Die Glücksspielbehörde von Macau hat bestätigt, dass in einigen Macau-Casinos Software zur Gesichtserkennung eingesetzt wird. Allerdings gehe es derzeit nur darum, die Technik zu testen. Bevor die Technik flächendeckend ausgerollt werden könne, müssten entsprechende Regeln von der Glücksspielbehörde definiert werden.

AIGesichtserkennung soll die Sicherheit im Casino erhöhen

Es gibt schon länger Gerüchte, dass die Macau-Casinos Software zur Gesichtserkennung einsetzen, natürlich nicht in seriösen Online Casinos, sondern in den landbasierten Casinos. Aber nun ist zum ersten Mal bestätigt worden, dass es tatsächlich einige Casinos gibt, in denen entsprechende Programme laufen. Unklar ist allerdings im Moment noch, warum Software zur Gesichtserkennung eingesetzt wird. Die Glücksspielbehörde von Macau hat nicht nur bestätigt, dass die Software eingesetzt wird in einigen Casinos. Die Behördenvertreter erklärten auch, dass die Software ausschließlich für Sicherheitszwecke genutzt werden dürfe. Sicherheit bedeutet in diesem Fall, dass Personen und Eigentum geschützt werden müssten. Das klingt noch sehr allgemein, sodass viele Einsatzzwecke in der Praxis vorstellbar wären. Derzeit ist aber überhaupt nicht abschätzbar, was die Casino-Betreiber mit der Software ausprobieren. Klar ist aber, dass die Technik einige Chancen und Risiken beinhaltet.

Mit einer Software zur Gesichtserkennung ist es zum Beispiel möglich, gezielt Personen zu finden, die eine Casino-Sperre haben. Sperren gibt es meist für Spieler, die sich nicht gebührend verhalten oder aber ein massives Spielproblem haben. Mit der Software zur Gesichtserkennung wäre es möglich, diese Spieler leichter zu entdecken. In den großen Macau-Casinos dürfte es für das Personal schwierig sein, alle gesperrten Spieler zielsicher davon abzuhalten, die Casinos zu betreten. Mit einer Technik, die Gesichter automatisch erkennt, wäre es sehr viel leichter, Sperren durchzusetzen. Darüber hinaus könnte die Software aber auch eingesetzt werden, um gesuchte Kriminelle im Casino zu finden. Das grundsätzliche Problem ist, dass es mit einer gut funktionierenden Software zur Gesichtserkennung auch möglich ist, eher unschöne Dinge zu machen, die den Kunden nicht helfen.

Problematische Einsatzzwecke für Gesichtserkennung

Wenn eine Software zur Gesichtserkennung erst einmal richtig funktioniert, ist es zum Beispiel möglich, jeden einzelnen Spieler im Casino lückenlos zu verfolgen. Theoretisch geht das natürlich auch mit einer ganz normalen Videoüberwachung. Aber es ist doch ein Unterschied, ob es möglich ist, viele verschiedene Spieler parallel zu verfolgen oder nur gezielt einzelne Personen, die sich auffällig verhalten. Es gibt beispielsweise Gerüchte, dass die Macau-Casinos mit den neuen Systemen versuchen könnten, gezielt High Roller zu verfolgen, um deren Verhalten zu studieren und so zu beeinflussen, sodass die Umsätze maximiert werden. Das wäre zumindest ethisch problematisch. Noch schwieriger wäre es, wenn die Software eingesetzt würde, um die gleiche Beeinflussung zu erreichen bei Spielern, die ein echtes Problem haben. Die Versuchung dürfte zumindest da sein, auch auf diese Weise die Gewinne zu optimieren.

Es kann aber auch sein, dass irgendwann eine staatliche Anordnung kommt, dass alle Casinos in Macau eine Software zur Gesichtserkennung installieren müssen. Wenn die Daten für die staatlichen Behörden gesammelt oder genutzt werden, ist das nicht besonders vertrauenserweckend. Die wenigen Casino-Betreiber, die sich öffentlich für den Einsatz von Software zur Gesichtserkennung ausgesprochen haben, argumentieren vor allem mit dem Spielerschutz. Theoretisch ist auch nichts dagegen zu sagen, dass die Technologie eingesetzt wird um den Spielern zu helfen, die sich vor sich selbst schützen möchten. Praktisch ist eine Software zur Gesichtserkennung aber auch gut geeignet für Missbräuche unterschiedlichster Art. Aus diesem Grund müsste eine derartige Software in einem strengen Regelwerk funktionieren. Die Frage ist nur, ob das in den Macau-Casinos am Ende der Fall sein wird. Zwar gibt es diverse regionale und nationale Gesetze und Regelungen, an die sich die Casinos halten müssen. Aber dem Staat geht es bei den Macau-Casinos in erster Linie darum, die Kontrolle zu behalten. Spielerschutz, Datenschutz und Privatsphäre stehen wahrscheinlich nicht ganz oben auf der Prioritätenliste.

Auch in europäischen Casinos könnte Gesichtserkennung zum Thema werden

Software zur Gesichtserkennung ist kein spezielles Macau-Thema. Schon seit Jahren wird über den Einsatz derartiger Technik diskutiert. In manchen Bereichen wird die Gesichtserkennung schon genutzt, zum Beispiel auch bei Grenzkontrollen. Allerdings ist die Technik manchmal noch recht anfällig und es ist ein großer Unterschied, ob ein demokratischer Staat die Software einsetzt oder ein privater Casino-Betreiber. Den meisten Menschen dürfte relativ unwohl sein bei dem Gedanken, dass sehr persönliche Daten gespeichert und dann zur Erkennung abgerufen werden können. Das ist nicht nur in Casinos unangenehm. In den Macau-Casinos geht es vermutlich im Moment darum zu testen, ob die Technik überhaupt schon gut genug ist für die gewünschten Zwecke. Obwohl die Software bei einzelnen Personen mittlerweile sehr gut funktioniert, ist bei großen Menschenmengen bislang die Fehlerhäufigkeit noch recht hoch. Doch es wird nicht lange dauern, bis die Software zur Gesichtserkennung in Macau und vielleicht auch in vielen anderen Casinos in Europa und den USA perfekt funktionieren wird.