Donald Trump: Wieder Ärger wegen seinen Casinos

Donald Trump

Foto: Gage Skidmore/Flickr

Wenn Historiker und Politikwissenschaftler in 50 Jahren auf unsere jetzige Zeit zurückblicken, dürfte wohl eines hauptsächlich ganz oben in der Betrachtung stehen, dieser Zeitraum war die Ära des Umbruchs. Nach dem Zerfall des globalen Ordnungssystems des Kalten Kriegs Anfang der 90-ziger Jahre schien endlich der Weg für eine geeinte und friedvolle Welt gekommen zu sein, doch in Wahrheit nahmen Konflikte, Kriege und vor allem der Terrorismus stetig zu und die Welt befindet sich nun in der Phase der globalen Neustrukturierung. Die westlich Welt sah sich als großen Sieger gegenüber dem Kommunismus, nur um jetzt festzustellen, dass China seinen Einfluss in Asien immer weiter ausbaut und Russland sich in der Ukraine und Syrien wieder auf dem geopolitischen Schachbrett als großer Player zurückgemeldet hat. Zudem gärt es in der westlichen Welt, denn mit Marie Le Pen, Victor Orban und Donald Trump stehen Populisten an den Schalthebeln der Macht oder haben beste Karten diese alsbald in ihren Händen zu halten. Der US-amerikanische Wahlkampf, der am 8. November einen neuen Präsidenten hervorbringen wird, war selten so spannend und doch graut es vielen Amerikaner davor, denn für sie ist die Wahl zwischen dem Unternehmenstycoon Donald Trump und der ehemaligen First-Lady Hillary Clinton, wie die Wahl zwischen Pest und Cholera. Bekanntlich wird in diesen Wahlkämpfen jeder Stein im Lebenslauf der Kandidaten umgedreht und so gibt es nun wieder einmal kräftigen Ärger für Donald Trump wegen seinen Casinos.

Auch in Deutschland bekommen die Populisten der AfD vermehrten Zulauf und so sehen jetzige Umfragen für die Bundestagswahl im nächsten Jahr diese neu gegründete Partei mittlerweile schon bei 13 bis 16 Prozent.

Donald Trumps Casinos waren die am schlechtesten geführten Spielbanken

Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner Donald Trump fährt im Wahlkampf zwei Strategien. Zum Einen betet er sein ewiges Mantra „America First“ vor sich her und möchte amerikanische Firmen, mit Strafzöllen auf Auslandsproduktionen und Steuererleichterungen wieder zurück ins Land zwingen und zum Anderen feilt er immer wieder an seinem Image des ehemaligen Tellerwäschers, der es zum Milliardär geschafft hat. Donald Trump möchte 25 Millionen neue Jobs in den USA schaffen und verweist dafür immer wieder auf seine eigene Expertise als Unternehmenstycoon, doch wie jetzt eine Studie des Rechtsprofessor an der Temple Law School in Philadelphia Jonathan Lipson zeigt, ist auch bei Donald Trump nicht alles Gold was glänzt und dies vor allem bei seinen Casinos in Atlantic City. Für seine Studie über den geschäftlichen Erfolg oder besser Misserfolg der drei Casinos von Donald Trump verglich der Professor diese im Zeitraum 1997 bis 2010 mit der Konkurrenz und förderte dabei einige interessante Erkenntnisse zu Tage. Gegenüber anderen Spielbanken schnitten die drei von Donald Trump geführten Casinos, The Trump Taj Mahal, dass gerade erst seine Pforten geschlossen hat, The Trump Plaza und The Trump Marina unterdurchschnittlich ab und dies sowohl bei den Einnahmen als auch bei den Arbeitsplätzen. Insgesamt viermal musste das Unternehmen, dass als Betreiber der drei Casinos fungierte in diesem Zeitraum Insolvenz anmelden, kam nie in die Schwarzen Zahlen und die Gefahr seinen Job zu verlieren war in keinem Casino in Atlantic City höher, als bei den von Donald Trump geführten Spielbanken.

Im Zeitraum zwischen 1999 und 2010 sank der Umsatz der drei Trump Casinos um 42 Prozent, von 377 Millionen US-Dollar auf 220 Millionen US-Dollar. Die Konkurrenz hatte im selben Zeitraum jedoch nur einen Rückgang von 27 Prozent zu vermelden.

