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Gericht verurteilt Spielsüchtigen wegen Veruntreuung von 120.000€

Gericht verurteilt SpielsüchtigenVor sich hin rasende Symbole, dazu schrille Töne, die den unverwechselbaren Klang aufeinanderprallender Münzen nachahmen und dazu noch die in großen Buchstaben geschriebenen Einblendungen von „BIG WIN“ und MEGA WIN“, all dies war für fast zwei Jahre die Welt, in der sich ein heute 38-jähriger Mann aus dem bayrischen Regierungsbezirk Schwaben zu Hause fühlte. Online Casinos waren seine Leidenschaft, das Spielen an den Slot Automaten seine Passion. Doch am Ende führte ihn diese aufregende glitzernde Welt, mit ihren Chancen auf Reichtum und der Gefahr des Absturzes, direkt in den Kontrollverlust und damit auch vor das Amtsgericht Aichbach. Zwischen Oktober 2013 und Juli 2015 verspielte der Mann insgesamt 120.000 Euro in diversen Online Casinos und finanzierte dieses enormen Verluste über zahlreiche Veruntreuungen in der Firma, in der zu diesem Zeitpunkt für die Eingangsrechnungen zuständig war. Im gesamten Zeitraum bestellte der Mann immer wieder Laptops und Zubehör im Namen des Unternehmens, verteile danach die Rechnungen auf verschiedenen Kunden der Firma und verkaufte die dadurch erlangten Waren später selbst, um somit seine völlig außer Kontrolle geratene Spielsucht zu finanzieren. Lange Zeit ging dies Spiel ohne Konsequenzen für den Mann immer so weiter, bis eines Tages Prüfer des Finanzsamtes bei einer routinemäßigen Kontrolle der Bilanzunterlagen auf diese Ungereimtheiten stießen, der eigenen Buchhaltung war das Treiben des 38-jährigen nämlich bis dahin nicht aufgefallen. Bei der nun anberaumten Verhandlung vor Gericht zeigte sich der Delinquent, der mittlerweile von dem Unternehmen gekündigt wurde, einsichtig, legte ein Attest vor, dass ihm eindeutig Spielsucht bescheinigt und schwor in Zukunft professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Das Schuldeingeständnis, der Wille zur Hilfe und die Reue, die der Mann vor Gericht zeigte, verhalfen dem 38-jährigen, trotz der 241 nachgewiesenen Betrugsfälle, noch einmal mit einem Blauen Auge davon zukommen und einer Haftstrafe knapp zu entgehen. 24 Monate Haft auf vier Jahre Bewährung wurde es am Ende für den Angeklagten und zudem warten jetzt viele Jahre mit geringem Einkommen auf ihn, denn neben dem Verkauf des eigenen Autos, der Aufgabe der eigenen Wohnung, muss der Verurteilte auch jeden Monat 300 von seinen 1.400 Euro, die er heute verdient, zur Schuldentilgung abtreten.

Allein in Essen werden die Einnahmen der Spielautomaten auf 51 Millionen Euro geschätzt

Der oben beschriebene Fall zum Thema Spielsucht und zu welchen Konsequenzen der eigenen Kontrollverlust führen kann, steht exemplarisch für die Argumente der Glücksspielgegner. Sozialer Abstieg und finanzieller Ruin stehen meist am Ende einer langanhaltenden Sucht, die dazu führt das gesamte Kapital in Spielautomaten zu stecken. Doch nicht nur Online Casinos haben mit Spielsüchtigen zu kämpfen und erleiden hierüber massiven Imageschaden, auch klassischen Spielotheken, gern von den Gegner Spielhöllen genannt, müssen sich immer wieder dafür rechtfertigen, nicht genug gegen den geringen Prozentsatz an Kunden zu unternehmen, für die das Glücksspiel kein Zeitvertreib ist, sondern ein zwanghafter Trieb. Hinzukommen dann auch noch die Einnahmen der Automatenwirtschaft und Betreiber der Spielotheken, die dann gern von Suchthilfe-Vereinen herangeführt werden, um zu behaupten, dass das Geschäft mit Slot Automaten vor allem durch Spielsucht finanziert und am Leben erhalten wird. In der Stadt Essen zum Beispiel belaufen sich die Einnahmen dieses Geschäftszweigs auf geschätzte 51 Millionen Euro im Jahr. Eine gewaltige Summe, doch gibt es nur leider keine verlässliche Zahlen, wie viel davon nun tatsächlich von Spielsüchtigen stammt. Zudem verdient an jedem Geldschein, der in einen Spielautomaten gesteckt wird, auch die Kommune über die Vergnügungsteuer kräftig mit, die in einer großen Stadt wie Essen mehrere Millionen Euro betragen kann. Geld das nur zu einem geringen Prozentsatz dann wiederum in Prävention gegen Spielsucht gesteckt wird, aber zum Großteil soziale Einrichtungen, wie Kindergärten, Vereine und Infrastruktur mitfinanziert. So stellt sich hier eine ähnliche Frage, wie beim Thema Tabaksucht. Kann der Staat überhaupt auf diese Einnahmen verzichten?

