Die deutsche Glücksspielbranche hat mit zwei großen Verbänden an der CDA-Bundestagung teilgenommen. Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft ist eine einflussreiche Vereinigung in der CDU. Auf der Bundestagung der CDA hatten die Verbandsvertreter Gelegenheit, mit vielen prominenten CDU-Politikern ins Gespräch zu kommen.

Essen DeutschlandBundestagung der CDA in der Zeche Zollverein in Essen

Bereits zum 38. Mal lud die CDA zu einer Bundestagung ein. Neben den Mitgliedern der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft werden traditionell auch zahlreiche Verbände und CDU-Förderer eingeladen. Die Vereinigung, die in der CDU großen Einfluss hat, setzt sich für die Themenfelder Arbeit und Soziales ein. Eines der Kernziele der CDA ist die Förderung von Arbeitnehmern und Betrieben, in denen diese Arbeitnehmer beschäftigt sind. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich das Aufgabenfeld etwas verändert, aber im Kern geht es immer noch darum, den Interessen der Arbeitnehmer in der CDU Geltung zu verschaffen. Dazu gehört unter anderem auch, dass sich die CDA regelmäßig zu Themen in der Rentenpolitik, Familienpolitik und Gesundheitspolitik äußert. Der Vorsitzende der CDA ist aktuell Karl-Josef Laumann.

Die deutsche Glücksspielbranche wurde durch die Deutsche Automatenwirtschaft e.V. (DAW) und den Deutschen Automaten-Verband e.V. (DAV) auf der Bundestagung vertreten. Da viele prominente CDU-Politiker anwesend waren, unter anderem auch Annegret Kramp-Karrenbauer, war es möglich, viele Kontakte herzustellen, bei denen die Anliegen der deutschen Glücksspielbranche zur Sprache kamen. Viele Unternehmen in der Glücksspielbranche beschäftigen sehr viel Personal, sodass eines der zentralen Anliegen der CDA auch zu den wichtigsten Anliegen der Glücksspielbranche gehört. Unter anderem wurde die Sorge geäußert, dass durch noch strengere Gesetze Entlassungen notwendig werden könnten. Vor allem für Spielhallen-Besitzer sind die Zeiten deutlich schwieriger geworden. Zuletzt wurden viele Spielhallen aufgrund neuer gesetzlicher Spielregeln geschlossen.

Spielautomaten zentral für deutsche Glücksspielbranche

Der Begriff „Glücksspielbranche“ klingt so, als es ginge es um das gesamte Glücksspiel, das in Deutschland verfügbar ist. Die beiden Verbände, die auf der Bundestagung der CDA anwesend waren, haben jedoch nichts mit dem populären Online-Glücksspiel zu tun. In erster Linie basiert die deutsche Glücksspielbranche aus der Herstellung und dem Vertrieb von Spielautomaten. Renommierte Marken wie Merkur und Bally Wulff sind jedem Glücksspiel-Fan ein Begriff, zumal viele der klassischen deutschen Games mittlerweile auch in den Top Online Casinos zu finden sind. Doch die deutsche Automatenwirtschaft ist in erster Linie daran interessiert, das bisherige Geschäftsmodell mit landbasierten Spielhallen und Spielbanken weiterzuführen. Damit das möglich ist, muss der Gesetzgeber mitspielen. Derzeit wird ein neuer Glücksspielstaatsvertrag verhandelt, in dem auch die Situation der Spielbanken und Spielhallen neu geregelt werden könnte. Für die Vertreter der Glücksspielbranche war es wichtig, den Entscheidungsträgern die eigenen Interessen zu vermitteln.

In Deutschland gibt es einige große Unternehmen in der Glücksspielbranche, die viele Menschen beschäftigen und wertvolle Arbeitsplätze anbieten. Dazu gehört zum Beispiel auch die Gauselmann-Gruppe, die vielen Glücksspiel-Fans vor allem durch die Marke Merkur bekannt ist. Anbieter von Online Casinos gibt es in Deutschland hingegen nicht. Die rechtliche Situation ist für die Betreiber von Online Casinos nach wie vor schwierig, sodass die Firmen es vorziehen, in geeigneteren Jurisdiktionen in der EU Firmen zu etablieren. Besonders beliebt bei Casino-Betreibern sind zum Beispiel die Standorte Gibraltar, Malta, Großbritannien und Zypern. Aber das muss nicht immer so bleiben. Wenn Deutschland einen Glücksspielstaatsvertrag beschließt, der auch Online Casinos zulässt, könnte die deutsche Glücksspielbranche einen gehörigen Wandel durchlaufen.

Spielerschutz und Prävention wichtige Themen

Ob es um Online-Glücksspiele oder klassische Automaten geht: Spielerschutz und Prävention sind wichtige Themen für die gesamte Branche. Am Stand der deutschen Glücksspielbranche konnten sich die Teilnehmer der CDA-Bundestagung über aktuelle Aktionen und Maßnahmen in den Bereichen Spielerschutz und Prävention informieren. Die deutsche Automatenwirtschaft hat längst verstanden, dass es nicht möglich ist, gesellschaftliche Akzeptanz zu finden, ohne einen vernünftigen Spielerschutz umzusetzen. Allerdings gibt es nicht wenige Experten, die nach wie vor Lücken sehen. Beispielsweise wäre es möglich, eine bundesweite Sperrliste einzurichten, auf die sich alle Spieler setzen lassen könnten, die von den Glücksspiel-Angeboten in Deutschland ausgeschlossen werden möchten. Einen derartigen Vorschlag gibt es von der Deutschen Automatenwirtschaft bislang allerdings nicht.