Deutsche TelekomDie zu 31,7 Prozent im Besitz des Bundes befindliche Telekom will offenbar noch im ersten Quartal des laufenden Jahres mit einem Portal für Sportwetten online gehen. Wie 19 weitere Unternehmen bewirbt sich die Deutsche Telekom bei der Deutsche Sportwetten GmbH um eine Lizenz, wobei bisher keiner der 20 Kandidaten eine solche erhielt. Nun soll es ein Partner aus Österreich richten, mit dem schon jetzt – vor allen anderen – ein ausschließlich internetbasiertes Sportwettenangebot an den Start gehen soll.

Bei dem Partnerunternehmen handelt es sich um die Österreichische Sportwetten GmbH. Damit wäre das Angebot des deutschen Telekommunikationsdienstleisters durchaus legal. Wie zu erwarten regte sich sofort scharfe Kritik, wobei der Deutsche Lotto- und Totoblock den Ton angibt. Das Kartell der Lotterieunternehmen der Bundesländer wird in der Hauptsache durch Michael Burkert und Peter Jacoby vertreten. Nach deren Aussage werde alles versucht, um den verfrühten Start der Deutschen Telekom zu vereiteln.

Mit kraftvollen Worten bezichtigen die Beiden die Telekom, gesetzliche Regelungen in Deutschland mit einem „schnöden Trick“ unterlaufen zu wollen. Und weiter: „Damit stellt sich der teilstaatliche Konzern auf eine Stufe mit Anbietern aus Steueroasen, die teilweise illegal auf dem deutschen Markt agieren“.

Die Telekom steht in den Startlöchern

Die Deutsche Telekom hat ganz offensichtlich das Potenzial der Sportwetten erkannt und kann die Füße kaum noch stillhalten. Im Rahmen der sogenannten Dienstleistungsfreiheit hat sie sogar das Recht dazu, eine derartige Dienstleistung im Rahmen einer europäischen Kooperation anzubieten.

Dabei ist es gleich, ob die Herren des Deutschen Toto- und Lottoblocks wutschnaubend reklamieren, dass auch staatliche Lotteriegesellschaften bereit stünden, um endlich loslegen zu können. Burkert und Jacoby argumentieren: „Wir halten uns an Gesetz und Ordnung. Das verlangen wir ebenso von allen anderen Konkurrenten auf dem Markt. Bereits jetzt sieht sich das staatliche Sportwettenangebot zahlreichen Wettbewerbsverzerrungen ausgesetzt“.

Was sie dabei verkennen ist, dass sie andere Rechtsgrundsätze einzuhalten haben als die Deutsche Telekom. Während die Telekom die Dienstleistungsfreiheit besitzt, besitzen diese Freiheit rein staatliche Lotterieunternehmen der Bundesländer eben nicht. Ganz anders als das deutsche Telekommunikationsunternehmen können sie sich „weder auf die Grundrechte noch auf die europäischen Grundfreiheiten berufen, um ihre Einnahmen zu maximieren“ so der Rechtsanwalt Rolf Karpenstein aus Hamburg, der zu dieser Thematik einen interessanten Artikel verfasste.