Glücksspiel war schon immer ein zweischneidiges Schwert und auf der einen Seite steht die freie Entscheidungsgewalt des Einzelnen, wie er sein Geld ausgibt und wie seine Freizeitgestaltung aussieht und auf der anderen Seite müssen diejenigen geschützt werden, die keinerlei Kontrolle über ihr eigenes Verhalten haben. Die verschärften Glücksspielgesetze sollen nun die Lösung bringen, verlagern aber in Wirklichkeit nur das Problem in andere Bereiche.

Weniger Spielautomaten in Spielotheken, dafür mehr in Gaststätten

Vereine, die für Spielsüchtige die erste Anlaufstelle sind und mit ihrer Expertise den Betroffenen helfen wollen, wieder zurück in geordnete Bahnen zu finden, begrüßen natürlich die neuen verschärften Regeln für Spielhallen, die je nach Bundesland unterschiedlichen Abstandregeln beinhalten und zu einer deutlichen Abnahme der Spielotheken in Deutschland führen werden. Doch werden diese Maßnahmen tatsächlich mehr Spieler vor sich selbst schützen, oder führt am Ende die Schließung dieser Etablissements nur zur einer Verlagerung? Sicherlich können durch die eintretenden Verknappung von Spielotheken, Gelegenheitsspieler davon abgehalten werden, diese Form der Spielstätten zu besuchen, doch tatsächlich Spielsüchtige werden andere Wege finden ihrer Sucht nachzugehen. So zeigten Jürgen Trümper und Christiane Heimann vom Arbeitskreis gegen Spielsucht in ihrer neusten Studie auf, dass es nun zu dem Trend kommt, dass die Anzahl der Spielhallen von 2014 zu 2016 zwar um 1,8 Prozent abnahm, dafür allerdings die Anzahl der Spielautomaten in der Gastronomie deutlich um 2,32 Prozent zulegte. Somit scheint sich schon vor dem Inkrafttreten der neuen Regeln in diesem Jahr, eine Wanderungsbewegung der verfügbaren Spielautomaten zu bestätigen, die in den nächsten Jahren noch zunehmen dürfte. Hierdurch sehen Suchtvereine schon den nächsten Ansatzpunkt in ihrem Kampf gegen die Spielsucht und würden am liebsten das Aufstellen von Spielautomaten in Gaststätten gänzlich verbieten lassen. Nicht berücksichtigt wurde zudem in der Studie, die Abwanderungsbewegungen ins Internet zu den Online Casinos. Wie groß der Erfolg der restriktiven Gesetze tatsächlich sein wird, Spielsucht einzudämmen, wird sich die nächsten Jahre zeigen müssen.

Der Bundesverband der Automatenwirtschaft, vertreten durch Frau Simone Storch, hat sich nun ausdrücklich hinter die Aufstellung von Spielautomaten in der Gastronomie gestellt: „Die Aufstellung von Geldspielgeräten in der Gastronomie ist ein wesentlicher Pfeiler der Automatenwirtschaft…“ Außerdem bekräftigte sie zusätzlich: „Die klassische Gastronomieaufstellung darf dem Vorgehen gegen Café-Casinos und illegale Spielangebote nicht geopfert werden.“

Gericht verurteilt Spielsüchtigen wegen Veruntreuung von 120.000€
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Von | 2017-04-09T07:40:50+00:00 24. Januar 2017|Kategorien: Nachrichten, Vermischtes|Tags: , , , , , |

Über den Autor:

Das Online Glücksspiel ist für mich die beste Erfindung seit Pac Man. So bin ich froh darüber, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Meine bevorzugten Casinospiele sind Roulette, Black Jack und natürlich Spielautomaten. Meine Casino Erfahrungen möchte ich hier mit vielen gleichgesinnten Usern teilen.

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