Bitcoins Mehrwertsteuerfrei Das Internet, welches heute einen großen Stellenwert in unserer Gesellschaft einnimmt, hat unter anderem auch viele Neuerungen hervorgebracht, u. a.  virtuelle Währungen wie Bitcoins. Auf zahlreichen Webseiten können herkömmliche Währungen in Bitcoins getauscht werden, um beispielsweise an Versteigerungen oder auch Glücksspielen in Online Casinos teilzunehmen. Auch Zahlungen zwischen Privatpersonen können in Bitcoin vorgenommen werden. Eine klare europäische Entscheidung, ob beim Tausch in virtuelle Währungen Mehrwertsteuer anfällt, gab es bisher nicht. Mit der aktuellen Entscheidung in Luxemburg liegt diese nun vor.

Bitcoins mehrwertsteuerfrei: eine Aufwertung der virtuellen Währung

Wie der Europäische Gerichtshof in Luxemburg am 22.10.2015 entschied, wird der Tausch von traditionellen Währungen, wie Euro, US-Dollar und Pfund in virtuelle Währungen wie Bitcoin von der Mehrwertsteuer befreit. Bitcoins werden somit steuerrechtlich den herkömmlichen Währungen gleichgestellt. Virtuelle Währungen haben somit eine Aufwertung erfahren. Dem Urteilsschluss war die Klage eines schwedischen Unternehmers vorausgegangen, welcher auf seiner Internetseite den Umtausch von Bitcoins in Schwedische Kronen und umgekehrt anbieten wollte. Die schwedischen Behörden wollten einer Umsatzsteuerbefreiung dieser Transfers nicht stattgeben.

Bitcoin-Gründer vor Gericht

Die jetzige Urteilsverkündung des Europäischen Gerichtshofs stellt eine klare Richtlinie zur Mehrwertsteuerfrage virtueller Währungen dar. Zahlreiche Unternehmen, welche aufgrund von Bitcoins bisher Mehrwertsteuer ausweisen und abführen mussten, sind nun von der Mehrwertsteuer befreit und können sich eventuell auch über Steuerrückzahlungen freuen. Ganz risikolos ist der Fortschritt allerdings nicht, denn Bitcoins unterliegen nicht nur hohen Kursschwankungen, sondern stehen auf im Verruf Geldwäsche zu fördern. Aktuell steht der Gründer der Bitcoin-Handelsplattform Mt. Gox vor Gericht, mit dem Verdacht eine Million US-Dollar auf illegalem Wege erschaffen zu haben. Und auch in Sachen Steuer muss aufgepasst werden. Eine Befreiung von der Mehrwertsteuer befreit nicht von der Einkommensteuer auf beispielsweise Spekulationsgewinne mit Bitcoins. Gewinne, welche Kunden in diesem Rahmen mit Bitcoins erzielen sind weiterhin steuerpflichtig und im Rahmen der Einkommensteuererklärung auszuweisen.

Dennoch ist die Entscheidung des Gerichtshofs ein positiver Schritt für die Zukunft, denn virtuelle Währungen werden auch zukünftig eher an Bedeutung gewinnen als verlieren.