Spielhallen-BandeAm Landgericht Braunschweig wurde nun der Prozess gegen die sogenannte Spielhallen-Bande eröffnet. Im vergangenen Jahr soll diese Bande Einbrüche in zwölf Spielhallen begangen haben. Dabei erbeuteten die Täter, die allesamt Rumänen sind, etwa 150.000 Euro und hinterließen in den zwölf Spielhallen Sachschäden von insgesamt etwa 100.000 Euro.

Voller Gerichtssaal im Landgericht Braunschweig

Zum Prozessauftakt zeigte sich, dass der Gerichtssaal schon aufgrund der Angeklagten weitaus voller sein würde, als bei anderen „normalen“ Prozessen. Denn insgesamt sieben Angeklagte haben sich auf der Anklagebank versammelt. Sechs Männer zwischen 26 und 37 Jahre sowie eine 28-jährige Frau werden nun noch öfter auf der Anklagebank Platz nehmen müssen. Die Männer sind dabei wegen Bandendiebstahls angeklagt und die Frau, weil sie sowohl beim Absetzen der Einbruchsbeute geholfen haben soll als auch den Männern wohl einen Unterschlupf gewährte. Zu den angeklagten „Fachkräften“ gesellten sich dann jedoch nicht nur die Verteidiger, sondern auch noch zusätzlich Dolmetscher, da die Deutschkenntnisse der rumänischen Angeklagten nicht für die Prozessverfolgung ausreichen. Zudem wurde Gerichtssaal natürlich noch komplettiert durch die Staatsanwaltschaft, die Sicherheitsbeamten, die Schöffen sowie natürlich durch eine Richterin.

Erster Prozesstag schnell beendet

Trotz des vollen Hauses hatte sich der erste Prozesstag schnell erledigt. Denn im Prinzip war am ersten Tag nicht viel passiert außer der Verlesung der Anklage. Die Oberstaatsanwältin legte in der Anklage den Beschuldigten nicht nur die zwölf Einbrüche zur Last. Auch der Diebstahl eines Toyota Hilux Pick-Ups wird den Angeklagten von der Staatsanwaltschaft zur Last gelegt. So sollen die Angeklagten mal einfach so in die Spielhallen eingebrochen sein und manchmal auch den Pick-Up für den Einbruch genutzt haben, indem sie damit in den Eingang fuhren. Bei jedem Einbruch haben sie aber insofern immer gleich gehandelt, als dass die „Maschinenbauingenieure“ immer den Geldwechselautomaten mitnahmen, um an Geld zu kommen. Die treibende Kraft bei dieser Straftatenserie soll laut Staatsanwalt ein 37-jähriger Atomphysiker Rumäne gewesen sein. Alle Beschuldigten Männer kennen sich demnach schon bereits aus Rumänien, da sie alle aus dem gleichen Ort stammen sollen.

Keine Angaben vor Gericht gemacht

Erst nach ihrem zwölften Einbruch konnte die Spielhallen-Bande in einer von der Mitangeklagten bereitgestellten Wohnung in Oschersleben festgenommen werden. Vor Gericht wollten sich die sechs Angeklagten nicht zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft äußern. Allerdings war die 28-jährige Angeklagte insoweit geständig, als dass sie zugab, die Wohnung bereitgestellt zu haben. Von den kriminellen Machenschaften der Bande habe sie jedoch nichts gewusst. Nach dieser Einlassung folgte dann auch schon die erste Sitzungsunterbrechung, die eineinhalb Stunden dauerte. In dieser Zeit berieten sich die Angeklagten mit ihren Verteidigern. Resultate dieser Sitzungsunterbrechung sind bisher nicht bekannt. Die Sitzung wurde zwar nach der Unterbrechung wieder aufgenommen, allerdings nur, um den Prozess auf den 12.2.2016 um neun Uhr zu verschieben. Erst dann geht es mit der Beweisaufnahme los.

Bis zu einem Urteil kann es sich also noch weit hinziehen. Denn angesichts der Anzahl der Straftaten, sowie der mangelnden Deutschkenntnisse der „Fachkräfte“ dürfte der Prozess wohl noch lange andauern. Schließlich müssen allein für das Dolmetschen immer wieder Unterbrechungen eingeplant werden, damit die Angeklagten dem Prozess auch wirklich folgen können.