Die CASAG soll in österreichischen Händen verbleiben

casagDie Causa über die Zukunft der Casinos Austria AG wird wohl noch so einige Monate für allerlei Gesprächsstoff  und harte Verhandlungen sorgen, denn seit dem das Kartellgericht der geplanten Übernahme der CASAG durch der Konzern Novomatic, der immerhin 40 Prozent übernehmen wollte, einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht hat, stellt sich auch im österreichischen Finanzministerium die große Frage, wie es denn mit dem Casino-Monopolisten in der Alpenrepublik denn nun weitergehen soll. Zwar besitzt Novomatic immer noch die die kleine Hoffnung, dass das oberste Kartellgericht doch noch zu Gunsten des Glücksspielkonzerns entscheidet und einige, der für Novomatic nicht hinnehmbaren Forderungen, wie den Verkauf mehrerer tschechischer Casinos, abschwächt oder ganz im Schreibtisch verschwinden lässt, doch bis jetzt deutet vieles darauf hin, dass dies wohl eher nicht geschehen wird und der österreichische Konzern sich am Ende wohl nur mit einer Minderheitenbeteiligung von unter 25 Prozent begnügen muss. Die Kontrolle über die CASAG bekommt Novomatic so in jedem Fall nicht. Auf der anderen Seite steht die Sazka Group, das Konsortium zweier tschechischer Milliardäre, die immerhin im Moment 11 Prozent der Casinos Austria AG halten. Sie könnte zum Beispiel die Anteile von Novomatic, die der Konzern nicht kaufen darf, selbst erwerben und am Ende doch noch zusammen mit den Österreichern die CASAG übernehmen, doch dann mit umgekehrten Vorzeichen. Das Finanzministerium würde den Monopolisten mit seinen 12 betriebenen Casinos in der Alpenrepublik jedoch ungern in die Klauen ausländischer Investoren fallen lassen und so sickern nun erste Gedankenspiele in die Öffentlichkeit, wie die CASAG am Ende doch noch in österreichischen Händen verbleiben kann.

Novomatic hatte es bei den Übernahmeplänen vor allem auf das Geschäft mit den Video Lottery Terminals der CASAG abgesehen, denn hier besitzt die Casinos Austria AG noch mehrere Tausend nicht genutzter Lizenzen. Harald Neumann hatte vor dem Scheitern der Übernahme bereit öffentlich bekanntgegeben, dass vor allem in diesem Bereich verstärkt investiert werden sollte. Dies ist nicht verwunderlich, denn hier schlummert ein Umsatzpotential von mehr als 2 Milliarden Euro pro Jahr.

Christoph Dichand und Michael Tojner kommen als neue Player hinzu

In den altehrwürdigen Hallen des österreichischen Finanzministeriums scheint niemand daran interessiert zu sein, die Casinos Austria AG in ausländische Hände, hier in Gestalt der tschechischen Sazka Group, fallen zu lassen und so soll nun fieberhaft, zumindest wenn es nach den Recherchen des Kurier geht, an einer österreichischen Lösung gearbeitet werden. Neu ins Spiel kommen würden hierbei Christoph Dichand, der Herausgeber und Chefredakteur der größten Tageszeitung in der Alpenrepublik, der Kronen Zeitung und der millionenschwere Investor Michael Tojner, der sich nicht nur in Österreich mit seinen Investitionen und dem Aufbau verschiedenster Unternehmen einen sehr guten Ruf erarbeitet hat. Wie jetzt bekannt wurde, waren die beiden Herren, die zusammen über das Dorotheum, dem größten Auktionshaus für Kunst in Mitteleuropa in Wien, wirtschaftlich miteinander verbunden sind, beim Finanzministerium vorstellig. Zwar besitzt Christoph Dichand keinerlei Erfahrung im Bereich des Glücksspiels, doch sein Kompagnon Michael Tojner um so mehr, denn er versuchte in der Vergangenheit schon mehrfach in den Gambling-Sektor in der Alpenrepublik einzusteigen, doch bislang eher erfolglos. So ging er bei der damaligen Vergabe drei Konzessionen für den Betrieb neuer Casinos, die mittlerweile allerdings von den Gerichten schon wieder gekippt wurden, mit seinem Casino-Projekt Flamenco leer aus. Ebenfalls versuchter er insgesamt zweimal bei der CASAG einzusteigen, doch einmal kam ihm die Staatsholding und einmal Novomatic mit dem Kauf der Anteile zuvor. Im digitalen Bereich lief es für Michael Tojner allerdings weitaus besser, denn er war nicht nur einer der Gründer von bwin, sondern zudem auch maßgeblich an der Start-Up-Gründung des Softwareentwickler für Online Casinos Greentube beteiligt, welches mittlerweile in den Besitz von Novomatic übergegangen ist.

