Die finnische Gewerkschaft MaRa setzt sich für den Erhalt der Spielautomaten und der aktuellen Regulierung ein. Aktuell wird in Finnland darüber diskutiert, Spielautomaten in Gaststätten und Tankstellen viel strenger zu regulieren als bisher. Laut MaRa würde das aber zu unverhältnismäßig vielen wirtschaftlichen Problemen führen.

Finnland will Spielautomaten neue regulieren

Finnland SpielautomatenWas möchte eine finnische Gewerkschaft? Arbeitsplätze? Und was noch? Höhere Löhne! Aber was möchte eine finnische Gewerkschaft wirklich? Spielautomaten!? Ganz so einfach ist die Sache natürlich nicht, denn auch wenn sich die finnische Gewerkschaft MaRa aktuell dafür einsetzt, die Regulierung der Spielautomaten in Gaststätten und Tankstellen beizubehalten, geht es im Kern doch um Arbeitsplätze. Die Position von MaRa ist, dass eine strengere Regulierung dazu führen würde, dass viele Automaten und die damit verbundenen Umsätze und Gewinne verschwinden würden. Zudem würden wahrscheinlich deutlich weniger Menschen spielen und damit ebenfalls dafür sorgen, dass die Betreiber der Geräte einen wirtschaftlichen Schaden hätten. Darüber hinaus weist die finnische Gewerkschaft darauf hin, dass natürlich auch die Unternehmen, die Spielautomaten bauen und vertreiben, von einer strengeren Regulierung negativ betroffen wären. Ob der Protest von MaRa aber reicht, um die neue Regulierung zu verhindern, darf zumindest bezweifelt werden. Aktuelle Umfragen zeigen, dass die große Mehrzahl der politischen Parteien in Finnland dafür ist, eine strengere Regulierung für Spielautomaten zu schaffen. Doch was will die Politik in Finnland eigentlich machen? Warum ist die Gewerkschaft MaRa so empört? Die Antwort ist erstaunlich, speziell für deutsche Leser.

Finnland hat grundsätzlich die Idee, Spielautomaten und andere Glücksspiele nur noch Menschen zugänglich zu machen, die sich mit einem amtlichen Ausweis identifizieren. Das ist zum Beispiel auch in deutschen Spielbanken üblich und wird immer wieder einmal diskutiert. Ein simpler Grund dafür ist natürlich, dass über den Ausweis eine Alterskontrolle stattfindet. Aber nicht bei jedem Besucher wäre es nötig, aus diesem Grund einen Ausweis zu verlangen. Ein anderer wichtiger Grund ist, dass durch eine Identifizierung per Ausweis Geldwäsche bekämpft werden kann. Das ist zum Beispiel ein wichtiger Grund, warum die Besucher in Online Casinos oft schon bei der ersten Auszahlung eine Ausweiskopie vorlegen müssen. Wer Glücksspiele nutzen will, sollte in jedem Fall dazu bereit sein, einen Ausweis zu zeigen. Alle Erfahrungen zeigen, dass das zumindest in Deutschland sehr oft nötig ist, sowohl offline als auch online. Spielbanken lassen sich den Ausweis unter anderem auch zeigen, um die Sperrliste zu kontrollieren. Wer auf dieser Sperrliste steht, darf in der Spielbank nicht zocken. Es gibt viele gute Argumente für eine Ausweisregelung, aber in Finnland ist es bislang problemlos möglich, in Gaststätten und Tankstellen einfach die verfügbaren Spielautomaten zu nutzen. Auch in Deutschland ist das in vielen Gaststätten nach wie vor möglich. Aber nun möchte Finnland die Spielautomaten ausgliedern in eigene Etablissements. Man könnte aber auch sagen: Finnland möchte Spielhallen haben!

