Ein Croupier in Tirol musste sich aktuell vor einem Gericht verantworten, weil er einem Kollegen zwei Zähne ausgeschlagen hatte. Bei einem Streit um Trinkgeld war die Situation vollkommen eskaliert und das Opfer musste dafür einen unangenehm hohen Preis bezahlen. Dabei ging es nur um ein paar Euro.

Croupiers streiten sich um Trinkgeld

Polizei Online CasinoIn einem Tiroler Casino ist eine bizarre Situation entstanden, die nun vom Innsbrucker Landgericht verhandelt wurde. Sicher ist: In einem Online Casino wäre das nicht passiert! Der Angeklagte arbeitete als Croupier in dem besagten Casino und hatte während einer ganz normalen Schicht einem Kollegen zwei Zähne ausgeschlagen. Darüber hinaus durfte sich der andere Croupier auch noch über eine Gehirnerschütterung, eine Schläfenprellung und einen fetten Bluterguss über dem Auge freuen. Das ist ein bisschen heftig für einen Streit um Trinkgeld. Wer schlägt schon gleich zu, nur weil es um ein paar Euro geht? Aber im Leben gibt es vielleicht manchmal Situationen, die ungewollt eskalieren. Die beiden Croupiers hatten Streit, weil der Angeklagte Trinkgeld bekommen hatte aus einer privaten Partie und dieses Trinkgeld nicht mit dem Opfer teilen wollte. Der Grund war ganz einfach: Der später heftig getroffene Croupier hatte nicht an der Privatpartie teilgenommen. Normalerweise ist es üblich, dass alle Trinkgelder im Casino geteilt werden. Aber in diesem Fall sah der Angeklagte keinen Grund, das Trinkgeld zu teilen da sich um eine private Partie gehandelt hatte. Doch das Opfer sah das anders und fing deswegen einen Streit an mit dem Angeklagten.

Laut Aussage des Angeklagten habe er sich provoziert gefühlt. Unter anderem habe sein Kollege ihm eine Ohrfeige gegeben und auch noch gegen sein Tablet geschlagen. Das sei zu viel gewesen. Auch wenn nur die beiden Beteiligten genau wissen, was passiert ist, ist zumindest klar, wie die Sache ausgegangen ist. Der Angeklagte schlug heftig zu und das führte dazu, dass das Opfer eine heftige Körperverletzung erlitt. Besonders schmerzhaft dürften dabei die verlorenen Zähne gewesen sein. Ein blaues Auge heilt wieder und auch eine Gehirnerschütterung verschwindet normalerweise spurlos. Aber ausgeschlagene Zähne sind heftig, vor allem wenn es sich um Zähne handelt, die das Erscheinungsbild nachhaltig beeinträchtigen. Gerade für einen Croupier, der ständig Publikumsverkehr hat, ist das ziemlich geschäftsschädigend. Der Streit ging um eine relativ kleine Summe. Ganz offensichtlich ging es den beiden Streithähnen vor allem um das Prinzip. Wahrscheinlich wäre es einfacher gewesen, zum Geschäftsführer zu gehen und die Sache klären zu lassen. Dann hätte das Opfer heute noch alle Zähne und der Angeklagte hätte sich viel Geld und Stress sparen können.

Selbsterkenntnis unmittelbar nach der Tat

Der angeklagte Croupier wurde vom Innsbrucker Landgericht zu einer Strafe von 2.400 Euro sowie der Zahlung eines Schmerzensgeldes von 1.200 Euro verurteilt. Darüber hinaus muss der Mann auch noch 200 Euro Gerichtskosten übernehmen. Das ist relativ wenig angesichts der Tat, die das Opfer wahrscheinlich viele Monate beeinträchtigt hat. Aber es gibt einen guten Grund, warum das Gericht den vollen Strafrahmen nicht ausgeschöpft hat: Der Angeklagte hatte sich kurz nach der Tat selbst angezeigt bei der Polizei. Das ist eine erstaunliche Sache, aber wahrscheinlich war die Tat ein impulsiver Akt, der dem Angeklagten schon kurze Zeit später aufrichtig leid tat. Davon ging jedenfalls das Gericht aus und verurteilte den Mann, der immer noch als Croupier arbeitet, mittlerweile allerdings in einem Casino in Linz, zu einer überschaubaren Geldstrafe. Ob das Opfer besonders begeistert war von dem relativ niedrigen Strafmaß, wurde nicht bekannt. Aber der Angeklagte machte im Verfahren den Eindruck, dass er sich seiner Schuld absolut bewusst war und in Zukunft dreimal überlegen wird, ob er sich auf einen körperlichen Streit mit einem Kollegen oder irgendeiner anderen Person einlässt.

Ein anderer Grund, warum das Gericht relativ milde urteilte, war die Provokation des Opfers. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass das Opfer dazu beigetragen habe, dass es überhaupt zu der Tat gekommen sei. Das sei zwar keine Rechtfertigung für die Körperverletzung, aber im Rahmen der Strafzumessung müsse berücksichtigt werden, dass die Provokation stattgefunden habe. Falls noch nicht geschehen, wird sich auch das Opfer in Zukunft genau überlegen, ob es eine gute Idee ist, wegen ein paar Euro Trinkgeld einen Streit mit einem Kollegen anzufangen. Die beiden Croupiers haben sich nicht wie zwei erwachsene Männer, sondern eher wie zwei dumme Jungs verhalten. Aber wenn sich alle Menschen immer unter Kontrolle hätten, würde es nie zu solchen Taten kommen. Wer friedlich Casino-Besuche erleben möchte und den Croupiers nicht bei einer Schlägerei zuschauen will, sollte in Online Casinos spielen. Es gibt zwar auch Dealer im Live Casino oder in mobilen Casinos, aber die haben im Vergleich wohl einen sicheren Arbeitsplatz. Aber sollte irgendein Dealer auf die Idee kommen, einen körperlichen Streit mit einem Kollegen anzufangen, genügt schon ein einfacher Klick, um das Casino zu verlassen. Vor allem kann es nie passieren, dass man in den Streit hineingezogen wird und am Ende selbst ein paar Zähne verliert.