Amaya Gaming GroupNun hat er es tatsächlich getan! Vor einem halben Jahr kündigte David Baazov, der in einem Artikel des berühmten Forbes Magazine den Titel King of Online Gambling zugesprochen bekam, der Weltpresse an, dass er an einem Plan arbeite eines der größten Unternehmen im Bereich der Online Casinos und Online Poker aufzukaufen, doch viele hielten dies eher für vollmundige Versprechen, denn Baazov hat seit diesem Jahr auch große Probleme mit der Justiz in Kanada. Die Amaya Gaming Group ist vor allem in der Welt des Glücksspiels durch seine beiden Pokerräume Full Tilt Poker und PokerStars bei den Gamblern auf der ganzen Welt bekannt und konnte lange Zeit vom großen Hype um dieses in den Casinos so beliebten Kartenspiels profitieren. Mittlerweile ist dieser Rummel um Poker zwar deutlich abgeklungen, doch dafür hat Amaya Online Casinos auf den beiden Seiten PokerStars und Full Tilt Poker etabliert und kompensiert hierüber die nachlassende Strahlkraft. Dieser Mix aus einer fast monopolartigen Stellung im Bereich des Poker, einer stark wachsenden Online Casino Abteilung und einem gut laufenden Geschäft mit Sportwetten, machen die Amaya Gaming Group natürlich zu einer ausgesprochen verlockende Beute für Investoren oder in diesem Falle von David Baazov, der bereit ist knapp 3,5 Milliarden Kanadische Dollar, was ungefähr 2,7 Milliarden US-Dollar entspricht, auf den Tisch zu legen.

Trotz dem nachlassenden Geschäft mit Poker konnte Amaya mit Hilfe seiner Online Casinos den eigenen Umsatz im 3. Quartal um 9,5 Prozent von 247,4 Millionen US-Dollar auf jetzt 270,8 Millionen US-Dollar steigern. Auch beim bereinigten EBITDA ging es für das Unternehmen um 17 Prozent nach oben und steht nun bei 123,2 Millionen US-Dollar.

David Baazov – vom Obdachlosen zum King of Online Gambling

Die bisherige Lebensgeschichte von David Baazov liest sich wie ein mittelklassiger Roman, der die ewig gleiche Story über den „American Dream“, bei dem der Tellerwäscher zum Millionär wird, in kitschiger Art und Weise erzählt und dabei möglichst auch ja kein Klischee auslässt. Der Aufstieg von David Baazov, der als einjähriger mit seinen Eltern von Israel nach Montreal in Kanada umsiedelte, ist hingegen ist real, auch wenn er sich wie aus einem Film anfühlt. In seiner Schulzeit von seinen Lehrern als mathematisches Genie bezeichnet, entschied sich David Baazov die für ihn langweilige Schule mit 16 hinter sich zu lassen und flog für diese weise Entscheidung zum Dank dafür aus seinem Elternhaus. Nachdem er mehrere Woche auf Parkbänken als Obdachloser nächtigte, gründete er mit dem Kapital und der Hilfe eines kinderlosen Ehepaares seine erste eigene Firma. Seit diesem Zeitpunkt ging es für ihn nur noch steil bergauf. Zuerst konnte er sich mit seinem Unternehmen, dass Computerhardware vertrieb, den wichtigen Auftrag zur Ausstattung der Bibliotheken in Montreal mit neuen PC`s sichern und wurde über Nacht zum Millionär. Mit 25 begann er sich auf Software zu konzentrieren, denn er stellte sehr schnell fest, dass hier weit mehr Geld zu verdienen war, als mit dem Verkauf der Hardware und so verkaufte er sein mittlerweile millionenschweres Unternehmen und gründete Amaya.

Neben den guten Wachstumszahlen konnte Amaya im 3. Quartal auch bei den aktiven Nutzern Zuwächse in Höhe von 5 Prozent verbuchen und diese auf 2,4 Millionen steigern. Dabei stiegen im Online Poker die Nutzerzahlen um 3 Prozent und bei den Online Casinos um ganze 40 Prozent.