Spielautomaten erfreuen sich großer Beliebtheit in Finnland

Laut offiziellen Statistiken werden im Moment etwa 2.300 Spielautomaten in finnischen Restaurants betrieben. Dazu kommen dann noch etwa 800 Slots in den Tankstellen des Landes. Das ist eine beeindruckende Zahl, zumal man davon ausgehen muss, dass in den meisten Gaststätten und Tankstellen nicht mehrere Spielgeräte stehen. Die Finnen haben somit die Möglichkeit, an vielen Orten Spielautomaten zu nutzen. Die Befürworter der strengen Regulierung argumentieren natürlich mit dem Spielerschutz. Das ist zumindest ein Argument, das diskutiert werden muss. Aber im Moment ist überhaupt nicht klar, wie groß das Problem überhaupt ist mit den Spielautomaten in Tankstellen und Restaurants. Laut MaRa ist nur ein sehr kleiner Teil der Nutzer dieser Geräte von Schwierigkeiten betroffen. Die meisten Glücksspiel-Fans nutzen die Geräte, um ein bisschen Spaß und Zerstreuung an einem harten Arbeitstag zu haben. Aus deutscher Sicht würde man ihr vermuten, dass Spielhallen problematischer sind als die Spielautomaten, die in Gaststätten und Tankstellen hängen. Immerhin gibt es in solchen Einrichtungen dann auch noch so etwas wie eine soziale Kontrolle und andere Unterhaltungsmöglichkeiten neben den Glücksspielen. Aber vielleicht müssen die Finnen auch zahlreiche Spielhallen errichten, um dann in ein paar Jahren festzustellen, dass es eine gute Idee ist, Spielhallen neu zu reglementieren.

Es ist nahezu ausgeschlossen, dass der Umsatz mit Glücksspielen durch eine strengere Regulierung in Finnland nach unten gehen würde. Das wahrscheinlichste Ergebnis: Die Umsätze werden sich etwas verlagern. Wenn es tatsächlich mehr Spielhallen in Finnland geben sollte, würden die Glücksspiel-Fans eben in die Spielhallen gehen. Auch klassische Spielbanken können eine Alternative sein. Natürlich gibt es die unzähligen Online Casinos, in denen die Glücksspiel-Fans rund um die Uhr Spaß haben können. Und natürlich müssen die Casino-Besucher im Netz auch den Ausweis vorzeigen. Aber das ist im Zweifel immer noch deutlich angenehmer und unkomplizierter als die Ausweiskontrolle in einer Spielhalle. In Österreich gibt es mittlerweile sogar Spielautomaten, bei denen die Kunden den Ausweis direkt am Automaten vorzeigen müssen. Es gibt viele Möglichkeiten, Glücksspiel-Fans den Spaß zu verderben. Aber bislang ist es noch keinem Land mit Regulierung gelungen, das Bedürfnis nach Glücksspiel erheblich zu reduzieren. Spätestens seit der Erfindung des Internets ist es ohnehin eine Sisyphos-Aufgabe, eine strenge Regulierung umzusetzen. Denn was machen die Glücksspiel-Fans, die streng reguliert werden beim Offline-Spiel: abwandern ins Internet!

MaRa will vernünftige Regulierung von Spielautomaten

Die Argumente der finnischen Gewerkschaft MaRa sind bedenkenswert. Insbesondere wird darauf hingewiesen, dass die lokale Wirtschaft erheblich leiden könnte, wenn die Spielautomaten in Gaststätten und Tankstellen nicht mehr die gewohnten Umsätze bringen. Aber das kann natürlich am Ende nicht das einzige Argument sein, das in die Regulierung einfließt. Spielerschutz ist ein relevantes Thema und selbstverständlich müssen auch die Interessen der Allgemeinheit geschützt werden. Aber es gibt viele Möglichkeiten, eine vernünftige Regulierung umzusetzen, die den Glücksspiel-Fans nicht den Spaß am Spielen verdirbt. Wenn es zum Beispiel in Finnland Automaten gäbe, an denen die Spieler sich mit einem Personalausweis identifizieren müssten, wäre das eine sinnvolle Lösung. Dann könnten die Automaten an den bisherigen Standorten bleiben, aber zugleich würde auch für einen guten Spielerschutz gesorgt.

Man könnte auch ähnlich wie in Schweden eine nationale Sperrliste schaffen, an die sich alle Anbieter von Glücksspielen halten müssen. Das wäre technisch wahrscheinlich nicht ganz einfach bei den klassischen Spielautomaten. Aber Schweden macht gerade sehr gute Erfahrungen mit einer nationalen Sperrliste, auf der sich alle Glücksspiel-Fans des Landes eintragen können. Wer auf dieser Liste steht, kann in keinem Online Casino mehr spielen. Warum sollte so etwas nicht auch mit den finnischen Spielautomaten funktionieren? Das wäre wahrscheinlich ein deutlich besserer Beitrag zum Spielerschutz als eine Regulierung, die nur dafür sorgt, dass die Betreiber der Gaststätten und Tankstellen weniger Einnahmen haben. Aber wenn es so läuft wie in Deutschland, wird am Ende eine Regelung rauskommen, die vielen kleinen Unternehmen schadet und den Spielerschutz nicht sonderlich verbessert, dafür aber viele Glücksspiel-Fans ins Internet treibt.