Der Glücksspielmarkt im Fürstentum Liechtenstein befindet sich in einer rasanten Wachstumsphase. Neueste Gerüchte rund um das ehemalige Gebäude der Medicnova zeigen, dass ein Ende dieses Booms noch lange nicht in Sicht ist. Seit gut einer Woche zeigt die Beschilderung auf dem Dach des Gebäudes an, dass ein Mieter für die Anlage gefunden werden konnte. Dabei soll es sich um niemand geringeren als das erst kürzlich gegründete Grand Casino LI handeln. Auch wenn offizielle Bestätigungen bislang noch ausblieben, pfeifen es die Spatzen bereits von den Dächern, dass hier Liechtensteins neuester Pokerclub inklusive eines Special Guest Hotels entstehen wird.

LiechtensteinPläne werden immer konkreter

Was auf den ersten Blick lediglich als ein weiteres der zahlreichen Gerüchte anmutet, scheint bei näherer Betrachtung schon bald tatsächlich zur Realität zu werden. Es deutet nämlich alles darauf hin, dass es sich bei dem neu gefundenen Mieter des Gebäudes der insolventen Privatklinik um die neu gegründete Grand Casino LI Firma handelt. Neben einem Pokerclub mit eigenen Übernachtungsmöglichkeiten könnte die Grand Casino LI auch ihre Niederlassung mit eigenen Büro- und Geschäftsräumen in das Gebäude verlegen. Dafür spricht beispielsweise, dass das Unternehmen nach eigenen Angaben mit dem Zweck gegründet wurde, eine Spielbank nach Liechtensteiner Geldspielgesetz, einen Hotelbetrieb gemäß Liechtensteiner Gewerbegesetz und ein Gastgewerbe gemäß den Gewerbebestimmungen zu unterhalten.

Ein weiteres Indiz für die Entstehung eines Pokerclubs findet sich, wenn man einen Blick auf die Mitgliederliste des Verwaltungsrats der Grand Casino LI wirft. Denn unter anderem wird der Österreicher Dieter Bettschar als Mitglied des Rates aufgelistet. Bettschar ist seit vielen Jahren im Casinobereich aktiv und seit 2013 General Manager der Apex Casinos zu der auch die Apex Gaming Technology GmbH gehört. Die Apex Gaming Technology GmbH bezeichnet sich wiederum selbst als eine der führenden innovativen Firmen weltweit für den Bereich Casino-Lösungen. Dazu kommt, dass sowohl die Axalo Immobilien AG als auch die Selemad Immobilien AG bestätigten, dass das Gebäude zukünftig nicht mehr zu medizinischen Zwecken, sondern stattdessen von einer liechtensteinischen Gesellschaft genutzt werde, die verschiedene Dienstleistungen anbiete. Damit würde der Casino-Boom in Liechtenstein weiteren Aufwind bekommen und neuen Online Casinos weitere Konkurrenz machen, denn sowohl in Schaan als auch in Balzers wurden bereits Genehmigung zur Errichtung und dem Betrieb von weiteren Casinos erteilt.  

Gebäude steht seit Insolvenz leer

Die Medicnova Privatklinik wurde im Januar 2017 eröffnet und verfügte über 33 Betten und bis zuletzt 47 Mitarbeiter. Vor der Eröffnung der Klinik wurden rund 50 Millionen Schweizer Franken investiert. Im Juli 2018 kam es nach gerade einmal 18 Monaten zur Katastrophe und die Klinik wurde vom Konkursverwalter aus Gründen des Gläubigerschutzes mit sofortiger Wirkung geschlossen. Dass es überhaupt soweit kommen konnte, könnte auch an der fehlenden OKP-Zulassung der Klinik gelegen haben. Diese Zulassung wurde der Medicnova mit der Begründung der unklaren Eigentumsverhältnisse verwehrt. Denn es gab Grund zur Annahme, dass sich unter den Besitzern der Klinik sogenannte Zuweiser befanden. Nach fast einem Jahr ging die Suche nach einem neuen Mieter nun zu Ende. Lediglich die offizielle Bestätigung, dass es sich hierbei um die Grand Casino Li handelt, steht noch aus.