeine zusätzlichen Casinos in Karben, um das Stadtbild zu erhalten

Neben einigen Wohnhäusern prägt eine sehr bunte Nutzung das Bild der Homburger Straße in Karben. Dort gibt es zwei Banken, zwei Tankstellen, eine Bäckerei, eine Pizzeria, einen Imbiss, einen DRK-Kleiderladen und noch zwei andere kleine Geschäfte. Zudem ist sie Teil einer Landstraße, die durch den gesamten Ort führt und dadurch äußerst günstig gelegen. Mit dem Standort liebäugelten auch Betreiber von Wettbüros und Spielhallen und stellten bei der Stadt eine Anfrage, ob sie sich dort niederlassen können. Schließlich hat erst kürzlich ein Obst- und Gemüseladen sein Geschäft geschlossen, und die Volksbank wird ihre Filiale in der Homburger Straße ebenfalls aufgeben und in die Neue Mitte ziehen. Ein neuer libanesischer Imbiss hat vor kurzem seinen Betrieb aufgenommen. „Den haben wir genehmigt,“ sagt Bürgermeister Guido Rahn von der CDU. Was allerdings keine Chance auf Genehmigung hat, sind Casinos. „Wir wollen das Stadtbild dort so erhalten, wie es jetzt ist und kein störendes Gewerbe“, so Rahn weiter. „Außerdem haben wir dort fast keine öffentlichen Parkplätze. Also können wir keine weiteren Gewerbebetriebe zulassen, die größeres Publikum anziehen."

Veränderungssperre wirksam

Damit niemand in diesen Bereich der Homburger Straße einzieht, mit dem die Stadt nicht einverstanden ist, hat sie gleich das gesamte Gebiet mit einer Veränderungssperre belegt. Eine sogenannte Veränderungssperre bedeutet, dass solange nichts verändert werden darf, bis für das knapp 4 Hektar große Territorium ein offiziell genehmigter Bebauungsplan existiert. Ein cleverer Schachzug der Stadtverwaltung und baurechtlich durchaus in Ordnung. Fachdienstleister Heiko Heinzel hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und eine Vorlage erarbeitet, die genau aufführt, welche Wege, Parzellen und Gemarkungen dazu gehören. In dieser Vorlage, die auf der letzten Stadtverordnetenversammlung erörtert wurde, heißt es: „Ziel der Veränderungssperre ... ist es, den Wandel der städtebaulichen Struktur der Homburger Straße in diesem sensiblen Bereich konstruktiv zu gestalten. Die teilweise als Mischgebiets-, teilweise als Wohnbauflächen ausgewiesenen Bereiche entwickeln sich von einer Ortskernlage mit einem Schwerpunkt auf Versorgung und gewerblichen Nutzungen hin zu einem Gebiet, das durch die Wohnnutzung geprägt ist. Durch die Aufstellung eines Bebauungsplans soll die zunehmende Wohnnutzung im Bereich gestärkt, störende gewerbliche Nutzungen in geeigneten Bereichen konzentriert und nicht störende gewerbliche Nutzungen sowie kleinteiliger Einzelhandel gefördert werden.“

Glücksspielbetriebe ein Dorn im Auge

"Diese Veränderungssperre wurde ebenso einstimmig beschlossen wie die Aufstellung eines Bebauungsplanes, für den die Stadt nun zwei Jahre Zeit hat,“ heißt es im Protokoll. „Wichtig ist,“ laut Bürgermeister, „dass es in der Homburger Straße keine Entwicklung gibt, die wir als Stadt nicht haben wollen". Glücksspielbetriebe sind dem Stadtoberhaupt schon lange ein Dorn im Auge. Vor einiger Zeit hielt ein Wettbüro am Rathausplatz nicht die gesetzlich vorgeschriebene Sonntagsruhe ein. Es hatte geöffnet und bot Sportwetten an. Der Bürger- und Ordnungsservice untersagte dem Betreiber schriftlich die sonntäglichen Öffnungszeiten. Der Wettanbieter wehrte sich per Anwalt, da Live-Wetten nun mal bei verschiedenen Sportarten nur an Sonn- und Feiertagen abgegeben werden können. Der Versuch einer Einigung beim städtischen Justiziar scheiterte. Daraufhin zog der Anbieter vor Gericht und verlor. Das Verwaltungsgericht Gießen hat deutlich gemacht, dass die Öffnung des Wettbüros an Sonn- und Feiertagen die Ruhe dieser Tage störe – und diese ist grundgesetzlich geschützt.