Der Deutsche Glücksspielmarkt Teil 1! – Online Casinos wachsen am stärksten

Deutsche GlücksspielmarktKaum eine andere Branche in Deutschland steht stärker im Fokus der Politik und Öffentlichkeit wie die Glücksspielwirtschaft. Spielsucht, illegale Angebote, Geldwäsche, grassierende Kriminalität sind nur einige Schlagwörter, die momentan durch den deutschen Blätterwald hallen. Doch wie sieht es tatsächlich um diesen wirtschaftlich nicht gerade unbedeutende Zweig der Unterhaltungsindustrie tatsächlich aus. Viele Studien sind in den letzten Jahren erschienen, allerdings beleuchtete jeder dieser Analysen nur Teilbereiche des gesamten Komplexes. So wurden Daten über die Spieler, nach Alter, Geschlecht und der Häufigkeit des Zockens abgefragt oder die Auswirkungen auf die Anzahl an Spielotheken, Spielautomaten und Mitarbeiter nach Inkrafttreten der Abstandsregeln betrachtet. Keine dieser Analysen beschäftigte sich jedoch mit den komplexen Beziehungen, die diese Teilbereiche untereinander eingehen und in welche Wechselwirkung sie dabei treten. Diesen Umstand ändert nun die neue Studie „Der Glücksspielmarkt in Deutschland – eine volkswirtschaftliche Betrachtung“ vom Handelsblatt Research Institut, die von der Löwen Entertainment GmbH zusammen mit Westlotto in Auftrag gegeben wurde. In dieser Analyse wurde nicht nur aufgezeigt, welch enormen wirtschaftlichen Einfluss die gesamte Branche auf die deutsche Volkswirtschaft hat, sondern auch wie die zunehmende Digitalisierung das Glücksspiel ins Internet zu den Online Casinos verschiebt.

Das Institut kam gerade in diesem Bereich zu dem Schluss, dass der Gesetzgeber durch die digitale Revolution nur begrenzte Möglichkeiten besitzt, diese Abwanderung ins Internet zu stoppen. Im besten Falle ist maximal eine Verlangsamung zu erreichen, ganz Eindämmen wird jedoch nicht möglich sein. Aus diesem Grund plädiert auch diese Studie für eine klare Regulierung des Online Casino Sektors und aller anderen Glücksspielangebote im Internet.

Die drei verschiedenen Glücksspielmärkte in Deutschland

Um die verschiedenen Angebote an Glücksspielen und deren rechtlichen Status besser abzubilden und mit einander vergleichen zu können, wurde in der Studie der gesamte Markt in drei Bereiche unterteilt. Zum sogenannten regulierten Glücksspielmarkt in Deutschland gehören, nach der Einteilung vom Handelsblatt Research Institut, alle Angebote, die nach Deutschen Recht legal sind und deren Anbieter über eine Konzession verfügen. Hierunter fallen sämtliche Lotterien der 16 Bundesländer, die Sportwetten über Oddset und Toto, die Spielbanken mit ihren Spielautomaten und Roulette, die Slots in Spielotheken und in Gaststätten und das Wetten auf Pferderennen. Der zweite Sektor wird als nicht-regulierter Markt bezeichnet, der alle Angeboten an Glücksspiel umfasst, bei dem die Anbieter über keine Konzession in Deutschland verfügen, dafür aber eine Lizenz aus einem EU-Mitgliedsstaates besitzen und somit unter die Dienstleistungsfreiheit der EU fallen. Hier sind vor allem Online Casinos, Online Poker, private Online Sportwetten und Zweitlotterien hervorzuheben. Den Abschluss bildet der sogenannte sanktionierte Schwarzmarkt, der sich aus illegalen Spielautomaten in Hinterzimmern und Angeboten in Online Casinos oder Sportwetten zusammensetzt, die über keine Lizenz eines EU-Staates verfügen. Dabei beleuchtet die Studie „Der Deutsche Glücksspielmarkt – eine volkswirtschaftliche Betrachtung“ nicht nur die einzelnen Felder eingehend, sondern vergleicht auch deren Bedeutung und Entwicklung miteinander.

Als Zweitlotterien werden Wetten auf staatliche Lottoziehungen bezeichnet. Hier betreibt der Anbieter dieser Wetten keine eigenen Lotterien. Zwar bieten die Betreiber den Kunden in den meisten Fällen die gleichen Quoten wie die Lottogesellschaften auf die gezogenen Zahlen an, doch führen sie keine eigenen Ziehungen durch. Dadurch können Anbieter unzählige verschiedenen Lotterien auf der ganzen Welt gleichzeitig anbieten.

