Die klassischen Spielhallen sollen verschwinden

Geldspiel_Merkur-B_200x280Es gibt Lokalitäten in einer Stadt, die irgendwie auf eine ganz bestimmte Art und Weise zu der Stadt gehören und ihr Bild prägen obgleich doch zahlreiche Menschen auf sie schimpfen. Die klassischen Spielhallen, deren unverwechselbarer Charme nicht von Jedermann gleichermaßen geschätzt wird, gehören zweifelsfrei in diese Kategorie. Sie gehören zu eben jenen Lokalitäten, die natürlich offiziell niemand aufsucht und die sich aber dennoch über Jahrzehnte hinweg halten. Vergleichbar wäre dies mit der größten deutschen Zeitung mit vier Buchstaben, die ja auch niemand liest und die dennoch jeden Tag mehrere Millionen Exemplare verkauft. Anders als diese Zeitung sollen die klassischen Spielhallen jetzt jedoch verschwinden.

Das Ende einer Ära

Natürlich ist die Glücksspielbranche über dieses Ansinnen nicht begeistert. Die Branche setzt sich zur Wehr und überfordert damit die Stadtverwaltungen, die jedoch - zugegebenermaßen - in den meisten Fällen sehr schnell überfordert sind. Das Ende dieser Posse ist noch nicht abzusehen aber Experten befürchten, dass das Schlimmste noch bevorsteht. Zugegebenermaßen haben einige Besucher der klassischen Spielhallen das Schlimmste bereits hinter sich, doch stellt sich immer die Frage, inwieweit die Lokalität etwas für ihre Besucher kann. Spielhallen stehen Jedermann ab einem gewissen Alter offen und schlussendlich ist Jedermann seines Glückes Schmied. Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist die größte Automatenspiehalle Deutschlands in der bayrischen Landeshauptstadt München. In ihren Räumen sind jeden Abend Menschen mit den unterschiedlichsten Schicksalen aufeinander. Eine Art Begegnungsstätte der besonderen Art. Das Leuchtschild am Haupteingang mit der Aufschrift "Spiel Center" wirkt einladend und besonders um Mitternacht beginnt hier die Primetime. Eine Szenerie wie aus einem der frühen Krimis, deren Schauplätze auf eine besondere Art etwas Magisches an sich zu haben scheinen. Verschwindet diese Szenerie, so wird die Stadt auf eine Art ärmer.

Langjährige Tradition

Der bundesweit größte Automatenbetreiber Paul Gauselmann ist bereits im Herbst seines Lebens angekommen. Mit 81 Jahren hat Gauselmann eine große Lebenserfahrung, die natürlich eng mit dem Glücksspiel verbunden ist. Er gehörte zu jenen Menschen, die irgendwie immer auf der Gewinnerseite zu finden waren. Als Erfinder des Automatenspiels mag dies auch nicht weiter verwunderlich klingen. Es gibt jedoch genug Beispiele für Erfinder, die ihre eigene Erfindung nicht beherrschen. Fußball-Fans des internationalen Fußballs werden dies bestätigen können, die Engländer sind ja schlussendlich auch nicht die weltweit besten Fußballer. Gauselmann jedoch eröffnete im Jahr 1974, passenderweise dem deutschen Fußball-Weltmeisterjahr, in Delmenhorst eine moderne Spielhalle. Es war die erste ihrer Art und gleichzeitig die Geburtsstunde eines ganzen Konzepts. Gauselmann wurde reich und erwarb sich dadurch nicht nur Freunde.

Nunmehr erwartet er Post von der Stadtverwaltung. Eine Aufforderung zur Schliessung der ersten Spielhalle im bundesdeutschen Raum. Wieder ein Novum für den betagten Mann, der so stark fokussierte. Der Grund für die Schliessung mag banal klingen, die örtliche Nähe zur Konkurrenz ist der Grund. Würde man dieses Prinzip auf den Fußball anwenden, so müssten einige Fußballvereine in England um ihre Existenz fürchten. Allein in London liegen viele Stadien sehr eng beieinander und die Fans können ja schlussendlich selbst entscheiden, welchem Verein sie die Treue halten. In Hamburg würde beispielsweise ein HSV-Fan niemals das Stadion des FC St. Pauli besuchen, obgleich diese beiden Stadien doch nur wenige Kilometer Luftlinie voneinander entfernt liegen.

Lustig ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass die Stadtverwaltung keinen Plan darüber hatte, welche Spielhalle schließen sollte. Deswegen entschied sie im Losverfahren. Es war das erste Mal, dass Paul Gauselmann zu den Verlierern gehörte. Die Anzahl der Spielhallen, die demnächst schließen müssen, ist noch unklar

 

Photo: (c) Deutsches Automaten Museum (Merkur-B)

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Von G. H. | 24. September 2018 | Kategorien: Glücksspiel-Gesetzgebung, Merkur Gaming, Nachrichten | Labels: , , |

Über den Autor: G. H.

G. H.
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