Glücksspiele in Österreich„Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die normalen gebracht haben.“ Sagte eins George Bernhard Shaw, der Nobelpreisträger, Satiriker und Pazifist aus Irland. Irgendwo muss der Wahnsinn auch einmal ein Ende haben finden wir, vor allem wenn ein Blick auf Österreich und die dortigen Bemühungen gegen das (illegale) Glücksspiel geworfen wird, über welche wir schon mehrfach berichteten. So lautet beispielsweise nun ein Bericht im Österreichischen Rundfunk (ORF), dass der „beklagenswerte Spielsüchtige Robert S. aufgrund der Spielautomaten in Österreich nunmehr schon seit Beginn des Jahres dreimal Rückfällig wurde und sein Monatsgehalt verspielt hat.“ Schuld daran sind nicht etwa die Spielbanken an denen das Land Österreich finanziell beteiligt ist, staatliche Lotterien und Sportwetten und ebenso nicht die Betreiber von Spielotheken und Spielbanken wie Admiral, Amatic und Fair Play sind zu schmähen, sondern natürlich nur die illegalen Spielhöllen, bei denen der Staat nichts mitverdient.  Vergessen wird natürlich dabei zu erwähnen, dass diese illegalen Spielotheken erst durch die gnadenlose und inkompetente Gesetzgebung in Österreich entstanden sind. Denn unter dem Begriff des Spielerschutz wurde dafür gesorgt, dass vielen Eigentümern von Spielotheken die Existenz genommen wurde, nur weil der Staat Österreich nicht bereit ist, den Kuchen zu teilen und sich nicht mit den Steuern zufrieden geben will, sondern den ganzen Kuchen für sich allein haben möchte.

Admiral, Amatic und Fair Play stören sich nicht an den Auflagen des Gesetzgebers

Admiral und Novomatic können mit den Auflagen des Gesetzgebers in Österreich leben. Denn wenn die Konkurrenz der kleinen Spielhallen wegfällt, bleibt immer noch genug für die eigenen Unternehmen übrig. Und ein Unternehmen wie Novomatic hat selbstverständlich kein Problem damit auch die strengsten Auflagen umzusetzen. So verspielt jeder Österreich im Schnitt 23€ im Monat wobei hier „wie überraschend“  der größte Anteil der verspielten Gelder an staatliche Lotterien und Sportwetten geht, wie eine Umfrage der Makam an 500 Personen in Österreich ergab. Das Jahr 2014 zeigt in Zahlen gut auf, wie sich der Staat Österreich „um die Spieler sorgt“. Bei einem Gesamtumsatz von Brutto von 1,5 Mrd. Euro fielen fast 700 Millionen Euro auf staatliche Lotterien und Rubbellose. Dahinter stehen dann auch schon die Spielautomaten mit 380 Millionen Euro. Hier ist zu bemerken, dass der Umsatz bei den Spielautomaten zurückging wobei im gleichen Zeitraum der Umsatz bei den Sportwetten um 18% auf 158 Millionen anstieg.

Das alles hilft dem lieben Robert S. aber nicht…

…der sich laut ORF mit seiner „neuen Freundin eine Zukunft aufbauen möchte“, was aber nicht möglich ist, da es neben den legalen Spielbanken, Sportwetten Anbietern und online Casinos auch noch die illegalen gibt. So hat er sich zwar bei den legalen Spielbanken sperren lassen, aber die illegalen kann er immer noch aufsuchen, wenn er das denn möchte. Dies ist natürlich Unfug - als wenn jedes Lotto-Geschäft einen Kunden danach fragt ob er sich selbst als Spieler gesperrt hat und auch die Spielbanken im nächsten Ort werden ihn nicht danach fragen ob er ein Spielsüchtiger ist. Ich hoffe unsere Leser sehen den Sarkasmus, den dieser Artikel mitunter widerspiegelt – wider den Wahnsinn halt. Denn würden wir einmal die Bestrebungen  Österreichs auf eine andere Dienstleistung oder Produkt umlegen, dann könnte beispielsweise genauso gut verlangt werden, dass in Warenhäusern nur noch „ gesunde staatliche Schokolade“ verkauft werden darf und alle anderen Sorten verschwinden müssen, um Diabetiker und dicke Menschen zu schützen. Denn nur was vom Staat kommt und kontrolliert wird ist gut – alles andere ist falsch und böse. Dabei ist es dann egal ob es Schokolade ist oder wie in diesem Fall das Glücksspiel, dass vom Staat Österreich unter dem Begriff des Spielerschutzes als größter Betreiber angeboten wird. Glücksspiele in Österreich: wider den Wahnsinn oder sollten wir besser sagen – setzt dem Wahnsinn endlich ein Ende?