Ex-Lobbyist von Novomatic Peter HocheggerDie uralte Geschichte über Ikarus, der sich aufmachte es den Vögeln gleich zu tun und in den Himmel, mit seinen eigens konstruierten Flügeln, emporzusteigen, doch dabei der Sonne zu nahe kam und abstürzte, vermittelt auch heute noch, nach mehr als 2.000 Jahren, ihre treffende Botschaft. Hochmut kommt vor dem Fall, heißt es so schön und für Peter Hochegger, den Ex-Lobbyisten und Berater zahlreicher österreichischer Firmen, darunter auch Novomatic, gilt dies im besonderen Maße. Viele Jahre lang liefen seine sogenannten Beratertätigkeiten wie geschmiert und Geschmiert ist hier das treffende Stichwort, denn selten ging es bei den Geschäften des ehemaligen Unternehmers mit rechten Dingen zu. In so jede größere Affäre in Österreich der letzten 15 Jahre, die mit Schmiergeldzahlungen zu tun hat, ist Hochegger verwickelt und die Justizbehörden beginnen nun langsam etwas Licht ins Dunkel um das Trio Meischberger, Grasser und eben Hochegger zu bringen. Mit der jetzt erfolgten Verurteilung im Telekom-Prozess, bei der der ehemalige Lobbyist nun 2 Jahre Haft, davon 8 Monate auf Bewährung, erhalten hat, ist der Startschuss für die Aufarbeitung der zahlreichen Seilschaften zwischen Politik und Wirtschaft erfolgt.

Grasser, Meischberger und Hochegger – die Telekom-Austria-Affäre

Sich auf den Weg in die Politik zu begeben kann zwei unterschiedliche Auslöser haben, das Bedürfnis die Gesellschaft mit eigenen Vorstellung zu verbessern oder sich selbst zu bereichern. Den Anteil an Entscheidungsträgern, die in den Parlamenten sitzen und nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind, sollte von den Bürgern nicht unterschätzt werden, denn auch in den jetzt erfolgten Urteilssprüchen in der Telekom-Austria-Affäre findet sich mit Gernot Rumpold einer dieser Schwarzen Schafe der Politik. Zusammen mit Peter Hochegger finanzierten sie den BZÖ-Wahlkampf mit unlauteren Mitteln und transferierten zahlreiche Gelder zu wichtigen Entscheidungsträgern, um dieses nach ihrem Sinne und ihrer Auftraggeber zu beeinflussen. Rumpold, der ehemalige FPÖ-Politiker, bekam insgesamt 33 Monate Haft aufgebrummt, von denen 22 Monate zur Bewährung ausgestellt wurden. Sein Freund und Mitbeteiligter Hochegger erhielt von der Telekom Austria über 10 Jahre hinweg Zahlungen in Höhe von insgesamt 25 Millionen Euro für angebliche Beratertätigkeiten, bei denen bis heute nicht so richtig klar wurde, für was eigentlich gezahlt wurde. In dieser Zeit war auch sein persönlicher Freund Karl-Heinz Grasser Finanzminister und Eigentümervertreter der teilprivatisierten Telekom. An die Valora AG, an der natürlich ebenfalls Grasser, Meischberger und Hochegger beteiligt waren, flossen noch einmal insgesamt 38 Millionen Euro von Seiten der Telekom Austria. Auch hier erhielt Peter Hochegger davon 9 Millionen Euro Honorare ohne echte Gegenleistung. Die drei Herren bilden das Zentrum einer ausgesprochen umfangreichen Affärensammlung, die noch in zahlreichen weiteren Prozessen aufgearbeitet werden wird und muss. Als nächsten steht für diese zwielichtigen Persönlihckeiten der Skandal um die Privatisierung der Bundeswohnungen vor Gericht an, bei dem Hochegger bis zu 10 Jahre Haft drohen.

Die Telekom Austria steht auch zusammen mit Novomatic im Verdacht, unlauteren Einfluss auf die Politik ausgeübt zu haben, um eine Änderung in der Glücksspielregulierung zu erreichen und das Monopol der CASAG zu brechen. Gemeinsam wollte sie in den Lotto- und Casinobereich in Österreich einsteigen. Hier steht allerdings ein komplette Aufklärung noch aus und der Glücksspielkonzern Novomatic bestreitet die Vorwürfe vehement. Hochegger und Meischberger waren auch als Berater für dieses Unternehmen tätig und betrieben zu dessen Gunsten Lobbyarbeit.