Die Gambling Business Group (GBG) ist ein Zusammenschluss mehrerer britischer Unternehmen. Die GBG setzt sich für die Belange der Glücksspielindustrie ein. Mit einer neuen Anti-Betrug-Initiative will die Gambling Business Group die Manipulation von Automatenspielen bekämpfen, allerdings nicht in Online Casinos, sondern in klassischen Spielhallen.

Gambling Business group Betrug bei landbasierten Spielautomaten weit verbreitet

Nicht nur in Großbritannien ist Betrug mit landbasierten Spielautomaten ein großes Thema. In den letzten Monaten gab es beispielsweise auch in Österreich diverse Aktionen gegen betrügerische Banden, die mit manipulierten Spielautomaten riesige Summen erbeuten konnten. Die Gambling Business Group hat eine Anti-Betrug-Initiative geschaffen, um in Großbritannien besser gegen die Manipulation von Spielautomaten vorgehen zu können. Ein Schlüssel der neuen Initiative ist der Austausch von Informationen und Daten. Die größte Herausforderung bei der Entwicklung der neuen Initiative bestand darin, die Datenschutzgesetze einzuhalten. Was für die Deutschen die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) ist, ist für die Briten die GDPR (General Data Protection Regulation). Zusammen mit dem erfahrenen Sicherheitssystem der Firma Gamestec ist es der Gambling Business Group gelungen, ein System zu entwickeln, mit dem Betrug eingedämmt werden kann und trotzdem alle Daten ordnungsgemäß geschützt werden.

Laut Peter Hannibal, dem Vorsitzenden von GBG, sei seit der Einführung der GDPR die Situation für Spielhallen-Besitzer und Spielcasinos in Großbritannien deutlich schwieriger geworden. Schon vorher habe es kein vernünftiges System für den Informationsaustausch gegeben. Aber seit der Einführung der GDPR ist die Unsicherheit bei vielen Betreibern so hoch, dass vorsichtshalber überhaupt keine Daten ausgetauscht würden. Durch die Anti-Betrug-Initiative der Gambling Business Group soll erreicht werden, dass die Glücksspielanbieter systematisch Informationen austauschen, um Betrug aufzudecken und zur Anzeige zu bringen. Derzeit seien viele Spielhallen-Besitzer frustriert, da sie sich von der Polizei und der Politik im Stich gelassen fühlten. Die neue Initiative der GBG soll dazu beitragen, dass sich die Spielhallen-Besitzer wieder aktiver um ihre eigenen Interessen kümmern können. Ein wichtiges Ziel ist es, Betrugsfälle so aufzudecken, dass anschließend keine juristischen Schlupflöcher offen bleiben für die Täter.

Frühzeitige Warnungen wichtiger Teil des neuen Systems

Ein wichtiges Ziel der neuen Anti-Betrug-Initiative ist es, ein Warnsystem zu etablieren, dass es möglich macht, Spielhallen-Besitzer schon frühzeitig zu warnen, wenn beispielsweise eine neue Form des Betrugs praktiziert wird. Durch umfassende Informationen sollen die Glücksspielanbieter dazu in die Lage versetzt werden, entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Auch die Warnung vor bestimmten Personen kann unter Umständen ein Teil des Warnsystems werden. Genau an solchen Stellen ist es wichtig, dass der Informationsaustausch gemäß der Datenschutz-Grundverordnung stattfindet. Für die Betrüger, die mit der Manipulation von Spielautomaten viel Geld illegal verdienen, ist die Situation in Großbritannien aktuell nach Einschätzung der Gambling Business Group zu leicht. Mit der Anti-Betrug-Initiative sollen einige Hürden aufgebaut werden, die es den Betrügern schwerer machen, mit ihrer Masche durchzukommen.

Aktuell versuchen sich die Glücksspielanbieter selbst zu helfen, zum Beispiel indem sie geschlossene Facebook-Gruppen gründen, in denen Informationen ausgetauscht werden. Das ist aber eine problematische Sache, insbesondere wenn Informationen veröffentlicht werden, die einen klaren Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung darstellen. Niemand sollte sich der Illusion hingeben, dass eine geschlossene Facebook-Gruppe nicht auch von der Polizei oder anderen interessierten Gruppen infiltriert werden könnte. Ein sauberer und legaler Ansatz wie die Anti-Betrug-Initiative der Gambling Business Group ist langfristig die deutlich bessere Methode, um Betrügern das Handwerk zu legen. Geplant ist zunächst, die Anti-Betrug-Initiative bei allen Anbietern, die zur Gambling Business Group gehören, umzusetzen. Um das Problem insgesamt besser in den Griff zu bekommen, wird es wahrscheinlich aber langfristig notwendig sein, die Initiative in allen Spielhallen in Großbritannien zu etablieren.

Auch in Deutschland Probleme mit manipulierten Automaten

Aktuell wird viel über Online Casinos diskutiert, die in Deutschland in einer Grauzone operieren. Dabei wird oft übersehen, dass es beim landbasierten Glücksspiel oft große Probleme gibt. Genauso wie in fast allen anderen Ländern, die Spielautomaten in Spielhallen zulassen, gibt es auch in Deutschland Geräte, die nicht ordnungsgemäß funktionieren. Manchmal geht es „nur“ um einen Steuerbetrug, der die Kunden nicht direkt betrifft. Aber es kommt auch nicht selten vor, dass Automaten so manipuliert sind, dass sie deutlich weniger Gewinn ausspucken als vorgesehen. Die Regeln sind in Deutschland streng, aber es gibt sehr viele Spielhallen, sodass Lücken für kriminelle Betrüger bleiben. Schon aus technischen Gründen ist es leichter, Online Casinos zu überprüfen. Es wäre zum Beispiel möglich, automatisierte Testverfahren zu entwickeln, mit denen die Spiele in Casinos online regelmäßig überprüft werden. Aber um solche Ideen umzusetzen, müsste Deutschland zuerst eine Casino-Lizenz inklusive umfassender Regulierung haben.