Hannover reduziert Anzahl der Spielhallen

Anzahl der SpielhallenHarte Zeiten kommen auf einige Spielhallenbetreiber in Hannover zu. Denn die Stadt wird wohl die Hälfte aller bestehenden Spielhallen zur Schließung zwingen müssen. Bis Sommer 2017 soll so der Glücksspielstaatsvertrag umgesetzt werden. Das bedeutet aber nicht nur Jobverluste, sondern auch Einnahmeverluste der Stadt Hannover.

Anzahl der Spielhallen in Hannover: Losverfahren wird über Standorte entscheiden

Es grenzt schon fast an Ironie des Schicksals, wie die Stadt Hannover den Glücksspielstaatsvertrag umsetzen möchte. Denn dass die Anzahl der Spielhallen reduziert werden muss, das ist klar und lässt sich wohl auch nicht ändern. Wie jedoch darüber entschieden wird, welcher Betrieb schließen muss und welcher auch weiterhin eine Zukunft in Hannover haben wird, ist zwar fair, aber irgendwie doch etwas makaber. Denn die Stadt Hannover wird per Losverfahren die zu schließenden Spielhallen herauspicken. So wird die Bestimmung über die Zukunft der Spielhallen ein reines Glücksspiel sein, ausgerechnet für die, die sonst das Glücksspiel anbieten.

Es ist eine scheinbar faire Lösung, die die Stadt Hannover mit dem Losverfahren anpeilt. Aber es gäbe sicherlich auch andere Lösungsansätze, wie beispielsweise über die Qualität der Spielhallen zu gehen. Denn eigentlich sollte sich in diesem Fall die Qualität durchsetzen und nicht vielleicht durch den Zufall des Losglücks die Quantität.

Mehr als 50 Prozent müssen schließen

Der Glücksspielstaatsvertrag sieht eine Abstandsregelung vor, wonach Spielhallen eine Entfernung von mindestens 100 Meter Abstand zwischen den einzelnen Spielhallen haben müssen. In Hannover ist das stellenweise ein großes Problem, so wie wahrscheinlich auch in vielen anderen Städten. Denn oft liegen die Spielbetriebe in bestimmten Gegenden, sodass 100 Meter Abstand gar nicht gegeben sind.

Spielhallenbetreiber Thomas Oelfke muss damit rechnen, dass es ihn besonders hart trifft. Denn er betreibt insgesamt sieben Spielhallen in Hannover und im schlimmsten Fall, wenn das Losglück nicht auf seiner Seite ist, muss er bis zu vier seiner Spielstätten schließen, also mehr als die Hälfte. Wobei hier wohl auch gesagt werden muss, dass in Hannover aufgrund der Abstandregelung mehr als die Hälfte der aktuell noch 147 bestehenden Spielhallen geschlossen werden müssen. Oelfke würde somit sogar noch im Normalbereich der Spielhallenschließungen liegen, wenn er mehr als die Hälfte seiner Betriebe schließen müsste. Das hat jedoch nicht nur für ihn Auswirkungen.

Jobverluste als Konsequenz

Wenn über die Hälfte der Spielbetriebe schließen müssen, dann ist es nur eine logische Konsequenz, dass nun auch viele Jobs auf dem Spiel stehen und die Mitarbeiter der Spielhallen nun ihren Job am Losglück messen müssen. So wäre es sicher sinnvoller gewesen, dass die Schließungen eher hätten an Sachkriterien, wie beispielsweise Anzahl der Beschäftigten gebunden worden wären. So sieht es natürlich auch Hein Basse vom Automatenverband, der sich eine solche Betrachtung und objektive Bewertung der Spielhallen gewünscht hätte. Denn auch nach seiner Ansicht sollte Qualität immer Vorrang haben. Es ist daher auch gut möglich, dass auch in Hannover eine Klagewelle der Betreiber kommen wird, die zur Schließung gezwungen werden.

Hannover wird Einbußen hinnehmen müssen

Die Maßnahme zur Umsetzung des Glücksspielstaatsvertrages wird aber nicht nur die Betreiber und Mitarbeiter der Spielhallen treffen. Auch die Stadt selbst wird Einbußen hinnehmen müssen. Denn es werden Einnahmeverluste von rund 13,9 Millionen Euro auf die Stadt zukommen. Und angesichts der dann steigenden Arbeitslosenzahlen auch noch steigende Ausgaben. Ein großes Minusgeschäft wird Hannover dann ab Sommer 2017 sicherlich machen.

1 2 3 4 5
Hannover reduziert Anzahl der Spielhallen
(0%) votes
Danke für lhre Wertung!

Über den Autor: Gerda Hartig

Gerda Hartig
Nein, Frauen spielen in Online Casinos nicht nur Rubbellose oder Bingo. Und auch ansonsten bin ich alles andere als politisch korrekt. Ich sage was Sache ist in den Online Casinos, bei den Herstellern der Casinospiele und bei der Politik, welche den Spielerschutz vorschiebt, um doppelt abkassieren zu können.

Hinterlassen Sie einen Kommentar