Online Casinos wachsen deutlich stärker als der Rest

Aufgrund der kurzen Zeitspanne zum vergangenen Jahr bezieht sich die Studie des Handelsblatt Research Institut in ihrer Analyse zum Wachstum des Deutschen Glücksspielmarktes auf das Jahr 2015. Dabei zeigen die Daten ein deutliches Wachstum in der gesamten Branche, aber in deutlich unterschiedlicher Größenordnung zwischen dem regulierten und dem nicht-regulierten Markt. Beide Bereiche zusammengefasst konnten ihre Bruttospielerträge, die Einnahmen aus Wetten und Einsätzen minus der Gewinnausschüttungen, um ganze 8 Prozent gegenüber dem Jahr 2014 steigern. Dadurch wurden 2015 insgesamt 14,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Während der regulierte Markt in Deutschland, aus Spielautomaten, Casinos und Lotto, um 4 Prozent und somit um 400 Millionen Euro anwuchs, kletterte der nicht-regulierte Bereich deutlich stärker nach oben. Online Casinos und Sportwetten im Internet wuchsen um 30 Prozent und überflügelten auch im Volumen mit rund 500 Millionen Euro Mehrertrag deutlich den Bereich des vorwiegend staatlichen Angebots an Glücksspielen. Wie gravierend diese Verschiebung der Spielgewohnheiten der Deutschen, weg vom klassischen, terrestrischen Glücksspiel hin zu den Online-Angeboten mittlerweile ist, zeigt sich auch an Hand der Bruttospielerträge beider Bereiche. Noch immer ist der regulierte Glücksspielmarkt deutliche größer und macht mit seinen rund 10,4 Milliarden Euro den Löwenanteil am Gesamtmarkt aus. Zwar können Online Casinos und andere Angebote im Internet bisher nur auf rund 2,3 Milliarden an Bruttospielerträgen verweisen, doch wächst dieser Bereich ungleich stärker. Für den sanktionierten Schwarzmarkt wiederum können die Beträge nur geschätzt werden und so belaufen sich diese laut der Studie auf ungefähr 1,5 Milliarden Euro.

Sämtliche Zeichen und auch die Analyse der Studie „Der Deutsche Glücksspielmarkt – eine volkswirtschaftliche Betrachtung“ deuten darauf hin, dass dieser Trend auch in Zukunft weiter anhalten wird. Einfache Handhabung via Handy oder PC und bessere Gewinnausschüttungen in Online Casinos werden auch weiterhin immer mehr Spieler aus den klassischen Angeboten abziehen.

Lotto und Spielautomaten sind immer noch die Cashcows im regulierten Glücksspielmarkt

Unter den vielfältigen Angeboten an Glücksspielen, die von Anbieter mit offiziellen Konzessionen in Deutschland durchgeführt werden, sind das gute, alte Lotto und die Spielautomaten immer noch die Zugpferde. Kein anderer Bereich kann hier auch nur ansatzweise mithalten. Denn Lotterien sind gesellschaftlich anerkannt und selten Gegenstand von Diskussion über Spielsucht. Hauptsächlich in staatlicher Hand und zudem auch Garant für hohe Einnahmen für die Haushalte der Bundesländer, wird hier vonseiten der Politik gern ein großer Bogen um dieses Thema gemacht. Von den insgesamt 10,448 Milliarden Euro an Bruttospielerträgen im regulierten Glücksspielmarkt entfällt mit 4,508 Milliarden Euro ein gigantischer Betrag auf das Lotto in all seinen Formen. So gehören hier dazu die Lotterien des Deutschen Lotto- und Totoblocks mit 3,639 Milliarden Euro, die Soziallotterien mit 0,427 Milliarden Euro, die Sparlotterien mit 0,244 Milliarden Euro und mit 0,198 Milliarden Euro die Klassenlotterien. Außer den Lotterien kommt nur das Geschäft mit den Spielautomaten in den Zockerbuden und Gasstätten auf ähnlich hohe Bruttospielerträge. Diese belaufen sich in diesem Sektor, laut der Studie von Handelsblatt Research Institut, auf 5,3 Milliarden Euro. Hier dürfte es allerdings in den nächsten Jahren, aufgrund der neuen Abstandsregeln, die zu einem Schließen von über 50 Prozent der Spielhallen führen werden, zu deutlich Veränderungen kommen. Der Rest an den 10,448 Milliarden Bruttospielerträgen aus dem regulierten Glücksspielmarkt setzt sich aus den Spielbanken mit 0,557 Milliarden Euro, den staatlichen Sportwetten wie Oddset mit 0,071 Milliarden Euro und den Wetten auf Pferderennen mit 0,012 Milliarden Euro zusammen.

