Ein Glücksspiel-Clan in Texas muss sich aktuell vor Gericht verantworten. Den Angeklagten wird vorgeworfen, in den letzten drei Jahrzehnten einen illegalen Glücksspielring betrieben zu haben. Vor allem soll es dabei um Sportwetten gegangen sein. Der Ankläger geht aber davon aus, dass auch Geldwäsche und Steuerhinterziehung im großen Stil stattgefunden haben.

TexasAußergewöhnliche Familie mit Hang zum Glücksspiel

Die texanische Familie Tillery wirkt auf die meisten Mitbürger vermutlich eher harmlos. Vater Larry arbeitete täglich im eigenen Gebrauchtwagenhandel. Auch seine Frau Judy Kay und ihr Sohn Brian wirkten vor Gericht nicht unbedingt wie Schwerverbrecher. Doch beim aktuellen Verfahren kommen erstaunliche Fakten zum Vorschein, die eine andere Sprache sprechen. Bei dem aktuellen Gerichtsverfahren geht es um den Zeitraum von 2010 bis 2016. Die Staatsanwaltschaft glaubt, für diesen Zeitraum einen Umsatz von etwa 33 Millionen Dollar nachweisen zu können. Aber es steht auch fest, dass das Glücksspiel-Geschäft ist umtriebigen Familienclans bereits seit etwa drei Jahrzehnten existiert. Insofern muss der Gesamtumsatz noch wesentlich höher liegen. Beobachter gehen davon aus, dass es sich um einen der größten illegalen Glücksspielanbieter in der Geschichte der USA handelt.

Der texanische Glücksspiel-Clan hatte sich in den letzten Jahren auf illegale Sportwetten spezialisiert. Online Casinos und Online-Sportwetten spielten aber keine Rolle beim texanischen Glücksspiel-Clan. Als Drahtzieher im aktuellen Verfahren gilt Larry Tillery. Der Staatsanwalt hat bereits angekündigt, dass er eine hohe Gefängnisstrafe beantragen wird. Allerdings könnte für die Angeklagten sprechen, dass sie sich bereits für schuldig erklärt haben. Der Richter wird dies wohl bei der Urteilsfindung berücksichtigen, sodass zumindest die Maximalstrafe kaum möglich scheint. Aber es spricht einiges dafür, dass das Gericht empfindliche Strafen aussprechen wird, auch um Nachahmungstäter abzuschrecken. Ob das Geld, das die texanische Familie illegal verdient hat, komplett auftauchen wird, ist äußerst fraglich. Bislang konnten nur 1,7 Millionen Dollar beschlagnahmt werden.

Illegale Sportwetten und Casino-Spiele in Zukunft nicht mehr interessant?

In den USA findet gerade ein großer Umschwung statt. Immer mehr Online-Buchmacher gehen an den Start. Auch Online Casinos, zum Teil sogar mit Spielen von Novomatic und Merkur, werben um die Gunst von Glücksspiel-Fans im Internet. Der amerikanische Glücksspielmarkt ist in den letzten Jahren deutlich liberalisiert worden und die Tendenz geht dahin, dass der Markt insgesamt noch deutlich weiter geöffnet wird in naher Zukunft. Ein Grund, warum die texanische Familie zu einem echten Glücksspiel-Clan werden konnte, waren die strengen Gesetze. In den USA war es bis vor kurzem in den meisten Staaten nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich, Sportwetten zu platzieren. Wer Wetten platzieren wollte, musste oft einen illegalen Anbieter nutzen. Ganz offensichtlich hat die Familie Tillery davon erheblich profitiert. Allerdings ahnten vermutlich nicht viele Kunden, dass das Geschäft derart erfolgreich war.

Mit einem illegalen Glücksspielangebot in wenigen Jahren 33 Millionen Dollar umsetzen? Diese Zahl belegt eindrucksvoll, wie hoch das Potenzial für legale Angebote ist. Illegale Angebote mögen zwar für manche Glücksspiel-Fans einen besonderen Reiz haben. Aber die meisten Menschen meiden illegale Buchmacher und Casinos. Mit der Liberalisierung des amerikanischen Glücksspielmarktes steigt der Umsatz schon seit Jahren merklich an. Früher gab es nur wenige Bundesstaaten, die für Sportwetten-Fans gut geeignet waren. Mittlerweile gibt es sogar schon große US-Fernsehsender, die eigene Sportwetten-Angebote an den Start bringen. Das ändert aber nichts daran, dass der texanische Glücksspiel-Clan ganz offensichtlich sein Blatt überreizt hat. Es wäre besser gewesen, vor einigen Jahren das Geschäft mit einem satten Gewinn abzuwickeln. Aber das ist bei einem derart erfolgreichen Business wahrscheinlich nicht ganz einfach, auch wenn illegale Dienstleistungen verkauft werden.