Christoph Dichand und Michael Tojner könnten zusammen oder mit weiteren Investoren gemeinsam mit über 25 Prozent bei der CASAG einsteigen und damit eventuell den Plänen der Tschechen zur Übernahme der CASAG einen Strich durch die Rechnung machen. Hier würde die österreichische Wettbewerbsbehörde keinerlei Einwände erheben, denn bis jetzt sind beide nicht im Glücksspielsektor aktiv.

Die Optionen für Novomatic

Sollten die beiden Herren Dichand und Tojner tatsächlich mit Vehemenz in die CASAG hinein wollen, würde dies die Optionen für Novomatic, doch noch eine großes Stück des Kuchens auf den eigenen Teller zu bekommen, deutlich reduzieren. Für den Staat Österreich wäre diese Variante sicher sehr beliebt, denn damit wäre die Casinos Austria AG weiterhin sicher in österreichischen Händen und zu einem Drittel sogar in Staatshand. Die Eigentümerstruktur wäre dann zu einem Drittel der Staat Österreich, knapp an die 25 Prozent Novomatic ungefähr 30 Prozent Dichand & Tojner und nicht mehr als die 11 Prozent für die Sazka Group der Tschechen. Ob diese Lösung am Ende so auch kommen wird, hängt von einigen Faktoren ab, denn die zu Raiffeisen gehörende LLI, eine Privatstiftung und der Versicherungskonzern UNIQA, dürfen ihre Anteile nun nicht mehr an Novomatic verkaufen, was ja vom Kartellgericht untersagt wurde, sondern müssten dies nun an die beiden Herren Dichand und Tojner tun. Ob die Sazka Group dies wiederum so einfach hinnehmen würde und am Ende den betreffenden Unternehmen nicht ein Angebot für ihre Anteile an der CASAG auf den Tisch legen würde, dass sie nicht ablehnen könnten, bleibt abzuwarten. Sollte für Novomatic auch die letzte Runde beim obersten Kartellgericht zur Unzufriedenheit ausgehen, gäbe es für den Konzern verschiedenste Optionen. Eine Variante wäre, dass sie die Sazka Group unterstützen und im neuen Joint Venture der kleiner Partner bei der Casinos Austria AG werden. Eine weiter Variante wäre für den Konzern, die Tschechien fallen zu lassen und zu versuchen mit den 25 Prozent Beteiligung Einfluss auf das Lotteriegeschäft der CASAG zu bekommen.

Vor allem die letzte Variante könnte für Novomatic eventuell zu einer Option werden, doch noch an die Kontrolle über die begehrten Video Lottery Terminals zu gelangen. Diese werden von den Österreichischen Lotterien betreiben, die zu 68 Prozent der Casinos Austria AG gehören. Die anderen 32 Prozent hält die Lotto-Toto Holding Gesellschaft und hier ist Novomatic schon kräftig investiert. Möglicherweise könnte es dem Konzern über diese Hintertür gelingen mehr als 50 Prozent an den Österreichischen Lotterien zu erhalten und somit am Ende doch noch das begehrt Pfund Fleisch zu bekommen.

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Über den Autor: G. H.

G. H.
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