Welche gravierenden Auswirkungen die neuen Abstandsregeln nicht nur auf die Betreiber und Arbeitsplätze in den Spielotheken haben wird, werden wir in einem weiteren Teil der Serie aufzeigen. Denn auch Hersteller, Zulieferer und Kommunen sind von dieser Situation massiv betroffen.

Online Casinos machen mehr als die Hälfte des nicht-regulierten Glücksspielmarktes aus

In der deutschen Politik scheint es mittlerweile zum Normalzustand geworden zu sein, immer erst dann notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, wenn die Gerichte den Gesetzgeber förmlich dazu zwingen. Genau aus diesem Grund wurde der Fokus im gesamten Komplex um die Regulierung des Glücksspiels in Deutschland, hier vor allem im Online Bereich, in den letzten Jahren hauptsächlich von der Debatte über Sportwetten dominiert. Erst der unhaltbare Zustand, zusätzlich noch diverse Rüffel aus Brüssel, brachten die Ministerpräsidenten der Länder dazu, endlich die Konzessionierung der Anbieter in diesem Bereich zu überarbeiten. Mit dem neuen Glücksspieländerungsstaatsvertrag dürfen in Zukunft sämtliche Anbieter von terrestrischen oder Online Sportwetten eine Lizenz erhalten, sofern sie die geforderten Qualitätskriterien erfüllen. Leider ist bis heute keinerlei ähnlicher Ansatz bei den Online Casinos ersichtlich, obwohl gerade die Internetcasinos mit über 50 Prozent den größten Anteil am nicht-regulierten Glücksspielmarkt ausmachen. Von den 2,270 Milliarden Euro an Bruttospielerträgen entfallen allein auf die Online Casinos 1,165 Milliarden Euro. Private Online Sportwetten und Einsätze auf Pferderennen kommen hingegen gerade einmal auf 0,294 Milliarden Euro. Selbst wenn hier noch die stationären Wettshops der Anbieter mit Bruttospielerträgen von 0,442 Millionen Euro hinzugerechnet werden, sind die Zahlen aus diesem Bereich mit zusammen rund 0,736 Milliarden Euro immer noch deutlich kleiner als bei den Online Casinos. Gerade hier wäre somit eine vernünftige Regulierung der Internetcasinos dringend erforderlich.

Deutlich an Gewicht hat über die letzten Jahre der Bereich des Online Poker verloren und dieser Teil des Glücksspielmarktes im nicht-regulierten Sektor kommt nur noch auf Bruttospielerträgen in Höhe von 0,123 Milliarden Euro. Allerdings wächst auch der Bereich der Zweitlotterien im Internet recht stark und kommt mittlerweile 0,246 Milliarden Euro.

Lesen Sie in unserem zweiten Teil über die wirtschaftliche Bedeutung der Glücksspielbranche, welchen enormen Stellenwert dieser für gering qualifizierte Arbeitnehmer besitzt.

 Quelle: http://research.handelsblatt.com/assets/uploads/Gl%C3%BCcksspiel_Studie1_010417.pdf

Der Deutsche Glücksspielmarkt Teil 2! – Ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftszweig

Der Deutsche Glücksspielmarkt Teil 3! – Auswirkungen auf andere Wirtschaftszweige

Der Deutsche Glücksspielmarkt Teil 4! – Steueraufkommen gegen Kosten der Spielsucht

Der Deutsche Glücksspielmarkt Teil 1! – Online Casinos wachsen am stärksten
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Von | 2017-04-17T07:54:07+00:00 10. April 2017|Kategorien: CasinoClubNews, Nachrichten, Vermischtes|Tags: |

Über den Autor:

Das Online Glücksspiel ist für mich die beste Erfindung seit Pac Man. So bin ich froh darüber, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Meine bevorzugten Casinospiele sind Roulette, Black Jack und natürlich Spielautomaten. Meine Casino Erfahrungen möchte ich hier mit vielen gleichgesinnten Usern teilen.

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