Amaya wurde über Nacht zu einem Glücksspielriesen

Die Gründung von Amaya sollte für David Baazov der nächste große Schritt auf dem Weg zum King of Online Gambling werden. Zuerst stellte das Unternehmen ab 2005 Pokertische her, die ohne einen Dealer auskamen und ging zudem 2010 an die kanadische Börse. Damals brachte eine Aktie dieses Unternehmens gerade einmal 1 kanadischen Dollar, mittlerweile sind es über 18. Mit dem Geld aus dem Börsengang wiederum kaufte Baazov den Aufsteller von Automatenspielen Cadillac Shack für 177 Millionen Dollar. Als im Jahr 2013 die Aktie von Amaya erstmals die Marke von 7 Kanadischen Dollar übersprang, reifte in ihm eine fast wahnwitzig anmutende Idee, der Aufkauf der Rational Group, die Muttergesellschaft von PokerStars, die gerade auch den Konkurrenten Full Tilt Poker kurz zuvor übernommen hatte. Die damaligen Besitzer der Rational Group, die Familie Scheinberg, nahm den damaligen CEO von Amaya nicht wirklich ernst, als er sich bei ihnen via Telefon meldete und sein Interesse an einer Übernahme signalisierte und ließen ihn mehrfach abblitzen. Doch seine Hartnäckigkeit und eine Verpflichtungserklärung über 3 Milliarden US-Dollar von Blackstones GSO Division, mit der er zuvor auch schon den Aufkauf von Cadillac Shack realisierte, brachten am Ende die Wende, PokerStars und Full Tilt Poker wechselten für 4,9 Milliarden US-Dollar den Besitzer und Amaya wurde über Nacht zu einem globalen Riesen in der Glücksspielbranche.

Die Amaya Gaming Group ist ein wahrer Gigant unter den global agierenden Glücksspielunternehmen, denn mit den zwei weltweit größten Pokerräumen und seinen Online Casinos kommt das Unternehmen auf 105,5 Millionen Kunden in der ganzen Welt.

David Baazov will seine Firma zurück

Bis zum Beginn diesen Jahres lief für David Baazov, den damaligen CEO vom Amaya, alles wie am Schnürchen, das nachlassende Pokergeschäft wurde mit der Etablierung der Online Casinos und Sportwetten mehr als kompensiert und der Ausblick für die Zukunft war positiv. Doch dann platzte die Bombe, denn seit dem abgeschlossenen Deal zwischen Amaya und der Rational Group im Jahr 2014 ermittelten bereits die Aufsichtsbehörden gegen Baazov wegen Insiderhandel und gaben dies dann im März 2016 offiziell bekannt. Vorgeworfen wird ihm unter anderem, dass er die "Weitergabe von vertraulichen Informationen" und "Verbotene Marktbeeinflussung" betrieben habe. Diese Anschuldigungen führten zum Ausscheiden von David Baazov aus dem eigenen und von ihm selbst aufgebauten Unternehmen. Ob dies allerdings damals von ihm selbst ausging, um den Schaden für die Firma zu begrenzen oder ob er sich hier dem Druck aus dem Vorstand geschlagen geben musste, ist bis heute ein ungelöstes Rätsel. Eines steht nun jedoch fest, dass der ehemalige Besitzer von Amaya, der noch immer 17,2 Prozent der Aktien hält, trotz der Probleme mit der Justiz in Kanada, die ihm bis zu fünf Jahren Haft bei einer Verurteilung bringen können, fest gewillt ist, seine ehemalige Firma mit dem nun gemachten Angebot von umgerechnet 2,7 Milliarden US-Dollar wieder unter seine Kontrolle zu bringen.

Um diesen gewaltigen Deal vom fast 2,7 Milliarden US-Dollar überhaupt stemmen zu können, hat sich David Baazov mit Ferdyne Advisory Inc., Head and Shoulders Global Investment Fund SPC, KBC Aldini Capital Ltd., und Goldenway Capital SPC, vier schwergewichtige Investoren für seinen Plan, dass eigene Unternehmen wieder zurückzukaufen, ins Boot geholt.