Spielsucht

Spielautomaten sind zu leicht verfügbar

Zocken, verlieren und sich dann das Geld wiederholen? Das ist durchaus möglich, wie ein Gerichtsurteil zeigt. Spielautomaten sind häufig einfach zugänglich, womit es Spielern zu leicht gemacht wird. Ein 46-jähriger Österreicher hat etwas über 1 Million Euro an Spielautomaten verloren. Lange Zeit pumpte er Freunde und Bekannte an, um Geld zu besorgen. Erst als er das zweite Mal wegen Betruges verurteilt wurde, wurde ihm klar, dass er spielsüchtig ist. Er zog die Reißleine und verklagte den Automatenaufsteller Novomatic auf Rückzahlung des Geldes. Das gelang ihm teilweise: 437.900 € wurden ihm an Schadensersatz zugesprochen.

Gewonnen und doch verloren

In erster Instanz konnte der Zocker also gewinnen, wie die Berufung aus geht es derzeit noch unklar. Die Firma Novomatic jedenfalls gibt sich mit dem Urteil nicht zufrieden und macht dem 46-jährigen nun ihrerseits Prozess. Dabei geht es dem Süchtigen bei dem Schadensersatz nicht um Geld für sich selbst, sondern darum, seine Schulden zu bezahlen. Er wird am Ende mit leeren Händen dastehen, ganz gleich wie die Sache ausgehen wird.

Dabei ist gar nicht so sehr das Problem, dass das Geld verloren ist. Es geht auch darum, dass das gesamte Umfeld nicht mehr das ist, was es einmal war. Freunde und Bekannte wurden betrogen, wenden sich ab und das alte Leben bekommt ein süchtiger Spieler sowieso nicht mehr zurück.

Der Zugang zum Spielen um Echtgeld ist zu einfach

Bei dem Kampf Klein gegen Groß geht es um mehr als um einen Schadensersatz-Streit. Es geht ums Prinzip: Spielautomaten sind oftmals viel zu einfach zu erreichen, es gibt ebenso vielmals keine Kontrollen. So ist für jeden problemlos möglich, einen Geldschein nach dem nächsten zu verspielen. Seit Anfang 2015 gilt in Wien nun ein neues, sogenanntes „kleines“, Glücksspielverbot. Die Firma Novomatic, mit der auch der 46-jährige prozessiert, möchte dagegen vorgehen. Es geht in dem Verbot darum, dass Spielautomaten nur noch in lizenzierten Casinos aufgestellt werden dürfen und um mehr Kontrolle über Suchtverhalten sowie Jugendschutz zu erlangen.