Es fühlt sich beinahe so an, als würden sie wie Pilze aus dem Boden schießen: die Spielcasinos in Liechtenstein. Seit 2016 die Öffnung des Glücksspielmarktes Einzug hielt waren 170 Jahre Spielbank-freie Zeit im Fürstentum vorbei. In Ruggel eröffnete als erstes das Casino Admiral. Ein weiteres Objekt in Schaanwald folgte. Seit Herbst vergangenen Jahres hält sich hartnäckig das Gerücht über den Bau einer weiteren Spielbank in Schaan, und jetzt zeigt auch noch die Casino Austria (Liechtenstein) AG den Bau eines zusätzlichen Casinos in Balzers an. 

Casino BonusFBP lud zu Diskussionsrunde ein 

Durch die beiden bereits betriebenen Spielbanken nahm der alpenländische Zwergstaat im Jahr 2018 mehr als 20 Millionen Franken ein, und die Casino-Betreiber kündigen weitere Expansionen auf den bescheidenen 160 Quadratkilometern des Landes an. Mit der Casino Austria (Liechtenstein) AG ist jetzt auch eine weltweit agierende Aktiengesellschaft im Fürstentum ansässig, deren Hauptsitz in Wien ist und die in Österreich als einer der größten Steuerzahler gilt. Sie betreibt in Österreich 12 Spielbanken, hat internationale Beteiligungen an Glücksspielbetrieben und unterhält das einzige in Österreich konzessionierte seriöse Online Casino. Doch was sagt eigentlich die Bevölkerung zu der Glücksspiel-Ausbreitung in Liechtenstein? Die FBP (Fortschrittliche Bürgerpartei Liechtensteins) ging der Frage nach und lud in der Hauptstadt Vaduz zu einer Diskussionsrunde ein. Viel herausgekommen ist dabei nicht. Das Organisationsteam bleib mehr oder weniger unter sich, denn das Bürger-Interesse war nicht der Rede wert. Nicht einmal 15 Besucher kamen ins Vaduzer Foyer.

Wird Liechtenstein zur Casino-Hochburg?

Der FBP Landesvorstand befasst sich seit längerem ausführlich mit der Frage, ob das heimatliche Fürstentum nun zum Casino-Land wird, oder nicht. Die neben der Vaterländischen Union (VU) zweitgrößte Partei Liechtensteins fühlt sich ihren Wählern und ihrem Koalitionspartner (ebenfalls VU) gegenüber verpflichtet, dieser Frage nun endlich auf den Grund zu gehen. Aktuell liegt das Hauptaugenmerk auf den landbasierten Casinos und nicht auf dem Online Glücksspielangebot. Die FBP rührte gewaltig die Werbetrommel, um sich ein repräsentatives Stimmungsbild aus der Bevölkerung abzuholen und lud zu einer groß angelegten Diskussionsrunde ein. Der Erfolg hielt sich jedoch in stark überschaubaren Grenzen. 

Bürger-Interesse an Casino-Boom gering

„Das Thema scheint weniger unter den Nägeln zu brennen, wie es vorab den Anschein gemacht hat,“ bemerkte FBP-Präsident Marcus Vogt. Er ging davon aus, dass den Leuten das Ausnutzen des schönen Wetters wohl wichtiger sei. Einer der wenigen Besucher des Abends war Landtagspräsident Albert Frick (ebenfalls FBP). Er macht sich ganz besonders stark für den Widerstand gegen die „Glücksspiel-Schwemme“ in seiner Heimat. Schon lange äußert er öffentlich, dass es ihm darum geht, zu vermeiden, dass Liechtenstein mit weiteren Casinos überzogen wird. „So viele positive Rückmeldungen habe ich danach in meiner ganzen politischen Karriere noch nie bekommen“, betonte Frick an diesem Abend. Ganz allein stand er mit seiner Meinung nicht. Hermy Geissmann, eine der wenigen Besucherinnen im Vaduzer Foyer, diskutierte eifrig mit und bedauerte sehr, dass nicht mehr Leute gekommen waren. So blieb letztlich die „Casino-Opposition“ an ihr und an Landtagspräsident Albert Frick hängen.