Die Verschwörungstheorien um Bielefeld bestehen seit mittlerweile 25 Jahren. Pünktlich zum Jubiläum seiner Nichtexistenz geht die Stadt nun eine skurrile Wette unter dem Motto #Bielefeldmillion ein. Wer auch immer beweisen kann, dass Bielefeld nicht existiert, soll eine Million Euro erhalten. 

Warum bietet die Stadt Bielefeld jemandem, der nachweist, dass es die Stadt nicht gibt, eine Million Euro an?

Bielefeld Verschwörung "Wenn Sie nachweisen können, dass Bielefeld wirklich nicht existiert, gewinnen Sie eine Million Euro", heißt es auf der Homepage der Stadt in der Rubrik "#DieBielefeldmillion. Das Ende einer Verschwörung". Die Stadt, in der etwas mehr als 330.000 Menschen leben, kämpft seit Jahren mit der Wahrnehmung, dass sie eigentlich nicht existiert, und ist in der Tat Teil einer enormen Verschwörung. Diese Überzeugung stammt aus einer Reihe von Beiträgen des Universitätsstudenten Achim Held der  im Mai 1994 über das Usenet, einem Vorläufer des heutigen Internet, zeigen wollte, wie schnell sich Verschwörungstheorien bilden und verbreiten können. Held sagte, es sei eine großangelegte Verschwörung dunkler Mächte, eine Manipulation der Bevölkerung. Helds Schöpfung verbreitete sich schnell aus dem Internet in die reale Welt, wurde Teil der deutschen Populärkultur und machte die Stadt zum absoluten Witz von vielen Komikern. Wenn man heute den Namen Bielefeld erwähnt lautet die häufigste Antwort: “Aber die gibt es doch gar nicht”.  Jetzt, am 25. Jahrestag der Theorie, soll dem Mythos ein Ende gesetzt werden (oder es wird wie gesagt eine Million Euro übergeben).

"Alle Freunde der Bielefelder Verschwörungstheorie haben die letzte Chance, dies zu beweisen!" twitterte Bielefeld auf seinem offiziellen Twitterkonto mit einem Bild, auf dem stand: "Bielefeld: zu schön, um nicht wahr zu sein!"

Bielefeld galt in den vergangenen Jahrhunderten als prosperierendes Zentrum des Tuchhandels und als Sitz des Back Konglomerats Dr. Oetker. Heute ist hier auch die Universität Bielefeld beheimatet, die rund 25.000 Studierende zählt.

Zweifelt auch die Bundeskanzlerin?

Im Jahr 2012 bei der Verleihung des Deutschen Sozialpreises sagte die Bundeskanzlerin augenzwinkernd unter dem Gelächter der anwesenden Gäste: “Ich hatte den Eindruck, ich war da. Ich hoffe, ich darf wieder hin”. Auch die John Lennon-Witwe Yoko Ono äußerte sich unter anderem zu dem Thema. In einem Blogbeitrag erklärte sie, das sie sich absolut sicher sei, dass”B-Town” existiere. Denn schließlich sei sie schon dort gewesen. 

Wer oder was steckt hinter der Verschwörung

Wer oder was hinter der Bielefeld Verschwörung stecken soll geht in das Unermessliche. Natürlich könnte eine so warmherzige, wohlfühlende Geschichte über einen viral gewordenen Internet-Witz die perfekte Titelgeschichte für eine viel dunklere Wahrheit sein. In den letzten 26 Jahren haben Tausende von Internet Nachrichten darauf hingewiesen, dass die angebliche Stadt lediglich eine Front für so unterschiedliche Gruppen wie Freimaurer, Illuminaten, Außerirdische, Spionagedienste wie der Mossad oder die CIA und die deutsche Regierung ist. Die Stadt bezog sich auf einige der Verschwörungstheorien selbst: "Bielefeld existiert nicht? Bielefeld sollte der Zugang zu Atlantis sein? Kleine grüne Männer sollen ihr Raumschiff als Universität Bielefeld verkleidet haben?" Bisherige Versuche, den Schleier der Geheimhaltung zu durchbrechen und die Wahrheit darüber herauszufinden, was Bielefeld wirklich verbirgt, sind gescheitert, und die Verschwörungstheoretiker sind nicht bereit oder nicht in der Lage, überzeugende Beweise zu liefern.

Reaktion des Stadtmarketing Bielefeld

Das Stadtmarketing der angeblichen Phantomstadt reagiert nun auf die seit zwei Jahrzehnten anhaltenden Sticheleien. Mit dem Werbespruch “Die#Bielefeldmillion-Das Ende einer Verschwörung” provozieren sie die Verschwörungstheoretiker und fordern sie heraus. Es wurde extra eine eigene Website dafür eingerichtet, und der Erste, der den absolut ultimativen Beweis für die Nichtexistenz der Stadt erbringt, soll eine Million Euro erhalten. Die Voraussetzung für den Erhalt des Preisgeldes ist “eine erschöpfende Beweisführung, die durch nichts und niemanden zu erschüttern ist”. Am 4.September war der Einsendeschluss, und die Form des Beitrages wurde den Teilnehmern frei überlassen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung konnte nicht bestätigt werden, ob die Belohnung in Höhe von 1 Million Euro ein echter Werbeschub war, der auf die Popularität des Witzes abzielte. Sollte die #Bielefeldmillion allerdings nicht an vergeben werden, haben die Veranstalter das offizielle Ende der Bielefeld-Verschwörung angekündigt. 

Allerdings behalten sich die Verantwortlichen das Recht vor, den Wettbewerb jederzeit zu widerrufen oder zu ändern, und das ohne Vorankündigung. Sind sie sich Ihrer Sache doch nicht so ganz sicher? Aber mal ganz ehrlich, das wäre eigentlich überhaupt nicht nötig, denn die Logik sagt ganz klar, dass ein Beweis der Nichtexistenz einfach unmöglich ist. Der Geschäftsführer der Bielefeld Marketing GmbH erklärte gegenüber Deutschlandfunk Kultur, dass die meisten Einwohner von Bielefeld in der Zwischenzeit ziemlich genervt von der Unterstellung sind, dass ihre Stadt nicht existiere. Sogar in Amerika müssten sie sich Witze darüber gefallen lassen. 

Existiert in Bielefeld ein echtes Casino?

Obwohl die Stadt mehr als 300.000 Einwohner hat, sucht man in Bielefeld vergeblich nach einem Casino. Da Bielefeld in einer dicht besiedelten Umgebung liegt, findet man viele Casinos und Spielhallen im nahen Umkreis. Wer sich gerne an einen Roulette Tisch setzen möchte, aber die schöne Stadt Bielefeld dafür nicht verlassen will, der kann das jederzeit auch im Online-Casino machen.