Große Razzia auch im kleinen Weil am Rhein

Weil am Rhein war jüngst mehr oder minder in der öffentlichen Wahrnehmung, weil in dem beschaulichen kleinen Städtchen - ebenso wie vielerorts auch - die Umsetzung des neuen Glücksspielstaatsvertrages ein echtes Problem darstellt. Eines lässt sich das Städtchen jedoch bestimmt nicht absprechen - die Bemühung. Mit einer Kontrolle zeigen die zuständigen Behörden in Verbindung mit der Polizei, dass in Weil die Bekämpfung der Spielsucht durchaus ernst genommen wird.

Kleine Maßnahme mit großer Wirkung

Die insgesamt 40 Gaststätten sowie Spielhallen, die in Weil zu finden sind, wurden von der zuständigen Polizei kontrolliert. Nicht etwa, um dem illegalen Glücksspiel einen Schlag zu versetzen sondern vielmehr, weil diese acht Betreiber gegen bestehende Auflagen verstossen haben. Dies teilte die zuständige Polizei in einer öffentlichen Pressemitteilung mit.
Die Sicherheitsinitiative, die der Kontrolle zugrunde lag, trägt den passenden Namen "Friedlingen". Am kirchlich heiligen Karfreitag kontrollierte die Polizei in Weil am Rhein ganz gezielt die Spielhallen bzw. Gaststätten, ob diese auch brav und gesetzeskonform das bestehende Betriebsverbot des Spielhallenbetriebes an Feiertagen einhalten. Vielen Menschen ist der Umstand schlicht und ergreifend nicht bekannt, dass während der Feiertage dem Glücksspiel nicht nachgegangen werden darf. Im Umkehrschluss fast schon logisch ist auch der Umstand, dass dieses Glücksspiel auch an den Feiertagen nicht angeboten werden darf.

Acht schwarze Schafe

Statistiken sind so eine Sache für sich. Für die Einen ist es durchaus positiv, wenn von 40 Anbietern acht Glücksspielanbieter die Einhaltung der bestehenden Gesetze nicht ganz so genau nehmen. Dieser Umsand bedeutet ja schließlich, dass sich 32 Anbieter und somit die absolute Mehrheit, gesetzestreu verhalten. Betrachtet man die Sache allerdings von der anderen Warte aus und sieht es negativ, so sind acht Anbieter, deren Gesetzesverständnis zu wünschen übrig lässt, auf jeden Fall zu viel. In Weil am Rhein sind diese acht Betreiber, die schändlicherweise am kirchlichen Karfreitag ihren Kunden den Zugang zu ihren Glücksspielautomaten ermöglichen, definitiv zu viel. Obgleich der kirchliche Karfreitag, zumindest aus geschichtsträchtiger Sicht, durchaus mit dem Glücksspiel verbunden ist - immerhin knobelten die Römer, die mit der Kreuzigung von Jesus Christus beauftragt waren, um dessen irdische Habseligkeiten - so lassen die Behörden dieses Argument natürlich nicht gelten. Auch der Umstand, dass sich die Kirche bezüglich des Spielhallenbetriebes in Weil am Rhein konstant ausschweigt, wirkte sich im vorliegenden Fall nicht strafmildernd aus. Die betroffenen Anbieter bekamen direkt vor Ort und Stelle sowohl ein Verbot des Automatenbetriebes und eine Anzeige ausgesprochen. Der Erstverstoß wird dabei mit 250 Euro, der Wiederholungsverstoss mit 500 Euro geahndet.

Kein Glücksspiel am kirchlichen Feiertag

Der Karfreitag gehört in den Bereich der sogenannten stillen Feiertag. An diesem Tag sollen die Menschen in sich gehen und sich darüber bewusst werden, welches Opfer Jesus Christus für die Menschheit erbrachte. Ob der Mensch nunmehr übermäßig religiös ist oder oder nicht ist hierbei für den Gesetzgeber unerheblich, da der Betrieb der Spielhallen nun einmal gesetzlich untersagt ist. Dieses Verbot ist dabei, ähnlich wie die heiligen zehn Gebote, in Stein gemeisselt und sieht nun einmal keine Ausnahmen vor. Nun könnten Skeptiker anmerken, dass der neue Glücksspielstaatsvertrag ja auch in Stein gemeisselt ist und dass sich Weil am Rhein mit dessen Umsetzung ja schlussendlich auch sehr schwer tut, doch wäre dies ein sprichwörtlicher Vergleich von Äpfel und Birnen, zumal die jüngsten Kontrollen als Baustein der besagten Sicherheitsinitiative Friedlingen ist, die bei den Behörden als SIFried bekannt ist. Die konstante Verbesserung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit ist das Ziel, dass sich die Beteiligten dabei auf die Fahne geschrieben haben.

Ein direkter Zusammenhang der Sicherheitsinitiative Friedlingen, welcher kreative Geist auch immer diesen geistreichen Namen erfunden haben mag, und dem Glücksspielstaatsvertrag besteht ausdrücklich nicht. Auch wenn Weil am Rhein derzeitig noch keinen genauen Ansatz darüber haben mag, welche Anbieter zum 30.06. ihren Glücksspielbetrieb einstellen müssen und welche fortbestehen bleiben, so läuft SIFried gänzlich separat. Aus diesem Grund wird es wohl auch keine Rolle spielen, ob ein Glücksspielanbieter seinen Kunden den Zugang zum Glücksspiel auch am Karfreitag ermöglichte oder welcher Anbieter diesen Tag eher zu einem stillen Gebet im Hinblick auf seine berufliche Zukunft nutzte. So oder so, Weil am Rhein war wieder einmal mehr oder minder im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit durch diese kleine Maßnahme der Kontrolle. Um den Bogen zu dem heiligen Karfreitag an dieser Stelle zu schließen könnte auch gesagt werden, dass es kleine Schritte waren, die Jesus Christus von der Kreuzigung bis zur Aufstehung vollzog. Diese kleinen Schritte hatten ja schlussendlich auch eine große Wirkung.

1 2 3 4 5
Große Razzia auch im kleinen Weil am Rhein
(0%) votes
Danke für lhre Wertung!
Von Engelbert Breitner | 10. Mai 2017 | Kategorien: Casinos, Nachrichten |

Über den Autor: Engelbert Breitner

Engelbert Breitner
Das Online Glücksspiel ist für mich die beste Erfindung seit Pac Man. So bin ich froh darüber, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Meine bevorzugten Casinospiele sind Roulette, Black Jack und natürlich Spielautomaten. Meine Casino Erfahrungen möchte ich hier mit vielen gleichgesinnten Usern teilen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar