Glücksspielriese NovomaticDer österreichische Glücksspielkonzern und Lieferant für Slot Automaten Spiele Novomatic veröffentlichte jetzt seine Halbjahresbilanz und überzeugte vor allem mit einem starken Anstieg im Umsatz. In den ersten 6 Monaten diesen Jahres setzte das Unternehmen 1,095 Milliarden Euro um und steigert diesen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ganze 11 Prozent. Größter  Antreiber für das neue Rekordergebnis war nach eigenen Angaben der erhöhte Absatz aus dem Verkauf von Automatenspielen. Sollte Novomatic diese Entwicklung auch für den Rest des Jahres durchhalten können, dann steuert der Konzern auf ein weiteres Rekordjahr zu. Doch wo Licht fällt, ist meist auch Schatten und so gab es trotz des formidablen Ergebnis im Umsatz auch einige Wermutstropfen zu verkraften, denn beim Thema Gewinn sah die sonst so heile Novomatic-Welt nicht mehr ganz so rosig aus. Das EBITDA, Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, sackte gegenüber den ersten 6 Monaten im vergangenen Jahr um 1,2 Prozent auf jetzt 287,2 Millionen Euro ab. Verantwortlich dafür war laut Konzernspitze die hohen Investitionen im Lotterienbereich und negative Währungseffekte. Beim EBIT sah es sogar noch schlechter aus, denn hier fiel der Ertrag sogar um ganze 12,6 Prozent auf jetzt nur noch 141,4 Millionen Euro. Erhöhte Abschreibungen und einmalige Negativeffekte waren hier der treibende Keil für das schlechtere Betriebsergebnis.

Ebenfalls erreichte die Anzahl der Beschäftigten einen neuen Höchststand. Mittlerweile arbeiten weltweit 22.373  Menschen in mehr als 1.600 Spielstätten und 200 Tochterunternehmen für den Glücksspielkonzern aus Österreich. Durch die Übernahme der australischen Softwareschmiede Ainsworth Game Technology und die zukünftige Einverleibung der CASAG dürfte die Zahl der Mitarbeiter bei Novomatic im nächsten Jahr weiterhin kräftig anwachsen.

Der Termin vor dem Kartellgericht wird mit Spannung erwartet

Der mit Spannung erwartete erste Termin beim österreichischen Kartellgericht wird am Freitag, den 26.8. um 10 Uhr beginnen und hoffentlich ein wenig Klarheit über die geplante Übernahme der Casino Austria AG durch Novomatic und der möglichen Auflagen bringen. Niemand kann wirklich vorhersagen welche Bedingungen eventuell von Seiten des Glücksspielkonzerns zu erbringen sind, damit er die Kontrolle über die CASAG übernehmen darf. Drei Szenarien stehen im Raum. Das Kartellgericht untersagt Novomatic die Übernahme, denn dadurch würde der Unternehmen ein Monopolstellung auf dem österreichischen Markt einnehmen, oder Novomatic müsste für die Übernahme einige Geschäftsfelder in der Alpenrepublik komplett aufgeben. Diese beiden Entscheidungen würde der Konzern möglichst gern vermeiden und sich lieber auf verbindliche Selbstbeschränkungen einlassen, um weiterhin in allen Geschäftsfeldern aktiv zu bleiben. Leider konnte hier, aus Sicht des Konzerns, in Verhandlungen mit den Wettbewerbsbehörden im Vorfeld über dieses Thema keinerlei Einigung erzielt werden. Zusätzlich ist auch nicht ganz klar, wie die Richter die Sazka Group als Partner bei der Übername der CASAG bewerten werden und ob dies am Ende mildernde Umstände bei der Entscheidungsfindung bedeuten.

Sollte der Richterspruch der Kartellabteilung des Oberlandesgerichts für den Glücksspielriesen nicht nach seinen Vorstellung ausfallen, dann besitzt Novomatic noch die Möglichkeit vor den Obersten Gerichtshof zu ziehen. Doch die Marktmacht des Konzerns ist schon jetzt in Österreich gewaltig, so dass davon auszugehen ist, dass für die Übernahme der CASAG einige Federn gelassen werden müssen. Die Frage, wie viel Wert besitzt die Casinos Austria AG für Novomatic und welchen Preis sind sie bereit dafür zu bezahlen, muss am Ende der Vorstand selbst beantworten.