Was in Las Vegas passiert, bleibt auch in Las Vegas. So lautet eines der bekanntesten Sprichwörter der Spielemetropole in der Wüste Nevadas. Mit diesem Motto macht nun auch ein bekanntes deutsches Finanzinstitut Bekanntschaft. Denn die Deutsche Bank sucht derzeit aktiv nach einem Käufer für ein Casino auf dem berühmten Las Vegas Strip. Dabei handelt es sich nicht um irgendein Casino, sondern um das Cosmopolitan Casino, jenes Casino das sich einst bereits im Besitz der Bank befand.

Deutsche Bank MannheimDeutsche Bank verkaufte Casino erst vor wenigen Jahren

Der momentane Besitzer des Cosmopolitan Casinos, die amerikanische Investmentgesellschaft Blackstone Group, hat sich dem Vernehmen nach zu einem Verkauf seines Casinos entschlossen. Einen passenden Käufer für das Casino soll allerdings niemand geringeres als die Deutsche Bank finden. Die New Yorker Investmentgesellschaft hat den Auftrag nämlich sowohl an das deutsche Geldhaus als auch an die amerikanische Investmentbank PJT Partners vergeben. Was sich zunächst wie ein ganz normaler Geschäftsvorgang anhört, könnte allerdings ironischer nicht sein, denn die Deutsche Bank war einst selbst im Besitz des Cosmopolitan und hat das Casino erst vor knapp fünf Jahren an Blackstone verkauft. Als ehemaliger Besitzer eben jenes Casinos sollte man sich in Frankfurt noch sehr gut an das Cosmopolitan erinnern. Der Verkauf erfolgte damals für 1,7 Milliarden US-Dollar, ein wahres Schnäppchen für die New Yorker von Blackstone. Man munkelt, dass die Investoren nun einen Verkaufspreis erzielen möchten der mehr als doppelt so hoch liegt. Der Verkauf ist übrigens auch ein kleines Novum in Las Vegas, denn es ist das erste Mal seit fast zehn Jahren das ein Casino direkt auf dem berühmten und stark frequentierten Las Vegas Strip zum Verkauf steht. Als mögliche Interessenten bringen sich die namhaften und millionenschweren Casinobetreiber MGM und Wynn ebenso in Stellung wie die malaysische Genting Group, die bereits zahlreiche weitere Häuser erfolgreich betreiben und einem Casino Test jederzeit standhalten könnten.

Unter der Blackstone Group wurde das Cosmopolitan als unabhängiges Casino betrieben, mit dem Verkauf dürfte dies allerdings vorbei sein und das Casino wird wohl in eine der zahlreichen großen Casinobetreibergruppen eingegliedert werden. Das Cosmopolitan verfügt über ein Hotel sowie zahlreiche Clubs und Restaurants und gehört mit einem durchschnittlichen Übernachtungspreis von 330 US-Dollar zu den teuersten Casinos auf dem Las Vegas Strip.

Ein deutscher Finanzriese und das Glücksspiel

Die Deutsche Bank hat das Casino allerdings nicht durch die Umsetzung einer strategischen Entscheidung erstanden, es war die Finanzkrise und der Kollaps des US-Immobilienmarktes der dazu führte, dass ein deutsches Finanzinstitut zum Besitzer eines Casinos in Las Vegas wurde. Ein amerikanischer Immobilienentwickler konnte seine Kredite bei der Deutschen Bank nicht mehr bedienen und so ging das Cosmopolitan in den Besitz der Frankfurter über. Die Bank hatte im Laufe der Zeit zahlreiche Modernisierungen und Umbauten an dem Gebäudekomplex vornehmen lassen. Insgesamt beliefen sich die Investitionen auf fast 4 Milliarden US-Dollar. Im Jahre 2014 erfolgte schließlich der Verkauf an Blackstone und das Kapitel Cosmopolitan und Deutsche Bank schien zunächst beendet. Es bleibt also spannend!