Die Ergebnisse des gestrigen Spieltages im Überblick:
Kroatien – Schottland 3 : 1
Tschechien – England 0 : 1

Schon am Morgen beschäftigte eine Entscheidung die internationale Presse sowie Fußball-Fans europaweit: Gemeinsam mit dem EM-Organisationskomitee hatte sich die UEFA darauf verständigt, die Münchner Arena beim morgigen Spiel Deutschland gegen Ungarn nicht in Regenbogenfarben erstrahlen zu lassen. In der Begründung heißt es: „Die UEFA ist gemäß ihrer Satzung eine politisch und religiös neutrale Organisation. Angesichts des politischen Kontextes dieses speziellen Antrags – eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen nationalen Parlaments abzielt – muss die UEFA diesen Antrag ablehnen.“ Am Abend fielen dann die Entscheidungen in der Gruppe D der Europameisterschaft 2021: England ist Gruppenerster, gefolgt von Kroatien. Die Tschechen haben als Gruppendritter reelle Chancen das Achtelfinale zu erreichen, und die Schotten müssen – immerhin nicht torlos - nach Hause fahren.

Hier geht es zu unserem kompletten EM-Kalender

England gewinnt in den ersten 45 Minuten und verwaltet anschließend die Führung

Europameisterschaft England

Schon vor dem Anpfiff waren beide Mannschaften bereits für das Achtelfinale qualifiziert. Durch den gestrigen Sieg schob sich England an den Tschechen vorbei auf Platz 1 der Gruppe D und könnte somit zum Achtelfinalgegner der Deutschen werden. Allerdings nur, sofern die DFB-Elf heute Platz 2 erreicht. Glaubt man den internationalen Sportnachrichten und den Quoten der Wettbüros, dann scheint dies durchaus im Bereich des Möglichen zu liegen. Die Engländer hatten einige Wechsel vorgenommen – nicht alle waren freiwillig. Ben Chilwell und Mason Mount fielen aus, da sie als Kontaktpersonen des mit Corona infizierten schottischen Spielers Billy Gilmour eingestuft worden waren und sich nun in Quarantäne befinden. Auch Tyrone Mings spielte nicht von Anfang an, da Harry Maguire, der Chef der englischen Abwehr, nach einer Verletzungspause wieder in der Startelf stand. Vor 22.500 Zuschauern und den Augen von Verbandschef Prinz William sowie UEFA-Präsident Aleksander Ceferin legte das englische Team im Londoner Wembley Stadion einen fulminanten Start hin. Es dauerte keine 2 Minuten, bis Raheem Sterling erst den tschechischen Keeper Tomas Vaclik mit einem Lupfer überlistete und dann den Ball an den Pfosten donnerte. England machte weiter Druck, und in der 12. Minute war es dann wieder Raheem Sterling, der nach einer sehenswerten Flanke von dem für Mount spielenden Jack Grealish zum 0 : 1 einköpfte.

Mit diesem Ergebnis wollten sich die Three Lions aber nicht zufrieden geben und drängten auf das nächste Tor. In der 26. Minute vergab jedoch Superstar Harry Kane eine Riesenchance. Doch auch die Tschechen sahen nicht tatenlos zu, sondern setzten immer wieder Nadelstiche. Unmittelbar nach der Chance für Kane war es Tomas Holes, der einen spektakulären Weitschuss in Richtung des tschechischen Tors donnerte, allerdings an Keeper Pickford scheiterte. Tomas Soucek schoss in der 36. Minute nur knapp am englischen Netz vorbei. Die englischen Fans sahen eine ereignisreiche erste Halbzeit, doch das war es dann auch. In der zweiten Hälfte verlor die Partie deutlich an Tempo. England verwaltete seine knappe Führung, und auch von den Tschechen war nicht mehr allzuviel zu sehen. Für die K.O.-Runde werden sich beide Teams erheblich steigern müssen.

Modric zeigt seine Weltklasse und schickt Schottland nach Hause

Vor der Begegnung Kroatien gegen Schottland in Glasgow hatten beide Teams noch eine Chance in die nächste Runde zu kommen, daher setzten die Mannschaften alles auf eine Karte.  Am Ende war es einmal mehr Kapitän Luka Modric, der den amtieren Vize-Weltmeister vor einer großen Blamage bei der Europameisterschaft 2021 bewahrte. Beide Teams starteten mit einer veränderten Startelf. Die Schotten brachten für den an Corona erkrankten Mittelfeld-Shootingstar Billy Gilmour Stuart Armstrong vom FC Southampton. Der kroatische Nationaltrainer Zlatko Dalic, der in seiner Heimat unter heftiger Kritik steht, ließ den Wolfsburger Josip Brekalo, den Hoffenheimer Adrej Kramaric und den Ex-Frankfurter Ante Rebic auf der Bank. Die Sturmspitze übernahm stattdessen Bruno Petkovic. Die schottischen Gastgeber drängten von der ersten Minute an auf ein Tor. Für einige brenzlige Situationen sorgte nicht zuletzt Stürmer Che Adams. Die gegnerische Mannschaft, die von dem überragenden Luka Modric mit viel Übersicht geführt wurde, bewies allerdings schon beim ersten Schuss auf das schottische Tor eine gnadenlose Effektivität.

Nicola Vlasic von ZSKA Moskau schob in der 17. Minute mit Links ein. Für die wieder einmal tapfer kämpfenden Schotten kam eine Viertelstunde später schon der nächste Dämpfer: Grant Hanley musste angeschlagen das Spielfeld verlassen. Für den Innenverteidiger kam Scott McKenna und dieser somit auch gleich zu seiner EM-Premiere. Allerdings wurde direkt seine erste Aktion mit Gelb bestraft, da er Petkovic gefoult hatte. Die Schotten spielten munter weiter und wurden dann endlich in der 42. Minute belohnt. Callum McGregor schoss von der Strafraumgrenze flach ins linke Eck und bescherte seiner Heimat das erste Tor bei dieser EM. Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte. Beide Teams spielten um alles oder nichts. Die Kroaten suchten immer wieder Modric, der in seinem 140. Länderspiel langsam zur Höchstform auflief. Aus 17 Metern schoss er mit seinem berühmten Außenrist ein wunderschönes Tor und bereitete auch das 3:1 durch einen Eckschuss vor, den Perisic dann aus knapper Distanz einköpfte. Es blieb bei diesem Endstand, mit dem sich die Kroaten das Weiterkommen sicherten.