Über 50 Prozent der Jobs gingen in den Trump Casinos verloren

Die nun veröffentlichten Zahlen aus der Studie von Professor Jonathan Lipson zeigen, dass in den unruhigen Zeiten in Atlantic City, denn die Stadt hatte durch vermehrte Konkurrenz aus umliegenden Städten und Staaten zwischen 1997 und 2010 mit herben Verlusten in der Casino Branche zu kämpfen, vor allem die Casinos von Donald Trump überdurchschnittlich Stellen abgebaut hatten. Von ehemals 4.926  Mitarbeitern waren bis zum Ende der Aktivitäten von Donald Trump in seinen Casinos gerade einmal noch 2.463 Personen beschäftigt. Über 50 Prozent der Arbeitsplätze gingen somit verloren. Bei der Konkurrenz waren es im selben Zeitraum nur 35 Prozent Verlust gewesen. Diese Studie wirft natürlich gerade jetzt in der entscheidenden Phase des Wahlkampfs kein gutes Licht auf den selbsternannten Erneuerer und Vorkämpfer gegen das Establishment, denn gerade seine angebliche Expertise im Schaffen neuer Arbeitsplätze erhält dadurch einen gehörigen Dämpfer. Doch nicht nur das schlechte Abschneiden bei den Jobs in seinen ehemaligen Casinos fällt Donald Trump nun auf die Füße, denn auch bei der Steuerzahlung oder besser gesagt Steuervermeidung wurde nun genüsslich von der New York Times eine weitere Leiche aus dem Keller des Präsidentschaftskandidaten hervorgeholt.

Gerade im Bereich der wirtschaftlichen Integrität konnte Trump bis jetzt bei den zukünftigen Wählern punkten und hier deutlich bessere Werte als Hillary Clinton vorweisen, doch mit der nun veröffentlichen Studie bekommt das selbstgemalte Bild von Donald Trump als Wirtschaftsgenie einen gehörigen Dämpfer und könnte die in einem Monat anstehende Wahl zum Präsidenten noch einmal massiv beeinflussen.

Donald Trump vermied 18 Jahre lang die Steuerzahlungen

Anstatt Gewinne Verluste einzufahren, kann auch dem besten Unternehmenstycoon einmal passieren, doch handelt es sich dabei um einen Präsidentschaftskandidaten und dazu auch noch um einen der Republikaner, kann dies sehr schnell zu einem ausgewachsenen Skandal in der amerikanischen Presselandschaft werden. Der New York Times wurde jetzt die Steuererklärung von Donald Trump aus dem Jahr 1995 in die Hände gespielt und mit seinen Casinos und anderen Geschäfte schaffte es das selbsternannte Unternehmensgenie damals tatsächlich ganze 916 Millionen Dollar an Verlust anzuhäufen, die er dann über 18 Jahre lang gegen die späteren Gewinne aufrechnen konnten, US-amerikanischem Steuerrecht sei Dank. Immerhin sind dies 50 Millionen Dollar an Steuern pro Jahr, die somit dem amerikanischen Bürgern vorenthalten wurden. An sich ist dies vollkommen legal und so ließ Trump auch sofort verlautbaren, dass er immer genau so viel an Steuern gezahlt habe, wie er musste. Auch wenn hier alles mit rechten Dingen zugegangen ist, wirft auch dies einen langen Schatten auf die wirtschaftlichen Kompetenzen und wird natürlich vom demokratischen Lager um Hillary Clinton gnadenlos ausgeschlachtet.

In der Vergangenheit äußerte sich Donald Trump häufig schlecht über Steuervermeider und steht nun nach dem Bericht der New York Times über seine Verlustgeschäfte mit den Casinos selbst am Pranger. Ebenfalls weigert er sich bis heute, was für Republikaner untypisch ist, seine Steuererklärungen der letzten Jahre öffentlich zu machen.

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Von Engelbert Breitner | 6. Oktober 2016 | Kategorien: Nachrichten, Vermischtes | Labels: , , |

Über den Autor: Engelbert Breitner

Engelbert Breitner
Das Online Glücksspiel ist für mich die beste Erfindung seit Pac Man. So bin ich froh darüber, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Meine bevorzugten Casinospiele sind Roulette, Black Jack und natürlich Spielautomaten. Meine Casino Erfahrungen möchte ich hier mit vielen gleichgesinnten Usern teilen.

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