Glücksspiel-GewinneBei Glücksspielen muss, im Gegensatz zu Gewinnspielen, ein Einsatz geleistet werden, um die Teilnahme und einen Gewinn zu ermöglichen. Darüber freut sich Vater Staat, denn an jedem umgesetzten Euro verdient er mit. Daraus erwächst in Deutschland eine Einnahmequelle, die beachtliche Erträge in die oft klammen Kassen öffentlicher Haushalte spült. Das auch deshalb, weil die Deutschen offenbar ein spielfreudiges Völkchen sind.

Das wurde zumindest von einer Forsa-Umfrage ans Licht befördert. Demnach forderten fast 80 Prozent aller Bundesbürger zwischen dem 16. und 65. Lebensjahr schon einmal ihr Glück beim Glücksspiel heraus. Die meisten davon, nämlich 41 Prozent der Befragten, begannen ihre Spielerkarriere mit einem Lotteriespiel. Dabei handelte es sich meist um „6 aus 49“ gefolgt von Sofortlotterien mit 17 Prozent. Private Glücksspiele wurden mit 11 Prozent angegeben.

Die Spielbanken und Spielhallen, aber auch die immer zahlreicher werdenden Online-Casinos verstehen es durch geschickte Werbung, abwechslungsreichere Spiele und attraktive Jackpots Spielfreudige in ihre physischen und virtuellen Räumlichkeiten zu locken. Die Umsätze steigen, was auch die Verantwortlichen in den Finanzministerien freudig in die Hände klatschen lässt.

Hohe Glücksspiel-Gewinne in Deutschland

Nach Aussage der DHS – Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen wird der Umsatz am deutschen Glücksspielmarkt mit ungefähr 31 Milliarden Euro für das Jahr 2012 beziffert. Demnach wurde mit 19 Milliarden Euro der größte Teil von Geldspielautomaten erwirtschaftet, während Lotterien 6,4 Milliarden und Spielbanken 5,9 Milliarden Euro zum Gesamtergebnis beitrugen. Ob diese Umsatzübersicht die Umsätze von Online-Casinos beinhaltet, lässt sich nicht eindeutig aus der Statistik herauslesen, aber es ist anzunehmen.

Was verdient der Staat und welchen Schaden richten Glücksspiele an

Glaubt man den Angaben der DHS konnte sich der Staat im Jahr 2012 allein durch die Steuereinnahmen von Geldspielautomaten über 1,2 Milliarden Euro einverleiben. Die Kehrseite der Medaille sind Spieler mit problematischem Spielverhalten. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung waren das im Jahr 2012 etwa 275.000 Menschen.

Diese verursachen laut einer Studie der Universität Hohenheim Kosten von etwa 320 Millionen Euro jährlich, die von der deutschen Volkswirtschaft zu tragen sind. Behandlungskosten beim Arzt, der Arbeitsplatzverlust und Fehlkosten durch Krankheit wurden ebenso berücksichtigt wie die Aufwendungen, die durch Beschaffungskriminalität entstehen. Die Bilanz fällt dennoch positiv für den Staat aus. Wäre es nicht so, wäre es wahrscheinlich dem Glücksspiel in Deutschland bereits an den Kragen gegangen.